
Fake-News aus dem Gebührenfernsehen: ZDF zeigt KI-generiertes Video im Heute Journal – und merkt es nicht einmal

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ausgerechnet das ZDF, jener Sender, der sich als Bollwerk gegen Desinformation inszeniert, hat in seiner Flaggschiff-Sendung Heute Journal ein mit künstlicher Intelligenz erstelltes Video gezeigt – ohne es als solches zu kennzeichnen. Und das Beste daran? Moderatorin Dunja Hayali warnte in der Anmoderation desselben Beitrags noch höchstpersönlich vor gefälschten Clips in sozialen Netzwerken. Die Ironie könnte kaum bitterer sein.
Tränendrüse statt Faktencheck
Der Beitrag, der am Sonntagabend über die Bildschirme flimmerte, widmete sich den Einsätzen der US-amerikanischen Abschiebebehörde ICE in New York. Das ZDF wollte offenbar ein möglichst emotionales Bild zeichnen – „Kinder in Angst vor Abschiebung" lautete die Stoßrichtung. Zur dramatischen Untermalung zeigte der Sender einen Videoclip, in dem eine mutmaßliche Mutter von zwei ICE-Beamten abgeführt wird, während verzweifelte Kinder versuchen, sich dagegen zu stemmen. Weinende Kinderstimmen untermalten die Szene. Ein Bild, das ans Herz greifen sollte. Ein Bild, das nicht real war.
Denn der Clip wurde mit OpenAIs Videogenerierungstool Sora erstellt – was sogar durch ein deutlich sichtbares Wasserzeichen im Video erkennbar gewesen wäre. Hätte man nur hingeschaut. Während die Sprecherin im Off die Worte „Sie führen Eltern vor den Augen ihrer Kinder ab" sprach, prangte das Sora-Logo im Bild. Weder im Beitrag selbst noch in der Moderation wurde der Clip als KI-generiert gekennzeichnet. Eine Quellenangabe? Fehlanzeige.
Die doppelte Moral des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
Besonders pikant wird der Vorfall durch Hayalis eigene Worte in der Anmoderation. „Wer in den sozialen Netzwerken unterwegs ist, wird festgestellt haben, dass es sehr viele Videos zu den Einsätzen der ICE-Truppen von Donald Trump gibt", erklärte die Moderatorin mit dem ihr eigenen Gestus der Aufklärerin. „Nicht alle sind echt, aber doch sehr viele." Man möchte fast lachen, wäre die Sache nicht so ernst. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk, finanziert durch Milliarden an Zwangsbeiträgen der deutschen Bürger, warnt vor Fake-Videos – und sendet im selben Atemzug eines.
Dies ist kein Einzelfall, sondern symptomatisch für ein System, das sich längst von seinem ursprünglichen Auftrag entfernt hat. Statt nüchterner, ausgewogener Berichterstattung liefert der ÖRR zunehmend emotionalisierte Narrative, die einer bestimmten politischen Agenda dienen. Der Beitrag war von Anfang bis Ende darauf angelegt, die Abschiebepolitik der Trump-Administration in ein möglichst düsteres Licht zu rücken. Eine honduranische Mutter, die kein Spanisch mehr spreche. Eine Neurowissenschaftlerin, die einen Anstieg von Angststörungen verzeichne. Ein Baseball-Coach, der mutmaßte, unter den abgeschobenen Kindern hätten vielleicht künftige Krebsforscher sein können.
Propaganda statt Journalismus
Hayali setzte in der Abmoderation noch einen drauf: „Ob allen klar war, dass es auch Kinder treffen wird, darf zumindest bezweifelt werden", mutmaßte sie über Trumps Abschiebepolitik. Dass ein demokratisch gewählter Präsident geltendes Recht durchsetzt – ein Gedanke, der im deutschen Fernsehen offenbar keinen Platz mehr hat. Stattdessen wird mit KI-generierten Tränendüsen-Videos gearbeitet, um die gewünschte emotionale Reaktion beim Zuschauer zu erzeugen.
Dabei stellt sich eine fundamentale Frage: Wusste das ZDF, dass es sich um ein KI-Video handelte? Wenn ja, wäre es bewusste Manipulation. Wenn nein, offenbart es eine erschreckende Nachlässigkeit bei der Überprüfung von Quellmaterial. Beides wäre für einen Sender, der jährlich Milliarden an Gebührengeldern verschlingt, gleichermaßen inakzeptabel. Das Wasserzeichen von OpenAI Sora war im Video deutlich erkennbar – jeder halbwegs kompetente Redakteur hätte es bemerken müssen.
Ein Vertrauensverlust mit Ansage
Dieser Vorfall reiht sich nahtlos ein in eine lange Kette von Glaubwürdigkeitskrisen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Vom Relotius-Skandal beim Spiegel über die einseitige Berichterstattung während der Corona-Pandemie bis hin zu den Verschwendungsskandalen beim RBB – das Vertrauen der Bürger in die etablierten Medien erodiert seit Jahren. Und Vorfälle wie dieser beschleunigen den Prozess dramatisch.
„Glaubwürdigkeit ist unser größtes Gut. Aber wir müssen um diese Glaubwürdigkeit jeden Tag kämpfen." – ZDF-Intendant Norbert Himmler im April 2023
Schöne Worte. Doch wenn man sieht, wie dieser „Kampf" in der Praxis aussieht, drängt sich der Verdacht auf, dass hier längst nicht mehr um Glaubwürdigkeit gekämpft wird, sondern um die Deutungshoheit über das politische Narrativ. Der deutsche Gebührenzahler finanziert mit seinen 18,36 Euro monatlich einen Apparat, der offenbar nicht einmal in der Lage ist, ein KI-generiertes Video von echtem Filmmaterial zu unterscheiden – oder schlimmer noch: der es bewusst einsetzt, um seine Zuschauer zu manipulieren.
Es wäre an der Zeit, dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz endlich eine grundlegende Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Angriff nimmt. Denn eines steht fest: Ein Sender, der seine eigenen Zuschauer mit gefälschtem Material füttert und gleichzeitig andere vor Fake News warnt, hat jedes Recht auf blinden Vertrauensvorschuss verwirkt. Die Deutschen verdienen besseres Fernsehen – oder zumindest die Freiheit, nicht dafür bezahlen zu müssen.
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