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17.01.2026
05:12 Uhr

Fernabschaltung der Standheizung: Toyota-Konzern lässt über 100.000 Autobesitzer im Kalten stehen

Fernabschaltung der Standheizung: Toyota-Konzern lässt über 100.000 Autobesitzer im Kalten stehen

Was sich anhört wie ein dystopischer Albtraum aus der Welt der vernetzten Mobilität, ist für Tausende deutsche Autofahrer bittere Realität geworden: Der japanische Automobilriese Toyota hat bei seinen Marken Toyota und Lexus die Vorklimatisierungsfunktion per Fernzugriff deaktiviert – ohne Vorwarnung, ohne Entschädigung und mitten im Winter. Ein Vorgang, der fundamentale Fragen über Eigentumsrechte im digitalen Zeitalter aufwirft.

Ein böses Erwachen für Berliner Lexus-Fahrer

Stephan P., ein 44-jähriger Berliner, erlebte am 8. Dezember um 7.12 Uhr morgens einen Schock, als er seine Fahrzeug-App öffnete. Die lapidare Nachricht der Lexus-Kundenbetreuung teilte ihm mit, dass der Zugriff auf die Standklimatisierung seines Fahrzeugs „per Fernzugriff" ab sofort eingestellt worden sei. Als Begründung wurde die „derzeitige Rechtslage" angeführt. Punkt. Keine Diskussion, keine Alternative, keine Entschuldigung.

Der Berliner ist dabei nur einer von unzähligen Betroffenen. In einschlägigen Internetforen brodelt es vor Enttäuschung und blankem Unverständnis. Allein im Jahr 2025 hat der Toyota-Konzern über 100.000 Fahrzeuge in Deutschland verkauft – der überwiegende Teil davon ist von der Abschaltung betroffen. Doch auch ältere Baujahre wurden nicht verschont.

Die fadenscheinige Begründung des Konzerns

Toyota-Sprecher Ralph Müller bestätigte die Maßnahme gegenüber der Presse und lieferte eine Erklärung, die bei näherer Betrachtung mehr Fragen aufwirft als sie beantwortet. Bei Fahrzeugen mit konventionellem Antrieb funktioniere die Vorklimatisierung nur bei laufendem Verbrennungsmotor. Der Gesetzgeber werte dies als „unnötiges Laufenlassen des Motors" beziehungsweise als „vermeidbare Abgasbelästigung", was verboten sei.

„Um den Fahrzeugnutzer vor Bußgeldern zu schützen, haben wir die Funktion bei diesen Fahrzeugen deaktiviert."

Eine bemerkenswerte Argumentation: Der Konzern maßt sich an, seine Kunden vor sich selbst zu schützen – indem er ihnen eine bezahlte Funktion entzieht. Dass in Europa keine einheitliche Rechtslage existiert und die Funktion in vielen Ländern völlig legal nutzbar wäre, scheint dabei keine Rolle zu spielen.

Der feine Unterschied zwischen Vorklimatisierung und Standheizung

Technisch betrachtet handelt es sich bei der abgeschalteten Funktion um eine Vorklimatisierung, die bei Vollhybriden über den Verbrennungsmotor realisiert wird. Bei Plug-in-Hybriden und reinen Elektrofahrzeugen übernimmt diese Aufgabe die Hochvoltbatterie – hier bleibt die Funktion erhalten. Eine klassische Standheizung hingegen ist eine eigenständige Baugruppe und arbeitet unabhängig vom Fahrzeugmotor.

Keine Kulanz, keine Entschädigung – nur ein Besen

Besonders bitter für die betroffenen Kunden: Toyota sieht keinerlei Anspruchsgrundlage für Kompensationen. In den Nutzungsbedingungen der App werde darauf hingewiesen, dass einzelne kostenfreie Funktionen eingestellt werden könnten. Davon habe man nun Gebrauch gemacht, so der Konzern lapidar.

Die vorgeschlagene Alternative klingt wie blanker Hohn: Die Nachrüstung einer herkömmlichen Standheizung. Diese bringe zwar zehn Kilogramm Mehrgewicht ins Fahrzeug und verfüge über keine so aufwendige Abgasreinigung wie moderne Kraftfahrzeuge – wäre aber erlaubt. Die Kosten für eine solche Nachrüstung, die schnell mehrere hundert Euro betragen können, sollen die Kunden selbstverständlich selbst tragen.

Stephan P. bat den Hersteller um Kulanz, eine günstige Standheizungs-Nachrüstung oder wenigstens eine Service-Gutschrift. Die Antwort eines Lexus-Verkaufsberaters per Mail war ernüchternd: Der Hersteller sehe „keine Anspruchsgrundlage für Sachmangelhaftungsansprüche oder sonstige Kompensationen". Der Berliner, der seinen Lexus LBX eigentlich als „das beste Stadtauto" lobt, das er jemals besessen habe, hat sich nun einen Besen gekauft, um sein Fahrzeug morgens von Schnee und Eis zu befreien.

Ein Symptom einer größeren Entwicklung

Dieser Vorfall ist symptomatisch für eine besorgniserregende Entwicklung in der modernen Automobilindustrie. Immer mehr Funktionen werden über Software gesteuert und können vom Hersteller jederzeit per Fernzugriff verändert oder abgeschaltet werden. Was heute die Standheizung ist, könnte morgen die Sitzheizung, das Navigationssystem oder andere Komfortfunktionen sein.

Die Frage, die sich hier stellt, ist fundamental: Wem gehört eigentlich das Auto, das man für viel Geld erworben hat? Wenn der Hersteller jederzeit Funktionen deaktivieren kann, ohne dass der Eigentümer ein Mitspracherecht hat, dann verschwimmen die Grenzen zwischen Eigentum und bloßer Nutzungslizenz gefährlich.

Dass ausgerechnet Umweltargumente als Begründung für diese Maßnahme herhalten müssen, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Während die Politik immer neue Regulierungen und Verbote erlässt, die das Leben der Bürger einschränken, nutzen Konzerne diese Entwicklung offenbar als willkommenen Vorwand, um Kosten zu sparen und Verantwortung abzuwälzen. Die Zeche zahlt am Ende der Kunde – in diesem Fall buchstäblich im Kalten stehend.

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