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22.10.2026
14:07 Uhr
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Hacker im Rathaus: CDU-Wirtschaftsrat schlÀgt Cyber-Alarm!

Hacker im Rathaus: CDU-Wirtschaftsrat schlÀgt Cyber-Alarm!
Symbolbild: KI-generiert

Der Wirtschaftsrat der CDU fordert Bund und LĂ€nder auf, Deutschlands Kommunen endlich wirksam gegen Cyberangriffe zu schĂŒtzen. Das geht aus einem Positionspapier hervor, aus dem das Nachrichtenmagazin „Focus“ zitiert. Im November soll es an Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) gehen. Der Verband stellt damit eine unbequeme Frage: Was nĂŒtzt das schönste Online-Rathaus, wenn es beim ersten Hackerangriff zusammenbricht?

Digitalisierung ohne Sicherheitsnetz

Wirtschaftsrat-GeneralsekretĂ€r Wolfgang Steiger wird deutlich. Man dĂŒrfe nicht immer mehr Verwaltungsleistungen digitalisieren, ohne zugleich deren Sicherheit und VerfĂŒgbarkeit zu gewĂ€hrleisten, sagte er dem Magazin. Ein digitaler Staat mĂŒsse auch dann handlungsfĂ€hig bleiben, wenn seine IT unter Druck gerate.

Das klingt selbstverstĂ€ndlich. In der Praxis ist es das offenbar nicht. Seit Jahren treibt die Politik die Digitalisierung der Verwaltung voran. Ob die StĂ€dte und Gemeinden dafĂŒr genug Personal, Geld und Know-how haben, war dabei oft zweitrangig.

Was der Wirtschaftsrat konkret verlangt

Das Papier bleibt nicht bei Appellen. Es nennt mehrere handfeste Forderungen:

  • VerlĂ€ssliches Geld: Bund und LĂ€nder sollen ĂŒber mehrere Jahre Mittel fĂŒr Personal und Wartung bereitstellen.
  • Keine ungedeckten Schecks: Neue Pflichten dĂŒrften nicht ohne Finanzierung auf die Kommunen abgewĂ€lzt werden.
  • Sichere Backups: Wichtige Daten sollen so gesichert sein, dass sie sich nach einem Angriff wiederherstellen lassen.
  • NotfallĂŒbungen: RathĂ€user sollen regelmĂ€ĂŸig proben, wie sie ohne funktionierende Computer weiterarbeiten.

Vor allem der zweite Punkt sitzt. Das Prinzip „Wer bestellt, bezahlt“ wird in Berlin gern gepredigt und selten gelebt. Die Rechnung landet am Ende allzu oft bei den Kommunen und damit bei den BĂŒrgern vor Ort.

Die bitteren Lehren der Vergangenheit

Wie real die Gefahr ist, zeigt ein Blick zurĂŒck. Im Juli 2021 legten Erpresser mit Schadsoftware den Landkreis Anhalt-Bitterfeld lahm. Die Daten waren verschlĂŒsselt, die Backups Berichten zufolge defekt. Nach drei Tagen rief der Landrat den Katastrophenfall aus. Es war Deutschlands erste Cyberkatastrophe, und die Verwaltung brauchte Wochen bis Monate, um wieder normal zu arbeiten.

Im Oktober 2023 folgte der nĂ€chste Schlag. Ein Angriff auf den kommunalen Dienstleister SĂŒdwestfalen-IT traf dessen 72 Mitgliedskommunen und Medienberichten zufolge mehr als 50 weitere StĂ€dte und Kreise. Ein Forensik-Bericht soll spĂ€ter erhebliche VersĂ€umnisse offengelegt haben, darunter fehlende Updates und mangelhafte Netzwerksicherung.

Berlin: Passwörter im Word-Dokument

Und erst in diesem SpĂ€tsommer traf es die Hauptstadt. Laut Medienberichten hatten Angreifer vom 7. bis 14. August unbemerkt Zugriff auf zwei Berliner Senatsverwaltungen. Anfang September veröffentlichte die Gruppe Rhysida rund 1,44 Millionen Dateien im Darknet. Zugangsdaten sollen teils unverschlĂŒsselt in einer Datei namens „Passwort.docx“ gelegen haben. Die Auszahlung von Wohngeld an mehr als 50.000 Haushalte geriet in Gefahr. Mehr Weckruf geht kaum.

Cyberdome: Viel AnkĂŒndigung, wenig Schutz

Der Wirtschaftsrat drĂ€ngt Schwarz-Rot deshalb, bereits angestoßene Projekte zĂŒgig fertigzustellen. Gemeint sind „CyberGovSecure“, das die IT der Bundesverwaltung absichern soll, und der „Cyberdome“, ein FrĂŒhwarnsystem gegen Angriffe. Das Kabinett hatte das Konzept auf Initiative von Innenminister Alexander Dobrindt bereits im August 2025 in Auftrag gegeben. Das fertige Realisierungskonzept soll laut offiziellen Angaben aber erst bis Ende 2026 vorliegen.

Der trockenste Satz des Papiers ist zugleich der schĂ€rfste: Ein Beschluss sei noch keine flĂ€chendeckend verfĂŒgbare Schutzleistung. Bemerkenswert ist, wer das schreibt. Die Kritik kommt nicht von der Opposition, sondern aus dem eigenen Lager des Kanzlers. FĂŒr Friedrich Merz und Minister Wildberger ist das ein klarer Auftrag, denn Hackerbanden warten nicht auf Konzeptpapiere.

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