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Kettner Edelmetalle
24.03.2026
10:38 Uhr

Kerosin-Krise in Asien: Vietnam streicht Dutzende Flüge – und Europa schaut tatenlos zu

Kerosin-Krise in Asien: Vietnam streicht Dutzende Flüge – und Europa schaut tatenlos zu

Die Auswirkungen des eskalierenden Nahostkonflikts erreichen nun auch die zivile Luftfahrt in Südostasien mit voller Wucht. Vietnam Airlines, die staatliche Fluggesellschaft des Landes, hat angekündigt, ab dem 1. April wöchentlich 23 Inlandsflüge zu streichen – nicht etwa aus ökologischem Idealismus, sondern schlicht, weil das Kerosin knapp wird. Was sich wie eine Randnotiz aus Fernost liest, ist in Wahrheit ein Alarmsignal für die gesamte globale Energieversorgung.

Wenn der Treibstoff zum Luxusgut wird

Die vietnamesische Flugaufsichtsbehörde machte unmissverständlich klar, worum es geht: Der Konflikt im Nahen Osten habe zu einer derartigen Verknappung von Kerosin geführt, dass die nationalen Fluggesellschaften akut von Treibstoffmangel bedroht seien. Vietnam steht damit keineswegs allein da. Bereits am 22. März hatte auch Myanmar die Streichung zahlreicher Inlandsverbindungen bekanntgegeben. Die asiatischen Volkswirtschaften, die in hohem Maße von Öl- und Gasimporten aus dem Nahen Osten abhängig sind, trifft die Lieferunterbrechung besonders hart.

Hanoi reagierte mit diplomatischer Betriebsamkeit und bat gleich mehrere Staaten um Unterstützung bei der Kraftstoffversorgung – darunter Katar, Kuwait, Algerien und Japan. Am Montag wurde zudem ein Abkommen mit Russland unterzeichnet. Man darf sich an dieser Stelle die Frage erlauben: Während der Westen Moskau mit Sanktionen belegt und moralische Überlegenheit demonstriert, sichert sich Vietnam pragmatisch russische Energielieferungen. Wer handelt hier eigentlich klüger?

Europas fatale Energieabhängigkeit

Was in Vietnam bereits zu konkreten Einschnitten im Flugverkehr führt, sollte auch in Deutschland die Alarmglocken schrillen lassen. Die Bundesrepublik hat sich unter der vorherigen Ampelregierung in eine beispiellose energiepolitische Sackgasse manövriert. Kernkraftwerke abgeschaltet, russisches Gas verteufelt, und nun steht man mit einer Energieversorgung da, die auf Windrädern und guten Wünschen basiert. Dass die Internationale Energieagentur bereits zu Homeoffice und Tempolimits rät, spricht Bände über den Ernst der Lage.

Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz steht vor der gewaltigen Aufgabe, die energiepolitischen Trümmer der Vorgängerregierung zusammenzukehren. Ob das geplante 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen dabei hilft oder lediglich die nächste Generation mit Schulden belastet, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Die Kerosin-Krise in Asien ist nur ein Vorbote dessen, was auch Europa blühen könnte, wenn die Eskalation im Nahen Osten weiter voranschreitet.

Rohstoffe als strategische Waffe

Der Fall Vietnam illustriert eindrücklich, wie verwundbar Nationen sind, die ihre Energieversorgung nicht eigenständig sichern können. In Zeiten geopolitischer Verwerfungen werden Rohstoffe zur strategischen Waffe – und wer keine eigenen Reserven besitzt, steht am Ende der Schlange. Gerade deshalb gewinnen physische Sachwerte wie Gold und Silber in solchen Krisenzeiten massiv an Bedeutung. Während Papiergeld durch Inflation entwertet wird und Lieferketten zusammenbrechen, bleiben Edelmetalle das, was sie seit Jahrtausenden sind: ein verlässlicher Anker in stürmischen Zeiten.

Die Streichung von 23 Flügen pro Woche mag für Vietnam ein überschaubares Problem sein. Doch die Botschaft dahinter ist unmissverständlich: Die Welt steht an einem energiepolitischen Scheideweg. Und Deutschland täte gut daran, endlich aufzuwachen – bevor auch hierzulande die Lichter ausgehen.

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