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Kettner Edelmetalle
18.02.2026
20:37 Uhr

Gedanken als Schlachtfeld: NATO erforscht systematische Beeinflussung ganzer Gesellschaften

Was klingt wie der Plot eines dystopischen Romans, ist offenbar längst Gegenstand strategischer Planung im westlichen Verteidigungsbündnis. Ein Forschungsbericht der NATO aus dem Dezember 2025 beschreibt unter dem Schlagwort „Cognitive Warfare" – zu Deutsch: mentale Kriegsführung – nichts Geringeres als den systematischen Wettbewerb um die Beeinflussung menschlicher Wahrnehmung, Orientierung und Entscheidungsfindung. Nicht Panzer, nicht Raketen, nicht Drohnen stehen im Mittelpunkt dieses Papiers, sondern der menschliche Geist selbst.

Der Kopf als neues Operationsgebiet

Der NATO-Bericht stützt sich auf Erkenntnisse aus Psychologie und Neurowissenschaft und beschreibt, wie Individuen und ganze Gesellschaften in ihren Entscheidungsprozessen gezielt beeinflusst werden könnten. Im Zentrum steht die sogenannte OODA-Schleife – ein Modell, das beschreibt, wie Menschen Informationen wahrnehmen, einordnen, daraus Entscheidungen ableiten und schließlich handeln. Wer diese Kette an der richtigen Stelle unterbricht oder manipuliert, so die Logik des Papiers, könne politische und gesellschaftliche Entwicklungen indirekt steuern.

Besonders brisant: Das im Bericht visualisierte „Hausmodell" erweitert diese Perspektive um eine strategische Dimension. An der Spitze steht das erklärte Ziel, die Entscheidungsarchitektur ganzer Gesellschaften ins Visier zu nehmen. Verunsicherung, Misstrauen, Polarisierung – all das sind laut dem Papier Effekte, die durch gezielte Einflussnahme ausgelöst werden können. Soziale Medien und Künstliche Intelligenz dienen dabei als Verstärker. Ein Ansatz, der weit über klassische Propaganda hinausgeht.

Russland als Feindbild – doch wer manipuliert wen?

Als praktisches Beispiel für kognitive Kriegsführung verweist der Bericht ausdrücklich auf Russland. Desinformationskampagnen und „widersprüchliche Narrative" bereits vor der Ukraine-Invasion 2022 werden angeführt. Russland und weitere, nicht näher benannte Akteure werden als „strategische Gegner" klassifiziert. So weit, so erwartbar.

Doch hier beginnt die eigentliche Brisanz. Denn wenn die NATO selbst systematisch erforscht, wie man Wahrnehmung und Denken ganzer Bevölkerungen beeinflussen kann – ist dann nicht der Bericht selbst ein Beleg dafür, dass genau diese Mechanismen auch im Westen Anwendung finden könnten? Oder bereits finden? Die Frage drängt sich geradezu auf, und sie ist alles andere als unbequem.

Wer die vergangenen Jahre Revue passieren lässt – von der Corona-Pandemie über den Ukraine-Krieg bis hin zu den aktuellen geopolitischen Verwerfungen –, der wird kaum leugnen können, dass auch westliche Regierungen und Institutionen massiv auf die öffentliche Meinungsbildung eingewirkt haben. Kritische Stimmen wurden nicht selten als „Desinformation" abgestempelt, alternative Sichtweisen marginalisiert. Die Grenze zwischen legitimer Aufklärung und gezielter Narrative-Steuerung verschwimmt dabei zunehmend.

„Gesamtgesellschaftliche Resilienz" – oder totale Durchdringung?

Der NATO-Bericht betont, dass kognitive Angriffe nicht nur das Militär beträfen, sondern die gesamte Gesellschaft – Kultur, Schulen, Sport. Zum Schutz sei eine enge Zusammenarbeit zwischen staatlichen Stellen und gesellschaftlichen Akteuren erforderlich. Das Zauberwort lautet „gesamtgesellschaftliche Resilienz". Ein Begriff, der spätestens seit Corona und dem Ukraine-Krieg zum sicherheitspolitischen Modewort avanciert ist.

