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Kettner Edelmetalle
07.07.2026
14:34 Uhr

Gold und Silber: Das große Zittern könnte enden – steht der nächste Ausbruch bevor?

Gold und Silber: Das große Zittern könnte enden – steht der nächste Ausbruch bevor?

Monatelang haben die Pessimisten gejubelt, die notorischen Edelmetall-Kritiker sich die Hände gerieben und die Papiergeld-Apologeten das angebliche Ende des Goldrausches ausgerufen. Doch nun mehren sich die Zeichen, dass der Ausverkauf bei Gold und Silber sein Ende gefunden haben könnte. Und wer die Geschichte des Geldes kennt, der weiß: Wenn die Herde in Panik verkauft, kaufen die klugen Köpfe längst wieder ein.

Von der Liquidation zur Bodenbildung

Zwar hat es der Goldpreis bislang nicht geschafft, die erste hartnäckige Widerstandsmarke oberhalb von 4.200 US-Dollar zu durchbrechen. Doch nach Einschätzung von Ole Hansen, dem Rohstoffstrategen der Saxo Bank, verschiebe sich das Marktumfeld gerade fundamental. Weg von der reinen Panik-Liquidation, hin zu einer nachhaltigen Bodenbildung, bei der die Edelmetalle wieder gezielt und selektiv eingesammelt würden. Mit anderen Worten: Das schwache Fleisch verlässt den Markt, die starken Hände greifen zu.

Die US-Notenbank als Zünglein an der Waage

Wie so oft entscheidet sich das Schicksal der Edelmetallpreise nicht auf irgendeinem Charttechnik-Diagramm, sondern in den klimatisierten Sitzungssälen der Zentralbanken. Der entscheidende Treiber für den nächsten großen Preissprung liege in der amerikanischen Geldpolitik. Noch preise der Markt eine Zinserhöhung der Fed für dieses Jahr ein – doch enttäuschende Arbeitsmarktdaten mit lediglich 57.000 neuen Stellen im Juni hätten die schärfsten Prognosen bereits ausgebremst.

Hinzu kommt: Der neue Fed-Chef Kevin Warsh signalisierte zuletzt nachlassende Inflationsrisiken. Hansen erklärte gegenüber Kitco News folgerichtig, er erwarte für dieses Jahr keine weitere Zinsanhebung mehr. Sinkende Energiepreise und schwindender Inflationsdruck entzögen einer restriktiven Geldpolitik schlicht die Grundlage.

Sobald sich diese Erkenntnis am Markt durchsetzt, dürfte ein schwächerer US-Dollar dem Goldpreis massiven Auftrieb verleihen.

Gold in der Reparaturphase

Trotz aller fundamentalen Aufhellung befinde sich Gold technisch noch in einer Art Reparaturphase und notiere weiterhin rund 26 Prozent unter seinem Januarhoch. Die Unterstützung unterhalb von 4.000 US-Dollar sei erfolgreich verteidigt worden – ein starkes Signal. Doch für eine echte Trendwende müsse das gelbe Metall zunächst die 200-Tage-Linie bei 4.485 US-Dollar sowie das wichtige Korrektur-Retracement bei 4.574 US-Dollar überwinden. Erst dann sei der Weg nach oben endgültig frei.

Silber – das Metall mit den starken Nerven

Ein ähnliches Bild zeichne sich beim Silber ab. Nach dem Stopp der jüngsten Verkaufswelle im mittleren 50-Dollar-Bereich vollzog das weiße Metall eine konstruktive Erholung über die 60-Dollar-Marke, bevor es bei 63,27 US-Dollar gedeckelt wurde. Silber vereine dabei zwei Welten: die makroökonomische Sensitivität von Gold und ein extrem enges fundamentales Umfeld aus mehrjährigen Angebotsdefiziten und stetig steigender industrieller Nachfrage.

Wegen der geringeren Marktgröße bleibe Silber für Momentum-Investoren hochinteressant – erfordere aber, so die Mahnung, wegen der starken Abhängigkeit von kurzfristigen Kapitalflüssen weiterhin gute Nerven bei plötzlichen Stimmungswechseln.

Was der kluge Sparer daraus lernt

Während die Politik in Berlin munter neue Schuldenberge auftürmt – man denke nur an das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen und die im Grundgesetz verankerte Klimaneutralität bis 2045 –, bleibt eine Frage bestehen: Womit sichert der deutsche Bürger sein hart erspartes Vermögen ab? Papiergeld verliert durch die absehbare Inflation Jahr für Jahr an Kaufkraft. Aktien und Fonds tanzen nach der Pfeife launischer Notenbanken. Gold und Silber hingegen haben über Jahrtausende bewiesen, dass sie eines nicht kennen: den Totalverlust durch politisches Missmanagement.

Die aktuelle Korrektur, so schmerzhaft sie für manche gewesen sein mag, könnte sich im Rückblick als das entpuppen, was sie oft ist – eine goldene Gelegenheit für jene, die einen kühlen Kopf bewahren. Physische Edelmetalle bleiben ein bewährter Anker im Sturm und eine sinnvolle Beimischung für jedes breit gestreute, krisenfeste Vermögensportfolio.

Wichtiger Hinweis

Haftungsausschluss: Die in diesem Beitrag dargestellten Informationen und Einschätzungen stellen keine Anlageberatung dar und geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Sie ersetzen keine individuelle, fachkundige Beratung. Der Erwerb von Wertpapieren, Rohstoffen und anderen Kapitalanlagen ist mit Risiken bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals verbunden. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig ausreichend zu recherchieren, und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Eine Haftung für Vermögensschäden oder für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird ausdrücklich ausgeschlossen.

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