
Hotelketten-Kollaps: Revo Hospitality Group reißt Hunderte Hotels in den Abgrund
Die deutsche Hotelbranche erlebt einen Kahlschlag historischen Ausmaßes. Mit der Insolvenz der Revo Hospitality Group, einem der größten Hotelbetreiber Europas, stehen nicht nur rund 5.500 Arbeitsplätze auf der Kippe – auch Tausende Reisende müssen um ihre Buchungen bangen. Erste Häuser in Frankfurt und auf Rügen haben bereits dichtgemacht. Ein Symptom einer Wirtschaftskrise, die Deutschland immer tiefer in den Würgegriff nimmt.
Vom Expansionswunder zum Insolvenzfall
Die Geschichte der Revo Hospitality Group liest sich wie ein Lehrstück über die Gefahren unkontrollierten Wachstums in wirtschaftlich fragilen Zeiten. Von gerade einmal 51 Hotels im Jahr 2020 blähte sich das Portfolio auf stolze 250 Häuser in zwölf europäischen Ländern auf – betrieben als Franchisenehmer klangvoller Marken wie Hilton, Accor, Wyndham oder Steigenberger. Was auf dem Papier nach einer Erfolgsgeschichte aussah, entpuppte sich als finanzielles Kartenhaus.
Explodierende Energiekosten, steigende Personalausgaben und langfristige Pachtverträge, die in besseren Zeiten abgeschlossen wurden, fraßen die Margen auf. Die Übernachtungszahlen blieben hinter den Erwartungen zurück. Nun steht das Unternehmen vor den Trümmern seiner Expansionsstrategie und sucht verzweifelt nach Investoren, die bereit wären, in dieses Wrack zu investieren.
Frankfurt und Rügen: Die ersten Dominosteine fallen
Mitte Februar traf es die ersten Standorte mit voller Wucht. Das Mövenpick Hotel Frankfurt City, das Aedenlife Hotel & Resort auf Rügen sowie das Centro National Frankfurt by Wyndham stellten ihren Betrieb ein – praktisch über Nacht. Neue Buchungen? Unmöglich. Bestehende Reservierungen? Storniert. Für Reisende, die sich auf ihren Aufenthalt gefreut hatten, ein Schlag ins Gesicht.
Besonders pikant: Noch im Januar hatte Revo vollmundig erklärt, bestehende Reservierungen würden gültig bleiben und die Hotels geöffnet bleiben. Keine vier Wochen später sieht die Realität völlig anders aus. Wer solchen Versprechen noch Glauben schenkt, dem ist kaum zu helfen. Laut Branchenberichten seien rund 140 Hotelgesellschaften in Deutschland und Österreich vom Insolvenzverfahren betroffen – eine Zahl, die das wahre Ausmaß der Katastrophe erahnen lässt.
Ein Branchenbeben mit Ansage
Die Revo-Insolvenz ist kein Einzelfall, sondern Teil eines beunruhigenden Musters. Binnen nur 15 Monaten gerieten mit Lindner, Achat und nun Revo gleich drei große deutsche Hotelbetreiber in die Zahlungsunfähigkeit. Parallel dazu hat auch die Betreibergesellschaft des traditionsreichen Steigenberger Grand Hotel Bad Pyrmont ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das Luxushaus mit rund 150 Zimmern soll zwar vorerst geöffnet bleiben – doch nach den Erfahrungen mit Revo dürfte auch hier Skepsis angebracht sein.
Die gemeinsamen Faktoren dieser Pleitewelle sind so offensichtlich wie erschreckend: hohe Fixkosten, langfristige Pacht- und Franchiseverträge, die bei sinkenden Erlösen wie ein Mühlstein am Hals der Betreiber hängen, und ein wirtschaftliches Umfeld, das Unternehmern das Leben zunehmend schwer macht. Man muss kein Ökonom sein, um zu erkennen, dass die politischen Rahmenbedingungen in Deutschland – von der Energiepolitik über die Bürokratielast bis hin zu den stetig steigenden Lohnnebenkosten – ihren Teil zu dieser Misere beitragen.
Was Reisende jetzt beachten sollten
Für alle, die in den kommenden Wochen und Monaten eine Hotelübernachtung in einem Revo-Haus gebucht haben, gilt höchste Vorsicht. Die kurzfristigen Schließungen zeigen unmissverständlich: Änderungen sind jederzeit möglich, und Zusicherungen des Unternehmens sind offenbar das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. Reisende sollten sich vor Antritt direkt beim jeweiligen Hotel erkundigen, ob der Betrieb tatsächlich fortgeführt wird. Flexible Stornierungsbedingungen und Zahlungen über Anbieter mit Käuferschutz sind in der aktuellen Lage keine Empfehlung, sondern eine Notwendigkeit.
Die Hotelbranche in Deutschland steht exemplarisch für den Zustand der gesamten Wirtschaft: Unternehmen, die jahrelang unter steigenden Kosten und politischer Planungsunsicherheit ächzen, brechen irgendwann zusammen. Während die Politik sich mit ideologischen Prestigeprojekten und einem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen beschäftigt, das die Inflation weiter anheizen und kommende Generationen belasten dürfte, kämpfen reale Unternehmen ums nackte Überleben. Vielleicht wäre es an der Zeit, sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren: eine Wirtschaftspolitik, die den Standort Deutschland stärkt, statt ihn systematisch zu schwächen.
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