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Kettner Edelmetalle
10.09.2026
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Gold-Bann gegen Sudan: Die Schweiz dreht den Kriegsherren den Hahn zu

Gold-Bann gegen Sudan: Die Schweiz dreht den Kriegsherren den Hahn zu
Symbolbild: KI-generiert

Die Schweiz macht Ernst: Seit Donnerstag sind Kauf, Einfuhr und Durchfuhr von Gold sudanesischer Herkunft verboten. Der Bundesrat beschloss die Verschärfung am Mittwoch in Bern, die entsprechende Verordnung trat bereits einen Tag später in Kraft. Damit zieht die Eidgenossenschaft mit den EU-Sanktionen vom 13. Juli gleich – und trifft eine der wichtigsten Geldquellen eines seit über drei Jahren tobenden Bürgerkriegs.

Nicht nur Gold – auch Chemikalien stehen auf der Liste

Untersagt sind neben dem Handel selbst auch damit verbundene Dienstleistungen und Finanzhilfen. Zusätzlich verbietet Bern die Lieferung bestimmter Güter, die zum Abbau und zur Extraktion von Gold benötigt werden – darunter Chemikalien. Die EU hatte im Juli konkret Quecksilber und Zyanid auf den Index gesetzt, dazu technische Hilfe, Vermittlungsdienste und Finanzgeschäfte.

Die Landesregierung zeigte sich „äusserst besorgt“ über die humanitäre Lage im Sudan, wo sich die sudanesische Armee (SAF) und die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) seit April 2023 bekämpfen. Nach Einschätzung der EU ist Gold für beide Konfliktparteien zu einer zentralen Einnahmequelle geworden.

70 Tonnen Gold – und ein gewaltiges schwarzes Loch

Die Zahlen sind bemerkenswert. Offiziellen sudanesischen Angaben zufolge stieg die Goldproduktion des Landes von rund 41,8 Tonnen im Jahr 2022 auf etwa 64 Tonnen 2024 – und für 2025 meldete das Bergbauministerium Medienberichten zufolge über 70 Tonnen, rund 13 Prozent mehr als geplant. Doch offiziell exportiert wurden davon Berichten zufolge keine 20 Tonnen.

Wo ist der Rest? Der Krieg produziert Gold – aber kaum Quittungen. Ein erheblicher Teil verschwindet nach Recherchen internationaler Organisationen über Schmuggelrouten, ein Großteil davon in Richtung Golfregion. Die Vereinigten Arabischen Emirate bezifferten ihre Goldimporte aus dem Sudan für 2024 auf rund 1,97 Milliarden US-Dollar.

Warum ausgerechnet die Schweiz der Schlüssel ist

Die Schweiz ist kein beliebiger Handelsplatz. Schätzungen zufolge wird ein erheblicher Teil des weltweit raffinierten Goldes in eidgenössischen Scheideanstalten verarbeitet. Wer den Schweizer Zugang schließt, kappt für „schmutziges“ Gold den kürzesten Weg in die legalen Lieferketten.

Bern integriert die Maßnahmen in die bestehende Sudan-Verordnung, mit der seit 2005 UN-Sanktionen und seit 2023 auch EU-Maßnahmen umgesetzt werden. Das Regime umfasst bereits ein Waffenembargo sowie Finanz- und Reisebeschränkungen gegen 36 Personen, Unternehmen und Organisationen. Zudem gelten seit Jahren Sorgfaltspflichten bei Edelmetallimporten, die den Handel mit Konfliktrohstoffen verhindern sollen.

Sanktionen mit Schlupflöchern

Ob der Bann wirkt, ist offen. Kritiker weisen darauf hin, dass Sanktionen im Goldgeschäft immer nur so stark seien wie ihr schwächstes Glied – und solange Drehscheiben außerhalb Europas den Stoff aufnehmen, dürfte sich der Strom eher verlagern als versiegen. Gold ist nun einmal das anonymste Wertaufbewahrungsmittel der Welt: dicht, klein, überall handelbar.

Genau das erklärt auch, warum das Metall in Krisenzeiten so gefragt ist. Die Notierungen bewegen sich derzeit auf historisch hohem Niveau – zuletzt notierten Gold-Futures bei rund 4.713 Dollar je Feinunze, Silber sprang auf über 75 Dollar. Für private Anleger folgt daraus vor allem eines: Herkunft und Zertifizierung zählen. Wer physische Edelmetalle als Beimischung zur Vermögenssicherung nutzt, sollte auf saubere, dokumentierte Lieferketten und etablierte Standards achten.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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