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Kettner Edelmetalle
06.02.2026
07:47 Uhr

Industriestandort Pforzheim unter Druck: Witzenmann streicht jeden siebten Arbeitsplatz

Industriestandort Pforzheim unter Druck: Witzenmann streicht jeden siebten Arbeitsplatz

Die deutsche Industrie blutet weiter aus. Mit der Witzenmann-Gruppe kündigt nun ein weiterer traditionsreicher Mittelständler einen massiven Stellenabbau an. Rund 230 Arbeitsplätze sollen am Standortverbund Pforzheim, Kieselbronn und Remchingen wegfallen – das entspricht etwa 14 Prozent der dortigen Belegschaft von derzeit 1.650 Mitarbeitern. Ein weiteres Symptom einer Wirtschaftspolitik, die den deutschen Mittelstand systematisch in die Knie zwingt.

Sozialverträglicher Abbau als Feigenblatt?

Die Geschäftsleitung des Herstellers von flexiblen Metallschläuchen, Kompensatoren und Leitungssystemen bemüht sich redlich, den Kahlschlag in Watte zu packen. Altersteilzeit, Vorruhestand und Abfindungen sollen den Personalabbau „sozialverträglich" gestalten. Personalchefin Christine Wüst spricht von einem „Ergänzungstarifvertrag", der den „notwendigen Personalabbau auf Freiwilligkeit aufbauen" soll. Doch was bedeutet das konkret für die Betroffenen?

Die Wahrheit ist ernüchternd: Die gesamte Strategie steht und fällt mit der Bereitschaft der Beschäftigten, die angebotenen Programme anzunehmen. Sollten nicht genügend Mitarbeiter freiwillig gehen, drohen am Ende doch betriebsbedingte Kündigungen. Der Zeitplan bis 2029 mag auf dem Papier großzügig wirken, doch für viele Familien in der Region bedeutet er Jahre der Unsicherheit.

Einschnitte beim Gehalt – Investitionsversprechen als Trostpflaster

Besonders bitter für die verbleibende Belegschaft: Der ausgehandelte Ergänzungstarifvertrag sieht vor, dass 2026 einzelne tarifliche Leistungen ersatzlos entfallen. Die ohnehin bescheidene Entgelterhöhung aus dem Frühjahr wird kurzerhand auf Oktober 2026 verschoben. Tom Wolters, erster Bevollmächtigter der IG Metall Pforzheim, gibt sich diplomatisch, kann den Schmerz aber nicht verhehlen: „Natürlich schmerzt der Einschnitt im Entgelt die Beschäftigten bei Witzenmann sehr."

Als Gegenleistung stellt die Geschäftsführung Investitionen von 49 Millionen Euro für 2026 und 2027 in Aussicht. Ein Neubau im Buchbusch soll entstehen, Geld in „technologische Zukunftsfelder" wie Wasserstoff-Anwendungen, energetische Gebäudesanierung und Halbleiter fließen. Ob diese Versprechen eingehalten werden, steht freilich auf einem anderen Blatt.

Die wahren Ursachen: Politikversagen und Verbrenner-Aus

CEO Andreas Kämpfe nennt die wirtschaftlichen Gründe beim Namen: Konjunkturschwäche im europäischen Heimatmarkt, sinkende Stückzahlen bei Bauteilen für Verbrennungsmotoren und ein schleppender Anlauf von Neuprodukten. Was er diplomatisch verschweigt: Diese Entwicklung ist kein Naturereignis, sondern das direkte Ergebnis einer ideologiegetriebenen Wirtschafts- und Energiepolitik.

Das von der EU forcierte Verbrenner-Aus trifft Zulieferer wie Witzenmann mit voller Wucht. Jahrzehntelang aufgebaute Kompetenzen werden über Nacht entwertet, während die versprochenen „grünen" Ersatzarbeitsplätze auf sich warten lassen. Die explodierenden Energiekosten in Deutschland tun ihr Übriges, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu untergraben.

Familienunternehmen als Rückgrat der Wirtschaft – wie lange noch?

Cornelia Koch von Südwestmetall bezeichnet Witzenmann als „eines der Familienunternehmen, die das Rückgrat der Wirtschaft in Baden-Württemberg ausmachen". Diese Einschätzung ist zweifellos richtig – umso alarmierender ist es, wenn selbst solche Traditionsunternehmen ins Wanken geraten. Das „wiederholte Bekenntnis zum Standort", auf das Koch verweist, klingt angesichts des massiven Stellenabbaus wie blanker Hohn.

Der Fall Witzenmann reiht sich nahtlos ein in eine Serie von Hiobsbotschaften aus dem deutschen Mittelstand. Während die Politik sich in Gendersternchen und Klimazielen verliert, kämpfen Unternehmen ums nackte Überleben. Die Transformation, von der alle sprechen, entpuppt sich für viele Beschäftigte als Transformation in die Arbeitslosigkeit.

Ein Weckruf, der verhallen wird?

Die Einigung zwischen Geschäftsleitung, Gewerkschaft und Betriebsrat mag als Erfolg verkauft werden. In Wahrheit dokumentiert sie das Scheitern einer Wirtschaftspolitik, die den Industriestandort Deutschland systematisch demontiert. Wenn selbst hochspezialisierte Mittelständler wie Witzenmann gezwungen sind, jeden siebten Arbeitsplatz zu streichen, dann stimmt etwas Grundlegendes nicht mehr in diesem Land.

Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat versprochen, die Wirtschaft wieder in den Fokus zu rücken. Ob sie den Mut aufbringt, die ideologischen Fesseln der Vorgängerregierung abzustreifen und dem Mittelstand wieder Luft zum Atmen zu geben, bleibt abzuwarten. Für die 230 Beschäftigten bei Witzenmann, deren Arbeitsplätze nun auf der Kippe stehen, kommt diese Hilfe womöglich zu spät.

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