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24.05.2026
08:45 Uhr

Hormus-Deal in Sicht: Trump verkündet Durchbruch mit Teheran – Kritik aus eigenen Reihen

Hormus-Deal in Sicht: Trump verkündet Durchbruch mit Teheran – Kritik aus eigenen Reihen

Nach Wochen zäher Geheimdiplomatie und einer brüchigen Waffenruhe deutet sich zwischen Washington und Teheran ein bemerkenswerter Durchbruch an. US-Präsident Donald Trump verkündete am Samstag mit gewohnt großer Geste, ein Rahmenabkommen sei „weitgehend ausgehandelt“. Doch während im Weißen Haus bereits die Champagnerkorken bereitgestellt werden, mehren sich aus den eigenen republikanischen Reihen warnende Stimmen – und Teheran spielt sein eigenes Spiel.

Ein Memorandum, das es in sich hat

Nach Berichten des US-Portals Axios, das sich auf einen Regierungsvertreter beruft, sieht der Entwurf eines Memorandum of Understanding eine Verlängerung der seit Anfang April bestehenden fragilen Waffenruhe um weitere 60 Tage vor. Das Herzstück: Die strategisch entscheidende Straße von Hormus – jene Meerenge, durch die ein Großteil des weltweiten Öl- und Gashandels fließt – soll wieder für den internationalen Schiffsverkehr geöffnet werden. Der Iran würde sich verpflichten, die verlegten Minen zu räumen. Im Gegenzug lockern die Vereinigten Staaten ihre Hafenblockade und gewähren begrenzte Sanktionsausnahmen, damit iranisches Öl wieder auf die Weltmärkte fließen kann.

Auf seiner Plattform Truth Social ließ Trump verlauten, die letzten Details würden derzeit besprochen und in Kürze verkündet. Auch gegenüber CBS gab sich der Präsident demonstrativ siegesgewiss: Man sei einem Abschluss „ein großes Stück näher gekommen“.

Teheran widerspricht – die Souveränitätsfrage

Doch wer Trumps Triumph-Erzählung blind glaubt, könnte böse erwachen. Denn aus Teheran kommen Töne, die einen ganz anderen Ton anschlagen. Ein iranischer Militärsprecher stellte auf X klar, die Straße von Hormus werde „unter voller iranischer Verwaltung und Souveränität bleiben“. Die staatliche Nachrichtenagentur Fars legte nach: Eine geplante Erhöhung des Schiffsverkehrs bedeute keineswegs eine Rückkehr zur „freien Durchfahrt“. Trumps Darstellung sei „unvollständig“ und „entspreche nicht der Realität“.

Auch Präsident Massud Peseschkian gab sich betont reserviert: Man sei gesprächsbereit, doch die Erfahrungen aus früheren Verhandlungen mit Washington zwängen zu äußerster Vorsicht. Das Misstrauen gegenüber den USA, so scheint es, sitzt tief – und das auf beiden Seiten.

Atomprogramm: Die ewige Streitfrage

Der Entwurf enthält laut Axios die Zusage Teherans, „niemals Atomwaffen anzustreben“ – eine Formulierung, die jeder Geheimdienstanalyst mit gewissem Stirnrunzeln zur Kenntnis nehmen dürfte. Zudem soll der Iran bereit sein, über die Aussetzung seines Urananreicherungsprogramms sowie die Entfernung hoch angereicherten Urans zu verhandeln. Im Gegenzug stellt Washington eine schrittweise Aufhebung von Sanktionen und die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte in Aussicht – Milliardenbeträge, die in die Kassen des Mullah-Regimes fließen würden.

Heftiger Gegenwind aus der eigenen Partei

Es ist ausgerechnet die Republikanische Partei, in der sich Widerstand gegen den Trump-Kurs formiert. Senator Ted Cruz sprach auf X von tiefer Besorgnis: Sollte am Ende ein iranisches Regime stehen, das Milliarden erhalte, Uran anreichern könne und faktisch die Straße von Hormus kontrolliere, wäre dies ein „desaströser Fehler“.

