
„Kauft weniger Pullover!" – Wenn Wirtschaftsweise den Bürgern Hohn ins Gesicht schleudern
Es gibt Momente, in denen man sich fragt, ob die sogenannten Experten dieses Landes noch irgendeinen Bezug zur Lebensrealität der arbeitenden Bevölkerung haben. Einen solchen Moment bescherte uns am vergangenen Sonntagabend die Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Monika Schnitzer, in der ARD-Talkshow bei Caren Miosga. Ihre Empfehlung an die von explodierenden Spritpreisen geplagten Bürger: Man solle doch einfach „den ein oder anderen Pullover" weniger kaufen oder halt zwei Tage kürzer in den Urlaub fahren. Problem gelöst, oder?
Wer ein Auto hat, ist reich – so einfach ist das
Die Ökonomin, die als eine der wichtigsten Beraterinnen der Bundesregierung fungiert, erklärte mit einer Nonchalance, die an Dreistigkeit kaum zu überbieten ist, dass Autobesitzer per Definition nicht zu den „Allerärmsten" gehörten. Wer sich ein Fahrzeug leisten könne, der werde wohl auch 30 bis 50 Euro mehr im Monat für Sprit verkraften. Hochgerechnet auf sechs Monate seien das 180 bis 300 Euro – eine Summe, die „die allermeisten tragen können" würden, so Schnitzer. Man müsse lediglich beim Urlaub oder eben bei der Garderobe Abstriche machen.
Was für eine bestechende Analyse. Man fragt sich unwillkürlich, wann Frau Schnitzer zuletzt selbst an einer Tankstelle stand und den Preis auf der Anzeige mit dem eigenen Kontostand abgeglichen hat. Vermutlich nie. Denn wer in den akademischen Elfenbeintürmen von Stanford, Yale, Harvard und der London School of Economics sozialisiert wurde, dem mögen 300 Euro tatsächlich wie Kleingeld vorkommen. Für eine alleinerziehende Krankenschwester im ländlichen Brandenburg, die täglich 60 Kilometer zur Arbeit pendeln muss, weil es schlicht keine Alternative gibt, sieht die Rechnung allerdings grundlegend anders aus.
Marie Antoinette lässt grüßen
Die Parallele drängt sich geradezu auf, und sie wurde in den sozialen Medien auch sofort gezogen: „Qu'ils mangent de la brioche" – „Dann sollen sie doch Kuchen essen." Jenes berühmte, Marie Antoinette zugeschriebene Zitat, das wie kein zweites für die Abgehobenheit einer herrschenden Klasse steht, die den Kontakt zum Volk längst verloren hat. Schnitzers Pullover-Ratschlag reiht sich nahtlos in diese Tradition ein. Es ist die gleiche herablassende Attitüde, die gleiche erschreckende Ahnungslosigkeit über die Nöte der einfachen Leute.
Dabei offenbart die Aussage nicht nur eine bemerkenswerte soziale Kälte, sondern auch ein fundamentales Unverständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge – und das ausgerechnet bei einer „Wirtschaftsweisen". Denn wenn Millionen Menschen weniger Pullover kaufen, weniger in den Urlaub fahren und generell weniger konsumieren, dann trifft das den Einzelhandel, die Gastronomie, die Tourismusbranche und letztlich die gesamte Binnenwirtschaft. Weniger Konsum bedeutet weniger Umsatz, weniger Umsatz bedeutet Entlassungen, Entlassungen bedeuten noch weniger Konsum. Ein Teufelskreis, den eine Ökonomin eigentlich kennen sollte.
Spahn widerspricht – und trifft den Nerv
Immerhin fand sich in der Runde ein Widerpart, der die Realität nicht völlig aus den Augen verloren hat. Jens Spahn, der als Unionsfraktionsvorsitzender ebenfalls in der Sendung saß, widersprach Schnitzer vehement. „Bei mir daheim im Münsterland und in vielen anderen Regionen Deutschlands fahren die Leute Strecken zu ihrem Arbeitsplatz. Und für die ist das gerade ziemlich brutal", entgegnete er sichtlich aufgebracht. Auch 30, 50 oder 100 Euro im Monat machten für diese Menschen einen erheblichen Unterschied.
