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Kettner Edelmetalle
10.02.2026
19:33 Uhr

Kasachstan wirbt um Berlin: Warum die zentralasiatische Steppe plötzlich strategisch unverzichtbar wird

Während sich die geopolitischen Tektonikplatten in atemberaubendem Tempo verschieben, rückt eine Region in den Fokus deutscher Außenpolitik, die jahrzehntelang kaum mehr als eine Fußnote im diplomatischen Protokoll war: Zentralasien. Am 11. Februar 2026 – exakt 34 Jahre nach der deutschen Anerkennung der kasachischen Unabhängigkeit – treffen sich die Außenminister der fünf zentralasiatischen Staaten im sogenannten Z5+1-Format mit Bundesaußenminister Johann Wadephul in Berlin. Ein Treffen, das weit mehr ist als diplomatische Routine.

Energiesicherheit als Überlebensfrage

Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. Kasachstan ist der drittgrößte Öllieferant Deutschlands und der Europäischen Union. Allein 2024 flossen rund elf Millionen Tonnen kasachisches Öl nach Deutschland, davon 2,1 Millionen Tonnen über die legendäre Druschba-Pipeline an die Raffinerie im brandenburgischen Schwedt. Man erinnere sich: Es war genau jene Raffinerie, die nach dem Beginn des Ukraine-Krieges und dem Wegfall russischer Lieferungen beinahe zum Symbol deutscher Energieabhängigkeit geworden wäre.

Dass Drohnenangriffe auf Tanker im Schwarzen Meer die Verwundbarkeit internationaler Transportwege schmerzhaft vor Augen geführt haben, macht die Sache nicht einfacher. Energiesicherheit ist längst keine abstrakte Planungsgröße mehr – sie ist zur Überlebensfrage für Industrienationen geworden. Und wer nach dem desaströsen Energiewendekurs der Vorgängerregierung noch immer glaubt, Deutschland könne sich allein mit Windrädern und Solarpanelen über Wasser halten, der lebt in einer gefährlichen Illusion.

Rohstoffe, die Europa dringend braucht

Doch die Partnerschaft reicht weit über fossile Energieträger hinaus. In einer Welt, in der China den globalen Markt für Seltene Erden mit eiserner Faust kontrolliert, wird Kasachstan zum strategischen Trumpf. Das zentralasiatische Land produziert 21 der 34 von der EU als kritisch eingestuften Materialien. Das Graphitprojekt Sarytogan wurde jüngst sogar in die offizielle Liste strategischer EU-Projekte aufgenommen – ein Vorgang, der in seiner Bedeutung kaum überschätzt werden kann.

Der Vorschlag, in der kasachischen Hauptstadt Astana ein regionales Forschungszentrum für Seltene Erden zu errichten, das Wissenschaft, Technologie und Investitionen bündelt, verdient ernsthafte Beachtung. Denn wer die digitale und grüne Transformation Europas vorantreiben will – und die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat sich mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen ja durchaus ambitionierte Ziele gesetzt –, der braucht diese Rohstoffe. Punkt.

Der Mittlere Korridor als Alternative zur Seidenstraße

Besonders bemerkenswert ist die wachsende Bedeutung des sogenannten Mittleren Korridors, einer Handelsroute, die Europa und Asien verbindet, ohne dabei durch russisches oder chinesisches Territorium führen zu müssen. In Zeiten, in denen Donald Trumps aggressive Zollpolitik – 20 Prozent auf EU-Importe, 34 Prozent auf China – die globalen Handelsströme durcheinanderwirbelt und traditionelle Lieferketten unter enormem Druck stehen, ist die Diversifizierung von Handelswegen keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit.

Kasachstan positioniert sich dabei geschickt als eurasisches Logistikdrehkreuz. Und Deutschland? Deutschland hat ein vitales Interesse daran, nicht länger von einzelnen Routen oder einzelnen Partnern abhängig zu sein. Die schmerzhafte Lektion der russischen Gasabhängigkeit sollte eigentlich jedem Politiker in Berlin noch in den Knochen stecken.

Menschliche Brücken zwischen Steppe und Schwarzwald

Was diese Partnerschaft von vielen anderen diplomatischen Beziehungen unterscheidet, ist ihre menschliche Dimension. Rund eine Million Menschen deutscher Herkunft sind aus Kasachstan nach Deutschland gezogen – Russlanddeutsche, deren Familien einst unter Stalin nach Zentralasien deportiert wurden. Mehr als 220.000 Bürger deutscher Abstammung leben noch heute in Kasachstan. Diese menschlichen Brücken sind ein Vertrauenskapital, das man nicht hoch genug einschätzen kann.

Die Kasachisch-Deutsche Universität, Institute in Aktau und Öskemen sowie zahlreiche Doppelabschlussprogramme zeugen von einer akademischen Zusammenarbeit, die Substanz hat. Besonders vielversprechend erscheint der Ausbau des dualen Berufsbildungssystems nach deutschem Vorbild – ein Exportschlager, auf den Deutschland zu Recht stolz sein darf und der in einer Zeit des grassierenden Fachkräftemangels auch hierzulande wieder stärker gewürdigt werden sollte.

Pragmatismus statt Ideologie

Man mag einwenden, dass Kasachstan kein lupenreiner Demokrat ist. Das stimmt. Doch in einer Welt, in der geopolitische Realitäten die Tagträume ideologiegetriebener Außenpolitik gnadenlos zerschmettern, zählt vor allem eines: Verlässlichkeit. Und hier hat Kasachstan in den vergangenen Jahren geliefert. Das Land hat sich als pragmatischer Partner erwiesen, der weder in Moskaus noch in Pekings Orbit vollständig aufgehen will, sondern seinen eigenen Weg sucht.

Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz täte gut daran, diese Partnerschaft nicht nur rhetorisch zu pflegen, sondern mit konkreten Taten zu untermauern. Nach Jahren einer Außenpolitik, die sich allzu oft in moralisierenden Belehrungen erschöpfte, statt handfeste nationale Interessen zu verfolgen, wäre ein nüchterner, interessengeleiteter Ansatz eine wohltuende Abwechslung. Kasachstan bietet Deutschland Energie, Rohstoffe, Handelsrouten und einen strategischen Brückenkopf nach Asien. Was Deutschland im Gegenzug bieten kann – Technologie, Investitionen, Bildungsexpertise –, ist nicht weniger wertvoll.

Das Treffen am 11. Februar in Berlin könnte ein Signal sein, dass die deutsche Außenpolitik endlich dort ankommt, wo sie hingehört: in der Realität. Ob Bundesaußenminister Wadephul diese Chance nutzt, wird sich zeigen. Die Gelegenheit jedenfalls war selten günstiger.

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