Sein Amtskollege Roger Wicker aus Mississippi äußerte ähnliche Vorbehalte. Der angebliche 60-tägige Waffenstillstand – verbunden mit dem naiven Glauben, der Iran werde in gutem Glauben mitspielen – wäre eine Katastrophe. Alles, was militärisch erreicht worden sei, wäre umsonst gewesen, so Wicker.

Israels stiller Schock

In Jerusalem dürfte man die Entwicklung mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit und Wut verfolgen. Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz bezeichnete ein mögliches Abkommen auf X als „schweren Schlag“ für Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Dieser hatte stets auf eine harte militärische Linie gegenüber dem Regime in Teheran gesetzt – und sich zu Trumps Vorstoß bislang demonstrativ in Schweigen gehüllt.

Pakistan als unwahrscheinlicher Vermittler

Eine zentrale Rolle in der Diplomatie hinter den Kulissen spielt ausgerechnet Pakistan. Außenminister Ishaq Dar sprach von „bedeutenden Fortschritten“. Ministerpräsident Shehbaz Sharif gratulierte Trump gar zu dessen „außergewöhnlichen Bemühungen“ und hoffte, „sehr bald Gastgeber der nächsten Gesprächsrunde zu sein“. Reuters berichtet, Iran und Pakistan hätten Washington bereits einen überarbeiteten Vorschlag übermittelt. Ein pakistanischer Unterhändler brachte es jedoch nüchtern auf den Punkt: „Nichts ist vereinbart, solange nicht alles vereinbart ist.“

Was bedeutet das für die Märkte?

Eine Wiederöffnung der Straße von Hormus hätte unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte. Sinkende Ölpreise wären die wahrscheinliche Folge – zumindest kurzfristig. Doch wer geopolitische Geschichte studiert hat, weiß: Solche Abkommen mit dem Mullah-Regime haben in der Vergangenheit selten dauerhaft gehalten. Die Erinnerung an das Atomabkommen von 2015 und dessen kläglichen Niedergang ist noch frisch. Anleger tun gut daran, sich nicht von kurzfristiger Euphorie blenden zu lassen.

In Zeiten, in denen geopolitische Spannungen jederzeit neu aufflammen können – sei es im Nahen Osten, in der Ukraine oder anderswo – zeigt sich einmal mehr der Wert physischer Edelmetalle als Anker der Vermögenssicherung. Während Diplomaten Memoranden austauschen und Politiker auf X um die Deutungshoheit ringen, haben Gold und Silber über Jahrhunderte bewiesen, dass sie immun gegen die diplomatischen Volten und politischen Wendungen der jeweiligen Tagespolitik sind. Eine kluge Beimischung physischer Edelmetalle in ein breit gestreutes Portfolio bleibt daher gerade in solch unsicheren Zeiten ein bewährter Baustein.

Fazit: Triumph oder Trugbild?

Ob aus Trumps Ankündigung tatsächlich ein belastbares Abkommen wird, ist offen. Die zentralen Streitpunkte – die Souveränität über Hormus und die Zukunft des iranischen Atomprogramms – bleiben ungelöst. Trump präsentiert sich als Friedensstifter, während die Republikaner im Kongress vor einem strategischen Desaster warnen und Teheran die eigene Version der Wahrheit verbreitet. Die kommenden Stunden und Tage werden zeigen, ob hier ein historischer Durchbruch gelingt – oder ob am Ende nur eine weitere diplomatische Luftnummer bleibt, an deren Ende der Iran als der eigentliche Gewinner dasteht.

Hinweis: Der vorliegende Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die geäußerten Einschätzungen geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen wieder. Jede Anlageentscheidung sollte auf eigener gründlicher Recherche basieren. Für Verluste, die aus Entscheidungen auf Basis dieses Artikels resultieren, übernehmen wir keine Haftung.

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