
Googles 40-Milliarden-Wette auf Anthropic: Das große KI-Karussell dreht sich immer schneller

Die Milliarden fließen in der KI-Branche derzeit so reichlich, dass selbst hartgesottene Wall-Street-Veteranen ins Staunen geraten. Google hat angekündigt, seine Beteiligung am KI-Unternehmen Anthropic massiv auszubauen – mit einer initialen Investition von zehn Milliarden US-Dollar bei einer Bewertung von schwindelerregenden 350 Milliarden Dollar. Werden bestimmte Leistungsziele erreicht, könnten weitere 30 Milliarden hinzukommen. Das gesamte Volumen dieses Deals dürfte sich somit auf bis zu 40 Milliarden Dollar belaufen.
Ein Deal mit vielen Facetten
Anthropic, gegründet im Jahr 2021 von ehemaligen OpenAI-Mitarbeitern – darunter die Geschwister Dario und Daniela Amodei – hat sich vor allem mit dem KI-Modell Claude einen Namen gemacht. Teil des frischen Abkommens sei, so wird berichtet, die Bereitstellung von satten fünf Gigawatt Rechenkapazität durch Google Cloud über die kommenden fünf Jahre. Weitere Kapazitäten könnten folgen. Zur Einordnung: Fünf Gigawatt entsprechen in etwa der Leistung mehrerer großer Kernkraftwerke. Wer angesichts solcher Zahlen noch glaubt, die Energiewende mit Windrädchen und Solarpaneelen stemmen zu können, hat den Schuss offenbar nicht gehört.
Amazon zieht parallel nach
Anfang derselben Woche hatte bereits Amazon weitere fünf Milliarden Dollar in Anthropic investiert – ebenfalls auf Basis der Bewertung von 350 Milliarden Dollar. Die Option auf eine zusätzliche Aufstockung um 20 Milliarden Dollar steht im Raum. Anthropic ist damit zum begehrten Spielball der Tech-Giganten geworden, während sich der Wettlauf um Rechenleistung weiter zuspitzt. Erst kürzlich hatte Meta mit Amazon einen milliardenschweren Vertrag über CPU-Chips abgeschlossen – die Schlacht um jede verfügbare Recheneinheit hat begonnen.
Googles Kalkül: Cloud-Geschäft und eigene Chips stärken
Für den Suchmaschinenriesen aus Mountain View bringt das Abkommen gleich mehrere strategische Vorteile. Zum einen wird die Nachfrage nach Google Cloud zementiert, zum anderen profitieren die hauseigenen TPU-Chips, die sich zunehmend als ernstzunehmende Alternative zu Nvidias dominanter KI-Chip-Architektur etablieren. Erst diese Woche stellte Google zwei neue Chips für das sogenannte agentische Zeitalter vor: Den TPU 8t für das Training von KI-Modellen und den TPU 8i für die anschließende Inferenz, also den Betrieb fertiger KI-Anwendungen. Der Angriff auf Nvidias Quasi-Monopol gewinnt damit an Schärfe.
Das große Zirkulargeschäft – ein „epischer Circle Jerk"?
Doch genau hier beginnen die kritischen Fragen. Beobachter rümpfen bereits seit längerem die Nase über die zunehmend zirkulären Finanzierungsstrukturen in der KI-Branche. Google investiert in Anthropic, Anthropic kauft Rechenkapazität bei Google. Amazon investiert in Anthropic, Anthropic nutzt AWS-Infrastruktur. Nvidia investiert in zahlreiche Firmen, die wiederum Nvidia-Chips kaufen. Die Hand wäscht die Hand – und dabei steigen die Bewertungen ins Astronomische. Anthropic, ein Unternehmen, das vor knapp vier Jahren aus dem Nichts entstanden ist, soll nun 350 Milliarden Dollar wert sein. Das ist mehr als die Marktkapitalisierung der Deutschen Telekom, BMW und Siemens zusammen. Wer hier nicht hellhörig wird, dürfte beim Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 ebenfalls überrascht gewesen sein.
Erinnerungen an vergangene Spekulationsblasen
Die Geschichte hat gezeigt, dass exzessive Bewertungen, befeuert durch zirkuläre Finanzströme und eine euphorische Anlegerstimmung, selten ein gutes Ende nehmen. Tulpenmanie, Dotcom-Blase, Subprime-Krise – die Muster wiederholen sich. Wenn ein einziges Unternehmen ohne nennenswerte schwarze Zahlen mit einer Bewertung gehandelt wird, die ganze Industriezweige in den Schatten stellt, ist Vorsicht geboten. Dass die großen Tech-Konzerne sich gegenseitig die Bilanzen aufpolieren, indem sie Geld im Kreis schieben, sollte jedem nüchternen Beobachter zu denken geben.
Was bedeutet das für den Anleger?
In Zeiten, in denen Konzerne mit zweifelhaften Geschäftsmodellen mit dreistelligen Milliardenbewertungen jongliert werden, gewinnen wertbeständige Anlageformen wieder an Bedeutung. Während sich die KI-Konzerne in einem immer absurderen Bewertungstanz wiegen, bleibt physisches Gold ein Anker der Stabilität – ohne Gegenparteirisiko, ohne zirkuläre Buchhaltungstricks und ohne abhängig von der nächsten Quartalspräsentation eines Tech-Giganten. Wer sich an die Dotcom-Blase erinnert, weiß: Wenn die Musik stoppt, wollen plötzlich alle gleichzeitig aussteigen. Eine breite Streuung des Vermögens unter Berücksichtigung physischer Edelmetalle gehört in solchen Phasen nicht zur konservativen Übervorsicht, sondern zum nüchternen Risikomanagement.
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