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27.06.2026
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Gauck und das Wort von den „Zumutungen“: Wenn der Altbundespräsident das Volk zur Räson rufen will

Gauck und das Wort von den „Zumutungen“: Wenn der Altbundespräsident das Volk zur Räson rufen will

Es gibt Sätze, die offenbaren mehr über das Selbstverständnis einer politischen Klasse, als tausend Sonntagsreden es je könnten. Joachim Gauck, der ehemalige Bundespräsident, hat einen solchen Satz gesprochen. In einem Interview mit der Welt am Sonntag fordert er von der politischen Führung eine härtere Gangart – nicht etwa, um den Menschen zu dienen, sondern um ihnen klarzumachen, warum sie die nötigen „Zumutungen“ gefälligst zu akzeptieren hätten.

„Zumutungen akzeptieren“ – die Sprache der Bevormundung

Man lasse sich diese Wortwahl auf der Zunge zergehen. Nicht der Bürger steht im Zentrum, sondern die „Reform“ – und der Bürger hat sich ihr zu beugen. „Wir brauchen eine politische Führung, die die Kraft aufbringt, der Bevölkerung zu erklären, warum wir diese Zumutungen akzeptieren müssen“, so Gauck wörtlich. Es ist die altbekannte Logik einer Elite, die das Volk weniger als Souverän denn als störendes Hindernis auf dem Weg zur „richtigen“ Politik begreift.

„Krisenszenarien beschreiben können wir hervorragend. Jetzt muss gehandelt werden“, bilanziert Gauck.

Immerhin: In einem Punkt hat der Altbundespräsident nicht ganz unrecht. Das „administrative Vor-sich-hin-Regieren“, das er anprangert, dieses ängstliche Verwalten des Stillstands, hat das Vertrauen in die handelnden Politiker tatsächlich zerrüttet. Doch die Schlussfolgerung daraus könnte gegensätzlicher kaum sein.

Erst das Land, dann die Partei – ein hehrer Anspruch

Gauck appelliert an eine Politik, in der „erst das Land, dann die Partei“ komme. Eine Haltung, der man schwerlich widersprechen kann. Doch wie glaubwürdig ist dieser Appell aus dem Munde eines Mannes, der vor wenigen Wochen noch ganz andere Töne anschlug?

Denn derselbe Gauck, der nun den „fehlenden Realismus junger Politiker“ beklagt, warb noch unlängst dafür, die Union solle notfalls mit der Linkspartei koalieren – jener Partei, die er als „relevanten Faktor“ durch den Zustrom junger Menschen bezeichnete. Eine „große Koalition aller Gegner der AfD“ schwebte ihm vor, und sollte diese ohne die Linke nicht zustande kommen, müsse die Union eben „diese Kröte im Ernstfall schlucken“.

Die selektive Sorge um den Realismus

Hier offenbart sich die eigentliche Schieflage. Während Gauck dem Bürger predigt, er müsse „Zumutungen akzeptieren“, und während er jungen Politikern „visionäre Ideale“ und mangelnden Pragmatismus vorhält, scheint sein eigener Realismus an genau jener Stelle zu enden, wo es um die Ausgrenzung missliebiger politischer Konkurrenz geht. Die größte Gefahr, so der Altbundespräsident, drohe von „Rechts-außen-Typen unterschiedlicher Verfassungsfeindlichkeit“.

Man fragt sich unweigerlich: Ist es Realismus, Millionen von Wählern pauschal zu diffamieren? Ist es im Sinne des Landes, das Gauck so beschwört, eine zusammengewürfelte Verhinderungskoalition unter Einschluss der SED-Nachfolger zu schmieden? Oder geht es am Ende doch nur darum, den bestehenden Machtblock gegen jede Veränderung abzuschirmen?

Wenn die Wirtschaft wegbricht

Gaucks düstere Prognose, dass man sich „den Sozialstaat in der heutigen Form nicht mehr leisten“ könne, wenn die Wirtschaft wegbreche, trifft ins Schwarze – nur nicht so, wie er es meint. Denn wer hat diese Wirtschaft denn an den Rand gebracht? Es war jahrelange ideologiegetriebene Politik, ausufernde Bürokratie und ein Energiekurs, der den Mittelstand zermürbt hat. Die „Zumutungen“, von denen Gauck spricht, sind in Wahrheit oft die Folgen politischen Versagens, die nun dem Bürger aufgebürdet werden sollen.

Die deutsche Wirtschaft schwächelt, die Inflation frisst Ersparnisse, und ein 500-Milliarden-Euro-Schuldenpaket verpflichtet künftige Generationen zu Zinslasten, die durch Steuern und Abgaben finanziert werden müssen. In genau diesem Umfeld erscheint es kühn, dem Bürger weitere Opfer abzuverlangen, ohne erst einmal die eigenen Fehler zu benennen.

Ein Plädoyer für die Selbstvorsorge

Was bleibt dem Bürger, dem von oben herab „Zumutungen“ verordnet werden, der zugleich die Kaufkraft seines Ersparten schwinden sieht? Die Antwort heißt: Selbstverantwortung. Wer sein Vermögen nicht der Willkür politischer Entscheidungen und einer schleichenden Geldentwertung überlassen will, der tut gut daran, auf bewährte Werte zu setzen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg ihre Funktion als Wertspeicher bewiesen – unabhängig von politischen Moden und den Launen jener, die meinen, das Volk müsse Zumutungen einfach hinnehmen. Als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen bieten sie einen Schutz, den kein Politiker per Dekret entwerten kann.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Wir betreiben keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich eigenständig zu informieren und seine Entscheidungen in eigener Verantwortung zu treffen. Für Anlageentscheidungen und deren Folgen übernehmen wir keine Haftung.

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