
Geldregen über Bolivien: Militärflieger mit Banknoten stürzt ab – Chaos und Plünderungen
Was klingt wie die Handlung eines schlechten Actionfilms, wurde am Freitag in Bolivien bittere Realität. Ein mit frisch gedruckten Geldscheinen beladenes Militärflugzeug der bolivianischen Luftwaffe kam bei der Landung auf dem Flughafen El Alto – westlich der Hauptstadt La Paz gelegen – von der Piste ab und stürzte ab. Mindestens 20 Menschen kamen ums Leben, mindestens 28 weitere wurden verletzt. Was danach geschah, offenbart ein erschreckendes Bild menschlicher Gier inmitten einer Katastrophe.
Trümmerfeld auf der Autobahn
Die Transportmaschine durchbrach offenbar die Begrenzung der Landebahn und raste in den angrenzenden Straßenverkehr. Mehrere Autos und Lastwagen wurden von Trümmerteilen schwer beschädigt. Ein Polizeisprecher erklärte vor Journalisten, es habe „etwa 20, vielleicht auch etwas mehr" Todesopfer gegeben. Die genaue Zahl dürfte in den kommenden Tagen noch steigen – Rettungskräfte waren am Abend noch im Einsatz.
El Alto, auf über 4.000 Metern Höhe gelegen, gilt als eine der höchstgelegenen Großstädte der Welt. Der dortige internationale Flughafen ist berüchtigt für seine anspruchsvollen Landebedingungen. Ob die extreme Höhenlage eine Rolle beim Unglück spielte, ist bislang nicht bekannt. Die bolivianische Luftfahrtbehörde Naabol hat Ermittlungen eingeleitet.
Tränengas gegen Plünderer – ein Land im Ausnahmezustand
Doch so tragisch der Absturz selbst war, so surreal muteten die Szenen an, die sich unmittelbar danach abspielten. Die Maschine hatte von der Zentralbank ausgegebene Banknoten transportiert – und diese verteilten sich über das gesamte Trümmerfeld. Fernsehbilder zeigten, wie Dutzende Anwohner herbeiströmten und versuchten, die verstreuten Scheine an sich zu nehmen. Die Polizei sah sich gezwungen, Tränengas einzusetzen, um die Menge zurückzudrängen. Zwölf Personen wurden wegen Plünderung festgenommen.
Das bolivianische Verteidigungsministerium beeilte sich klarzustellen, dass die transportierten Geldscheine noch nicht mit Seriennummern versehen gewesen seien. Sie hätten demnach „keinen gesetzlichen Wert und keinerlei Kaufkraft". Wer die Scheine aufsammele oder gar in Umlauf bringe, begehe eine Straftat. Man darf bezweifeln, ob diese Botschaft bei allen Beteiligten angekommen ist.
Ein Symptom tieferer Probleme
Bolivien kämpft seit Jahren mit einer schweren Wirtschaftskrise. Die Devisenreserven des Landes sind auf ein historisches Tief gefallen, die Inflation frisst die Kaufkraft der Bevölkerung auf. Dass Menschen inmitten eines Trümmerfeldes – umgeben von Toten und Verletzten – nach wertlosen Geldscheinen greifen, ist nicht nur ein Zeichen von Gesetzlosigkeit, sondern vor allem ein Symptom der verzweifelten wirtschaftlichen Lage, in der sich weite Teile der bolivianischen Bevölkerung befinden.
Der internationale Flughafen von El Alto wurde nach dem Unglück vorübergehend geschlossen. Wann der reguläre Betrieb wieder aufgenommen werden kann, blieb zunächst unklar.
Wenn Papiergeld buchstäblich vom Himmel fällt
Die Bilder aus Bolivien sind verstörend – und sie sind zugleich eine makabre Metapher. Während Zentralbanken weltweit die Druckerpressen auf Hochtouren laufen lassen und die Geldmenge immer weiter aufblähen, verliert das Papiergeld zunehmend an realem Wert. Was in El Alto auf der Straße lag, war im wahrsten Sinne des Wortes wertloses Papier. Doch auch die Scheine in unseren Geldbörsen verlieren durch die anhaltende Inflation stetig an Kaufkraft. Wer sein Vermögen langfristig schützen möchte, sollte über physische Edelmetalle wie Gold und Silber als bewährte Wertaufbewahrungsmittel nachdenken – sie haben im Gegensatz zu bedrucktem Papier seit Jahrtausenden ihren Wert behalten.

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