
Familienministerin Prien will Ehegattensplitting abschaffen â Unionsinterne Revolte bahnt sich an

Man reibt sich verwundert die Augen: Eine CDU-Ministerin, die an den Grundfesten der traditionellen Familienpolitik rĂŒttelt? Bundesfamilienministerin Karin Prien hat mit ihrem VorstoĂ zur Abschaffung des Ehegattensplittings einen veritablen Sturm innerhalb der eigenen Partei entfacht. Was einst als unantastbares Heiligtum konservativer Steuerpolitik galt, soll nun offenbar auf dem Altar einer fragwĂŒrdigen Gleichstellungsideologie geopfert werden.
Ein Angriff auf die Ehe â getarnt als Modernisierung
GegenĂŒber den Zeitungen der Funke Mediengruppe erklĂ€rte Prien, es wĂ€re âviel gewonnen", wenn man die Steuerklassen 3 und 5 abschaffen wĂŒrde. Dies mache es fĂŒr Frauen attraktiver, mehr zu arbeiten. In ihrer Partei gebe es viele, die eine âWeiterentwicklung" des Ehegattensplittings befĂŒrworteten. Doch hinter dem harmlosen Wort âWeiterentwicklung" verbirgt sich nichts anderes als eine massive Steuererhöhung fĂŒr Millionen deutscher Ehepaare. Denn das Splitting ist kein Steuerprivileg, sondern die verfassungsrechtlich gebotene Anerkennung der Ehe als wirtschaftliche Gemeinschaft â ein Unterschied, den Frau Prien offenbar nicht wahrhaben möchte.
Besonders pikant: Die Ministerin sprach sich zudem dafĂŒr aus, dass MĂ€nner sich mehr an sogenannter âSorgearbeit" beteiligen sollten. Man mĂŒsse in Schulen und in der Gesellschaft mehr darĂŒber reden, âwie man das Zusammenleben in Partnerschaften aushandelt". Seit wann ist es Aufgabe des Staates, Ehepaaren vorzuschreiben, wie sie ihre private Lebensgestaltung organisieren? Dieser latent bevormundende Gestus erinnert fatal an jene grĂŒnlinke Umerziehungsphantasien, die man eigentlich eher bei den ehemaligen Koalitionspartnern der Ampel verortet hĂ€tte â nicht bei einer CDU-Ministerin.
Scharfer Gegenwind aus den eigenen Reihen
Die Reaktionen lieĂen nicht lange auf sich warten. Gordon Schnieder, CDU-Vorsitzender in Rheinland-Pfalz, wo in wenigen Wochen eine Landtagswahl ansteht, stellte unmissverstĂ€ndlich klar: âMehr Belastungen fĂŒr Ehepaare wird es mit der CDU nicht geben." Familien seien das Fundament der Gesellschaft und mĂŒssten gestĂ€rkt, nicht stĂ€rker belastet werden. Das Ehegattensplitting schreibe niemandem vor, wie man zu leben habe â es gebe Familien vielmehr die nötige Gestaltungsfreiheit.
Noch deutlicher wurde Klaus Holetschek, CSU-Fraktionschef im Bayerischen Landtag. Er könne dem Vorschlag âehrlich gesagt gar nichts" abgewinnen. Die Abschaffung des Splittings bedeute schlicht, Familien höher zu besteuern â âund das in einer Zeit, in der die Menschen ohnehin schauen mĂŒssen, wie sie ĂŒber die Runden kommen." Holetschek verwies zudem auf die verfassungsrechtliche Grundlage: Das Splitting sei kein Geschenk des Staates, sondern berĂŒcksichtige die Ehe als wirtschaftliche Gemeinschaft. Eine EinschĂ€tzung, die das Bundesverfassungsgericht in seiner Rechtsprechung wiederholt bestĂ€tigt hat.
SPD wittert Morgenluft â und das sollte zu denken geben
WĂ€hrend es in der Union brodelt, reibt sich die SPD genĂŒsslich die HĂ€nde. âNur Mut, liebe Union â das geht in die richtige Richtung und wir Sozialdemokraten wĂ€ren dabei", frohlockte Ralf Stegner. Auch die SPD-Politikerin Serpil Midyatli forderte âunverzĂŒglich einen Vorschlag" und bot die UnterstĂŒtzung der Koalitionspartnerin an. Wenn die SPD einen Vorschlag aus der CDU enthusiastisch begrĂŒĂt, sollten bei jedem konservativen WĂ€hler sĂ€mtliche Alarmglocken schrillen. Die Frauengruppe der SPD forderte bereits 2023 die Abschaffung des Ehegattensplittings â dass nun ausgerechnet eine CDU-Ministerin den Sozialdemokraten diese Steilvorlage liefert, grenzt an politische SelbstverstĂŒmmelung.
Ein Muster, das sich wiederholt
Der Vorgang reiht sich ein in ein besorgniserregendes Muster. Unter Bundeskanzler Friedrich Merz, der einst mit dem Versprechen angetreten war, keine neuen Schulden zu machen, wurde bereits ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen beschlossen, das kommende Generationen mit Zinszahlungen belasten wird. Nun droht mit der Abschaffung des Ehegattensplittings der nĂ€chste Angriff auf den Geldbeutel der hart arbeitenden Mitte. Man fragt sich unwillkĂŒrlich: Was genau unterscheidet diese CDU eigentlich noch von jenen Parteien links der Mitte, gegen die sie angeblich antritt?
Das Ehegattensplitting ist nicht irgendein steuerpolitisches Detail. Es ist Ausdruck eines Gesellschaftsbildes, das die Ehe als schĂŒtzenswerte Institution begreift â verankert in Artikel 6 Absatz 1 des Grundgesetzes. Wer daran rĂŒttelt, rĂŒttelt an den Fundamenten einer Ordnung, die Deutschland ĂŒber Jahrzehnte StabilitĂ€t und Wohlstand beschert hat. Dass ausgerechnet eine Bundesfamilienministerin der CDU diesen Weg einschlĂ€gt, ist nicht nur ein politischer Fehltritt â es ist ein Verrat an den eigenen WĂ€hlern, die von einer konservativen Partei erwarten dĂŒrfen, dass sie traditionelle Werte wie Familie und Ehe verteidigt, statt sie dem Zeitgeist zu opfern.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Priens VorstoĂ ein Einzelfall bleibt oder ob sich die CDU tatsĂ€chlich auf den Weg macht, eines der letzten verbliebenen Instrumente konservativer Familienpolitik zu schleifen. Die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz dĂŒrfte dabei als erster Stimmungstest dienen. Eines steht fest: Die deutschen Familien haben Besseres verdient als eine Politik, die ihnen unter dem Deckmantel der Gleichstellung immer tiefer in die Tasche greift.

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