
Fratzscher fordert blindes Vertrauen: Kritik an der Politik sei kontraproduktiv

Es ist schon bemerkenswert, mit welcher Chuzpe manche Ökonomen die wirtschaftliche Misere Deutschlands zu erklären versuchen. Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), hat nun in einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel eine geradezu abenteuerliche These aufgestellt: Nicht etwa die verfehlte Wirtschaftspolitik der vergangenen Jahre sei schuld an der deutschen Wirtschaftskrise, sondern das mangelnde Vertrauen der Bürger und Unternehmen. Man reibt sich verwundert die Augen.
Die Umkehrung von Ursache und Wirkung
Fratzscher identifiziert das fehlende Vertrauen als „das zentrale wirtschaftliche Problem und die größte Hürde für Transformation, Erneuerung und künftigen Wohlstand". Seine Lösung klingt dabei so simpel wie weltfremd: Die Deutschen müssten einfach wieder mehr Vertrauen haben, dann würde sich die Wirtschaft schon erholen. Dass Vertrauen jedoch keine Einbahnstraße ist und von der Politik erst einmal verdient werden muss, scheint dem DIW-Chef nicht in den Sinn zu kommen.
Besonders pikant ist seine Warnung, es sei „kontraproduktiv, pauschal die Politik zu kritisieren und verantwortlich zu machen". Eine bemerkenswerte Aussage, die an Zeiten erinnert, in denen Kritik an der Obrigkeit grundsätzlich unerwünscht war. Dabei liegt die Verantwortung für explodierende Energiepreise, erdrückende Bürokratie und eine Steuerlast, die Unternehmen in Scharen aus dem Land treibt, doch eindeutig bei den politischen Entscheidungsträgern.
Die Automobilindustrie als Sündenbock
Statt die politischen Rahmenbedingungen zu hinterfragen, macht Fratzscher lieber die deutsche Automobilindustrie für ihre eigene Misere verantwortlich. Die Branche habe die Elektromobilität „verschlafen" und sich zu abhängig von China gemacht. Was der Ökonom dabei geflissentlich verschweigt: Die Elektromobilität ist auch nach Jahren massiver staatlicher Subventionen und politischen Drucks noch immer nicht marktfähig. Die Verbraucher kaufen diese Fahrzeuge schlicht nicht freiwillig in ausreichender Zahl.
Die wahren Gründe für die Krise der deutschen Industrie – astronomische Strompreise, die zu den höchsten weltweit gehören, eine Bürokratie, die jeden Unternehmer zur Verzweiflung treibt, und eine Steuerlast, die international ihresgleichen sucht – werden von Fratzscher bestenfalls am Rande erwähnt.
Umverteilung als Allheilmittel
Wenig überraschend präsentiert der DIW-Chef auch gleich seine Lieblingsrezepte zur Lösung der Krise: höhere Steuern auf große Vermögen und eine Entlastung niedriger und mittlerer Einkommen. Die klassische linke Umverteilungsrhetorik, die noch nie ein Land aus einer Wirtschaftskrise geführt hat. Zusätzlich fordert er eine längere Lebensarbeitszeit, einen späteren Renteneintritt und eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen und Migranten.
Für die kommenden Jahre malt Fratzscher ein düsteres Bild und warnt vor „womöglich fünf bis zehn mageren Jahren". Den prognostizierten Mini-Aufschwung von einem Prozent für 2026 sieht er als rein staatlich getrieben – ein Eingeständnis, dass die Wirtschaft aus eigener Kraft nicht mehr wachsen kann.
Vertrauen muss verdient werden
Was Fratzscher offenbar nicht begreift: Vertrauen ist keine Ressource, die man per Dekret verordnen kann. Vertrauen entsteht durch verlässliches Handeln, durch Planungssicherheit und durch eine Politik, die die Interessen der eigenen Bürger und Unternehmen in den Vordergrund stellt. Genau das hat die deutsche Politik in den vergangenen Jahren jedoch systematisch vermissen lassen.
Wenn Unternehmen nicht investieren und Bürger ihr Geld lieber sparen, dann ist das keine irrationale Vertrauenskrise, sondern eine völlig rationale Reaktion auf eine Politik, die Wohlstand vernichtet statt ihn zu mehren. Die Forderung, man solle die Politik nicht kritisieren, ist dabei nicht nur demokratietheoretisch bedenklich, sondern auch ökonomisch unsinnig. Denn nur durch offene Kritik können Fehlentwicklungen korrigiert werden.
In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit suchen viele Anleger nach stabilen Werten. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher bewährt und können eine sinnvolle Ergänzung eines breit gestreuten Anlageportfolios darstellen – gerade wenn das Vertrauen in politische Institutionen und Papierwährungen schwindet.
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