Spahn verwies zudem auf die prekäre Lage kleiner Transport- und Busunternehmen, denen die Mehrkosten schlicht die Marge auffräßen. Bei manchen stelle sich bereits die Frage, ob sie in vier oder acht Wochen überhaupt noch existieren würden. Ein Einwand, den Schnitzer mit bemerkenswerter Gelassenheit abtat: Unternehmer, die nicht im internationalen Wettbewerb stünden, würden eben ihre Preise erhöhen müssen. „Genau das ist der Effekt einer solchen Energiekrise: Die Preise steigen und wir alle müssen damit umgehen." Punkt. Aus. Ende der Diskussion.
Direktzahlungen statt Tankrabatt – die nächste Bevormundung
Besonders aufschlussreich war Schnitzers Positionierung gegen einen Tankrabatt. Stattdessen sprach sie sich für Direktzahlungen an besonders Betroffene aus. Die Begründung: Durch einen Tankrabatt hätten die Menschen keinen Anreiz mehr zum Sparen. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen. Die Bürgerin und der Bürger sollen also gefälligst erzogen werden. Nicht Entlastung ist das Ziel, sondern Verhaltenssteuerung. Der Staat weiß schließlich am besten, wie viel seine Untertanen fahren dürfen.
Spahn konterte auch hier treffsicher: Niemand würde wegen 17 Cent Entlastung pro Liter plötzlich „fahren als gäbe es kein Morgen", wenn der Preisanstieg bei 50 Cent liege. Die Menschen sparten bereits, wo sie nur könnten. Was sie bräuchten, sei keine Belehrung von oben, sondern echte, spürbare Entlastung.
Ein Symptom des politischen Versagens
Die Causa Schnitzer ist mehr als nur ein missglückter Talkshow-Auftritt. Sie ist symptomatisch für ein politisches System, das sich von den Sorgen und Nöten der Normalbürger meilenweit entfernt hat. Da beraten hochdotierte Professorinnen eine Regierung, die selbst kaum noch weiß, wie der Alltag jenseits des Berliner Regierungsviertels aussieht. Da werden Milliarden für ideologische Projekte ausgegeben, während dem Handwerker an der Zapfsäule das Geld ausgeht. Da werden Bürger, die morgens um sechs Uhr aufstehen und zur Arbeit fahren, als „privilegiert" abgestempelt, weil sie sich einen Gebrauchtwagen leisten.
Deutschland leistet sich einen aufgeblähten Staatsapparat, finanziert milliardenschwere Transferleistungen und pumpt astronomische Summen in die Energiewende – doch wenn der Bürger fragt, warum er sich das Tanken nicht mehr leisten kann, bekommt er zu hören, er solle halt weniger Pullover kaufen. Das ist nicht nur zynisch. Das ist eine Bankrotterklärung der politischen Klasse.
Die Kaufkraft schwindet – Sachwerte gewinnen an Bedeutung
Was Schnitzers Aussage unfreiwillig offenbart, ist die schleichende Erosion der Kaufkraft breiter Bevölkerungsschichten. Wenn selbst eine Regierungsberaterin einräumt, dass die Menschen auf Kleidung und Urlaub verzichten müssen, um sich das Tanken noch leisten zu können, dann ist das ein Alarmsignal. Die Inflation frisst die Ersparnisse auf, die Energiekosten explodieren, und die Reallöhne stagnieren bestenfalls. In solchen Zeiten zeigt sich einmal mehr der Wert physischer Edelmetalle als Instrument der Vermögenssicherung. Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie Kaufkraft bewahren können – ganz gleich, welche Ratschläge die jeweiligen „Wirtschaftsweisen" gerade erteilen.
Vielleicht sollte Frau Schnitzer den Bürgern statt weniger Pullover lieber mehr Unzen empfehlen. Aber das wäre wohl zu viel verlangt von einer Beraterin, deren Expertise offenbar an der Garderobenfrage endet.

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