
Europas „Kriegs-Einhörner": Wie der Rüstungsboom eine ganze Branche umkrempelt
Was sich in den Vereinigten Staaten bereits seit Monaten abzeichnet, schwappt nun mit voller Wucht über den Atlantik: Europa erlebt einen beispiellosen Boom sogenannter „War Unicorns" – Rüstungs-Startups, die mit modernster Dual-Use-Technologie die etablierten Rüstungskonzerne vor sich hertreiben. Was klingt wie ein dystopischer Zukunftsroman, ist längst bittere Realität.
Über 380 Startups und Milliarden an Kapital
Analysten der Investmentbank Goldman Sachs haben in einer aktuellen Studie das europäische Verteidigungs-Startup-Ökosystem kartiert – und die Zahlen sind beeindruckend. Mehr als 380 Rüstungs-Tech-Startups seien mittlerweile quer über den Kontinent verteilt aktiv, die zusammen bereits über drei Milliarden Dollar an Kapital eingesammelt hätten. Der Fokus liege dabei auf sogenannten Dual-Use-Bereichen: Künstliche Intelligenz, autonome Systeme, Sensorik, Cyber-Resilienz und Kommunikationstechnologien der nächsten Generation.
Die Innovationszentren dieser neuen Rüstungsindustrie konzentrierten sich laut Goldman-Analyst Sam Burgess auf die Metropolen London, München, Stockholm, Paris und Helsinki. Finanziert würden sie durch Frühphasen-Investoren und öffentliche Programme – darunter der NATO Innovation Fund und die EIF Defense Equity Facility. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Die NATO selbst fungiert inzwischen als eine Art Risikokapitalgeber für militärische Startups.
Der Ukraine-Krieg als brutaler Weckruf
Was diesen Boom befeuert, ist kein abstraktes Sicherheitsszenario aus einem Strategiepapier. Es ist der blutige Krieg in der Ukraine, der Militärplanern und Strategen weltweit einen unbequemen Vorgeschmack darauf gegeben hat, wie Konflikte in den 2030er Jahren aussehen könnten. Die Zukunft des Krieges – so zynisch das klingen mag – gehört nicht mehr den milliardenschweren Tarnkappenbombern und den gewaltigen Raketensystemen der alten Schule. Sie gehört Drohnen, Bodenrobotern und handelsüblichen Produkten, die sich mit erschreckender Leichtigkeit zu Waffen umfunktionieren lassen.
Burgess brachte es auf den Punkt: Die jüngsten Konflikte hätten die Notwendigkeit schneller technologischer Iteration, domänenübergreifender Integration und eines digital vernetzten Schlachtfeldes unterstrichen. Was das in der Praxis bedeutet? Die großen, behäbigen Rüstungskonzerne – jene Kolosse, die seit Jahrzehnten an den Fleischtöpfen staatlicher Beschaffungsprogramme sitzen – stehen vor einem „Anpassen oder Sterben"-Moment.
Das Ende der Rüstungsgiganten?
In den USA hat dieser Paradigmenwechsel bereits konkrete Formen angenommen. Verteidigungsminister Pete Hegseth treibt die beschleunigte Einführung neuer Technologien voran und lenkt Beschaffungsbudgets gezielt weg von den aufgeblähten Altkonzernen hin zu agilen Startups. Unternehmen wie Anduril Industries, gegründet von Palmer Luckey, gelten als Prototypen dieser neuen Ära – Firmen, die in wenigen Jahren Bewertungen erreichen, für die traditionelle Rüstungsschmieden Jahrzehnte brauchten.
Europa zieht nach. Und das sollte auch den deutschen Steuerzahler aufhorchen lassen. Denn während die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur und Verteidigung auf den Weg gebracht hat, stellt sich die drängende Frage: Wohin fließt dieses Geld? In die alten Strukturen einer Rüstungsindustrie, die seit Jahren durch Bürokratie und Ineffizienz glänzt? Oder in innovative Startups, die tatsächlich liefern können?
Eine Blase oder eine Zeitenwende?
Kritiker warnen bereits, dass der Hype um Verteidigungs-Startups die nächste große Spekulationsblase werden könnte. Dual-Use-Technologie klingt verlockend – doch nicht jedes Startup mit einem KI-Algorithmus und einer Drohne wird zum nächsten Milliarden-Unternehmen. Die Geschichte der Technologiemärkte ist gepflastert mit den Trümmern überbewerteter Hoffnungsträger.
Gleichzeitig lässt sich nicht leugnen, dass die geopolitische Lage – vom Ukraine-Krieg über die Eskalation im Nahen Osten bis hin zu Trumps aggressiver Handelspolitik – einen fundamentalen Wandel in der westlichen Verteidigungsarchitektur erzwingt. Europa hat jahrzehntelang seine Sicherheit an die Amerikaner delegiert und dabei die eigene Verteidigungsfähigkeit sträflich vernachlässigt. Nun rächt sich diese Bequemlichkeit.
Wer in Zeiten wachsender geopolitischer Unsicherheit sein Vermögen schützen möchte, sollte nicht allein auf die Versprechen der Politik oder die nächste Technologie-Blase setzen.
Gerade in einer Welt, in der Konflikte zunehmen und die Inflation durch schuldenfinanzierte Sondervermögen weiter angeheizt wird, bewähren sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber als zeitlose Säule der Vermögenssicherung. Während Startup-Bewertungen kommen und gehen, hat Gold über Jahrtausende seinen Wert behalten – eine Tatsache, die in Zeiten geopolitischer Verwerfungen relevanter denn je erscheint.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden.
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