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Kettner Edelmetalle
28.05.2026
13:56 Uhr

Inflation hält die Fed in Schach: Trumps Zollpolitik treibt die Preise – und Gold rückt ins Rampenlicht

Inflation hält die Fed in Schach: Trumps Zollpolitik treibt die Preise – und Gold rückt ins Rampenlicht

Die amerikanische Notenbank steckt in einem selbstgemachten Dilemma. Während die Politik in Washington unter Donald Trump mit Zöllen und geopolitischen Eskapaden hantiert, müssen die Währungshüter zusehen, wie ihre Inflationsziele in immer weitere Ferne rücken. Die jüngsten Daten zum von der Fed bevorzugten Preisindex zeigen es schwarz auf weiß: Der Kampf gegen die Geldentwertung ist alles andere als gewonnen.

Die nackten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache

Der Personal Consumption Expenditures Price Index legte im April saisonbereinigt um 0,4 Prozent zu. Auf Jahressicht ergibt sich daraus eine Inflationsrate von 3,8 Prozent. Beim Kernindex, der die volatilen Komponenten Energie und Nahrungsmittel ausklammert, betrug der Anstieg 0,2 Prozent im Monatsvergleich und 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit entsprachen die Jahresraten exakt den Erwartungen der von Dow Jones befragten Ökonomen, während die Monatswerte sogar leicht milder ausfielen als befürchtet.

Doch Entwarnung? Mitnichten. Wer genauer hinschaut, erkennt die Risse im Fundament der amerikanischen Wirtschaft.

Wachstum schwächelt – das Schlimmste aus zwei Welten

Das Bruttoinlandsprodukt der USA wuchs im ersten Quartal lediglich um annualisierte 1,6 Prozent – deutlich unter der ursprünglichen Schätzung von 2,0 Prozent. Das Handelsministerium begründete die Revision mit nach unten korrigierten Werten beim privaten Konsum und bei den Investitionen. Konsensschätzungen waren von einer Bestätigung der 2,0 Prozent ausgegangen.

Damit zeichnet sich ein gefährliches Bild ab: schwächeres Wachstum bei gleichzeitig hartnäckiger Inflation. Ein Cocktail, den Ökonomen mit dem unschönen Wort "Stagflation" beschreiben. Wer in den 1970er Jahren die Folgen einer solchen Konstellation miterlebt hat, weiß, was das für Sparer und Anleger bedeutet.

Benzinpreise als Brandbeschleuniger

Besonders auffällig: Die Warenpreise sprangen im April um satte 0,7 Prozent nach oben, getrieben von einem Benzinpreisanstieg um 5,5 Prozent. Die Dienstleistungspreise legten um 0,3 Prozent zu, wobei der Bereich Wohnen und Versorgungsleistungen sich um 0,6 Prozent verteuerte. Die Wohnkosten insgesamt stiegen um 0,5 Prozent – der größte monatliche Sprung seit mindestens Januar 2025.

Der amerikanische Verbraucher zahlt also nicht nur an der Zapfsäule mehr, sondern auch beim Dach über dem Kopf. Gleichzeitig blieben die Einkommen flach, während der Konsum um 0,5 Prozent zulegte. Die logische Konsequenz: Die Sparquote sinkt, die privaten Schulden steigen. Ein Tanz auf dem Vulkan.

Trumps Zölle und der Iran-Krieg als Inflationstreiber

Die Inflation hatte sich dem 2-Prozent-Ziel der Notenbank zwischenzeitlich angenähert. Doch der Iran-Krieg und die Auswirkungen der Strafzölle haben die Fed aus dem Tritt gebracht. Die Trump-Administration hatte EU-Importe mit 20 Prozent belegt, chinesische Waren mit 34 Prozent und mexikanische sowie kanadische Erzeugnisse mit 25 Prozent. Wer geglaubt hatte, solche Eingriffe in den freien Handel blieben folgenlos, sieht sich nun bestätigt: Zölle sind nichts anderes als eine Steuer, die am Ende der Verbraucher bezahlt.

Die Märkte rechnen mittlerweile damit, dass die Fed bis mindestens Ende 2026 stillhält. Ja, mehr noch: Eingepreist wird inzwischen sogar die Möglichkeit, dass die nächste Bewegung eine Zinserhöhung sein könnte, möglicherweise schon Anfang nächsten Jahres. Der neue Fed-Chef Kevin Warsh hat zwar signalisiert, dass er Zinssenkungen für möglich hält, dürfte aber innerhalb des Offenmarktausschusses auf erheblichen Widerstand stoßen.

Arbeitsmarkt und Industrie senden gemischte Signale

Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen in der Woche zum 23. Mai um 5.000 auf saisonbereinigt 215.000 Anträge – leicht über der Prognose von 213.000. Die Bestellungen für langlebige Wirtschaftsgüter wie Flugzeuge, Haushaltsgeräte und Computer explodierten dagegen um 7,9 Prozent und übertrafen damit die Erwartungen von 3,5 Prozent deutlich. Ohne Transportgüter blieb jedoch nur ein mageres Plus von 1,1 Prozent übrig – ein Hinweis darauf, dass der Sprung im Wesentlichen auf Großaufträge im Luftfahrtsektor zurückzuführen ist.

Was bedeutet das für Sparer und Anleger?

Wer sein Vermögen vor der schleichenden Entwertung schützen will, sollte sich ernsthaft fragen, wie viel Vertrauen er noch in Papiergeld setzen möchte. Eine Notenbank, die seit Jahren ihr eigenes Inflationsziel verfehlt, eine Regierung, die mit Strafzöllen die Preise nach oben treibt, und ein geopolitisches Umfeld, das alles andere als Stabilität verspricht – das ist die Realität, in der wir uns bewegen.

Historisch betrachtet haben sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber in solchen Phasen immer wieder als verlässlicher Anker bewährt. Sie sind nicht beliebig vermehrbar, sie lassen sich nicht per Knopfdruck entwerten, und sie sind unabhängig vom Wohlwollen irgendwelcher Zentralbanker. Wer ein breit gestreutes Portfolio aufbaut, sollte über eine sinnvolle Beimischung physischer Edelmetalle zumindest ernsthaft nachdenken. Eine Vermögenssicherung, die seit Jahrtausenden funktioniert und gerade in unsicheren Zeiten ihre Qualitäten zeigt.

Fazit: Die Fed hat keinen einfachen Ausweg mehr

Die Inflationszahlen aus den USA bestätigen, was viele Beobachter längst befürchtet haben: Die geldpolitische Normalisierung ist auf unbestimmte Zeit vertagt. Solange Trump mit Zöllen jongliert und geopolitische Brandherde wie der Iran-Konflikt die Energiepreise nach oben treiben, wird die Fed weder zinssenken können noch wollen. Für den amerikanischen Verbraucher bedeutet das anhaltend hohe Preise bei stagnierenden Einkommen. Für Anleger bedeutet es: Augen auf bei der Wahl der Anlageklasse.

Haftungsausschluss: Die in diesem Artikel geäußerten Einschätzungen stellen ausschließlich die Meinung unserer Redaktion dar und ersetzen keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Wir betreiben keine Anlageberatung. Jeder Anleger ist verpflichtet, vor einer Investitionsentscheidung eigene Recherchen anzustellen oder einen qualifizierten Berater zu konsultieren. Eine Haftung für Vermögensentscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, ist ausgeschlossen.

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