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Kettner Edelmetalle
13.09.2026
21:59 Uhr
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Hormus-Gipfel geplatzt: Riads Veto stoppt den Deal mit Teheran

Hormus-Gipfel geplatzt: Riads Veto stoppt den Deal mit Teheran
Symbolbild: KI-generiert

Es sollte der erste echte Durchbruch im Iran-Krieg werden – und wurde in letzter Minute kassiert. Das für Montag im omanischen Salalah geplante Außenministertreffen der Golfstaaten ist verschoben. Das teilte Omans Außenminister Badr al-Busaidi am späten Sonntagabend über die Plattform X mit.

Iran und Oman wollten dort eine Vereinbarung über neue Schiffsrouten durch die Straße von Hormus präsentieren. Nun herrscht Funkstille – einen neuen Termin nannte Maskat nicht.

„Im Interesse des Konsenses“ – die Formel für Streit

„Im Interesse des Konsenses wurde das für morgen in Salalah geplante regionale Treffen verschoben.“

So knapp die Begründung des omanischen Chefdiplomaten, so vielsagend ist sie. Ein Vertreter des iranischen Außenministeriums bestätigte laut der Agentur Fars, man habe gemeinsam und „auf Wunsch einiger Länder der Region“ entschieden, den Gipfel zu vertagen.

Die Risse waren schon vorher sichtbar: Bahrain, im Krieg Ziel massiver iranischer Raketenangriffe, hatte den Boykott angekündigt. Die Vereinigten Arabischen Emirate wollten Berichten zufolge nur einen Staatssekretär entsenden statt ihres Außenministers.

Saudi-Arabien fürchtet einen neuen Status quo

Entscheidend dürfte der Widerstand Riads gewesen sein. Unter Berufung auf einen hochrangigen Vertreter eines Golfstaats wurde berichtet, Saudi-Arabien habe Änderungen am omanisch-iranischen Vorschlag eingereicht – aus Sorge, die Formulierung könne faktisch einen neuen Status quo in der Meerenge zementieren, der für die Golfstaaten nicht hinnehmbar wäre.

Man muss kein Nahost-Experte sein, um das Kalkül zu verstehen: Wer die Regeln für die Durchfahrt schreibt, kontrolliert die Lebensader der Weltwirtschaft. Und genau diese Macht will Teheran offenbar vertraglich absichern.

Was in dem Papier stehen sollte

Präsident Massud Peseschkian zufolge sollte das Abkommen in Maskat unterzeichnet und anschließend der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation übergeben werden. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi kündigte einem katarischen Nachrichtenportal zufolge an, die Teilnehmer sollten Karten mit den neuen Routen erhalten.

Eine rasche Öffnung für die internationale Schifffahrt wäre damit ohnehin nicht verbunden gewesen. Teheran knüpft sie an zwei Bedingungen: das Ende der US-Seeblockade und den Stopp militärischer Operationen der US-Streitkräfte.

Ein Fünftel des Weltöls – und Europa zahlt an der Zapfsäule

Vor dem Krieg passierte rund ein Fünftel der globalen Ölversorgung diese schmale Wasserstraße. Auch Flüssiggas und Dünger aus der Golfregion nehmen diesen Weg. Die Blockade belastet die Weltwirtschaft massiv – und setzt US-Präsident Donald Trump innenpolitisch unter Druck.

In Deutschland schlägt das längst an der Tankstelle durch. Die Spritpreise verharren auf hohem Niveau, der Ruf nach einem Preisdeckel wird lauter. Aus Sicht unserer Redaktion kuriert eine solche Deckelung nur Symptome: Wer Energieversorgung jahrelang auf Hoffnung statt auf Sicherheit baut, zahlt in Krisen den Aufschlag. Großbanken halten bei weiterer Eskalation Brent-Preise von bis zu 120 Dollar für möglich.

Für Anleger bleibt die Lage unübersichtlich. Geopolitische Schocks dieser Größenordnung haben historisch stets jene Sachwerte gestützt, die keine Gegenpartei kennen – physisches Gold und Silber gehören als Beimischung in ein breit gestreutes Vermögen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen ab. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.

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