Doch was bedeutet das konkret? Wenn der Staat sich anmaßt, die „kognitive Widerstandsfähigkeit" seiner Bürger zu stärken, wer entscheidet dann, was eine Bedrohung ist und was legitime Kritik? Wer definiert, welche Narrative „feindlich" sind und welche schlicht unbequeme Wahrheiten darstellen? Die Geschichte lehrt uns, dass Regierungen, die einmal die Instrumente zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung in der Hand halten, diese selten nur gegen äußere Feinde einsetzen.

„Wo bleibt die Demokratie, wenn der Staat lernt, Gedanken zu sichern?"

Diese Frage stellt die BSW-Außenpolitikerin Sevim Dagdelen, die den Bericht als „alarmierenden Beleg" für eine expansive Kriegsagenda der NATO wertet. Unter dem Deckmantel der Verteidigung werde der menschliche Geist zum Schlachtfeld erklärt, auf dem Wahrnehmungen, Verhalten und Entscheidungen mit KI, Deepfakes und Biotechnologien manipuliert werden sollten. Es handele sich um nichts anderes als eine moderne Form der psychologischen Kriegsführung, die nicht nur Soldaten, sondern ganze Gesellschaften ins Visier nehme.

Die permanente Reizüberflutung als Waffe

Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um die Mechanismen zu erkennen, die der Bericht beschreibt – denn wir alle erleben sie täglich. Die permanente Reizüberflutung durch Nachrichten und soziale Medien. Widersprüchliche Narrative, emotionale Trigger, zunehmende Polarisierung. Am Ende steht oft nicht Erkenntnis, sondern Resignation. Ein tiefer Vertrauensverlust in Institutionen, Medien und Politik. Und manchmal etwas noch Gefährlicheres: Gleichgültigkeit.

Dass die Idee der mentalen Beeinflussung keineswegs neu ist, räumt der NATO-Bericht selbst ein. Bereits der chinesische Stratege Sun Tzu beschrieb im 5. Jahrhundert vor Christus, dass der höchste Sieg darin bestehe, den Gegner geistig zu verwirren. Was sich geändert hat, sind lediglich die Mittel. Künstliche Intelligenz, algorithmisch gesteuerte Nachrichtenströme und die allgegenwärtige Vernetzung machen es heute einfacher denn je, Millionen von Menschen gleichzeitig zu erreichen – und zu beeinflussen.

Ein Weckruf für mündige Bürger

Für den deutschen Bürger sollte dieser NATO-Bericht ein Weckruf sein. Nicht etwa, weil russische Desinformation keine reale Bedrohung darstellte – das tut sie zweifellos. Sondern weil die Instrumente, die hier beschrieben werden, in beide Richtungen wirken. Wer heute „kognitive Überlegenheit" über den Gegner anstrebt, könnte morgen dieselben Methoden gegen die eigene Bevölkerung einsetzen. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre – von der teils fragwürdigen Informationspolitik während der Pandemie bis hin zur einseitigen Berichterstattung über geopolitische Konflikte – nähren diesen Verdacht.

In einer Zeit, in der die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen durchgesetzt hat und die Verteidigungsausgaben massiv steigen, stellt sich die Frage, wie viel dieses Geldes auch in die „kognitive Dimension" der Kriegsführung fließen wird. Und ob der deutsche Steuerzahler am Ende nicht nur für Panzer und Munition aufkommt, sondern auch für die systematische Beeinflussung seiner eigenen Wahrnehmung.

Die Antwort auf kognitive Kriegsführung kann nicht in mehr staatlicher Kontrolle über den öffentlichen Diskurs liegen. Sie muss in einer Stärkung der individuellen Urteilsfähigkeit bestehen – durch bessere Bildung, durch echten Pluralismus in der Medienlandschaft und durch eine Politik, die ihren Bürgern vertraut, statt sie zu lenken. Doch genau daran hapert es in Deutschland seit Jahren gewaltig.

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