
Feuer an Bord: Frachter in der StraĂźe von Hormus getroffen!

Ein Schiff ist in der Nacht zum Sonntag in der Straße von Hormus von einem Geschoss getroffen worden. Das britische Seesicherheitszentrum UKMTO meldete einen Brand an Bord, örtliche Behörden hätten bei der Evakuierung der Besatzung geholfen. Wer geschossen hat, ist bislang unklar.
Es ist der jüngste Vorfall in einer Meerenge, die längst zum gefährlichsten Nadelöhr der Weltwirtschaft geworden ist. Und ein Ende des Krieges ist nicht in Sicht.
Teheran mauert: "Verhandlungen zwecklos"
Direkte Gespräche zwischen Washington und Teheran? Fehlanzeige. Ebrahim Azizi, Chef des nationalen Sicherheitsausschusses im iranischen Parlament, ließ über X wissen, es gebe keine Verhandlungen – solange die Bedingungen des Iran nicht erfüllt seien, seien Gespräche sinnlos.
Auch Präsident Masud Peseschkian gab sich beim BRICS-Gipfel in Neu-Delhi kämpferisch. Sein Land habe sich gegen Israel und die USA behauptet und werde nicht kapitulieren.
"Da wir Wahrheit und Gerechtigkeit suchen, werden wir uns vor ĂĽberheblicher Schikane nicht beugen."
US-Präsident Donald Trump wiederum verteidigte sein militärisches Vorgehen. Hätte Washington nicht zugeschlagen, so seine Darstellung, hätte der Iran Israel und den Nahen Osten ausgelöscht und amerikanische Städte angegriffen. Er würde, sagte er am Donnerstag, exakt dasselbe wieder tun.
Blockade, Tanker in Flammen, Drohnen ĂĽber Saudi-Arabien
Die Zahlen aus dem Kriegsgebiet sind drastisch. Das US-Zentralkommando CENTCOM erklärte, in der Vorwoche zehn iranische Tanker zerstört zu haben. Seit Wiederaufnahme der Seeblockade vor 60 Tagen seien 100 Handelsschiffe umgeleitet worden – kein einziges Schiff habe die Blockade ohne Erlaubnis amerikanischer Streitkräfte passiert.
Seit Beginn des Krieges am 28. Februar ist der Verkehr durch die Meerenge auf ein Rinnsal geschrumpft. Seeleute sitzen wochen-, teils monatelang fest. Normalerweise passiert hier rund ein FĂĽnftel des weltweit gehandelten Ă–ls.
Selbst der Ausweichweg wackelt: Saudi-Arabien musste seine Ost-West-Pipeline nach eigenen Angaben vorsorglich abschalten, nachdem Drohnen aus dem Irak Anlagen in den Regionen Riad und Medina getroffen und Brände ausgelöst hatten. Mehrere Menschen wurden verletzt.
Öl über 100 Dollar – und Deutschland zahlt mit
Der Preis für ein Fass Brent schloss am Freitag 2,8 Prozent tiefer bei 104,61 Dollar, WTI bei 100,05 Dollar. Auf Wochensicht blieb ein kräftiges Plus, am Donnerstag hatte Brent rund 108 Dollar erreicht. Trump prognostizierte am Samstag, der Krieg dürfte kurz nach den Midterms im November enden – und dann werde der Ölpreis "einstürzen".
Für deutsche Verbraucher ist das kein fernes Drama. Jeder Dollar mehr beim Rohöl landet an der Zapfsäule, in der Heizkostenabrechnung, in den Frachtraten – und damit in der Inflation. Eine Industrie, die ohnehin unter hohen Energiepreisen und Bürokratie ächzt, kann Ölschocks am allerwenigsten gebrauchen.
Immerhin ein diplomatischer Lichtblick: Vertreter des Iran und der Golfstaaten wollten sich Berichten zufolge am Montag in Maskat treffen, um ein Abkommen ĂĽber eine iranisch-omanische Schifffahrtsroute durch die Meerenge zu unterzeichnen.
Krisen wie diese führen vor Augen, wie verletzlich globale Lieferketten sind. Physische Edelmetalle können in einem breit gestreuten Vermögen als krisenfeste Beimischung dienen – unabhängig von Tankerrouten und Kriegsverläufen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschlieĂźlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst umfassend informieren.
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