
Eskalation im Nahen Osten: Weltweite Aktienmärkte im freien Fall – und Gold bleibt der Fels in der Brandung
Was sich seit Wochen wie ein schwelender Flächenbrand ankündigte, hat die globalen Finanzmärkte zum Wochenstart mit voller Wucht erfasst. Von Tokio über Shanghai bis Sydney – überall dasselbe Bild: rote Zahlen, nervöse Anleger und ein MSCI-Weltaktienindex auf dem tiefsten Stand seit November. Die Ursache? Einmal mehr der Nahe Osten, jene Region, die seit Jahrzehnten als geopolitisches Pulverfass fungiert und nun erneut die Weltwirtschaft in Geiselhaft nimmt.
Trumps Drohung und Irans Gegenreaktion: Ein gefährliches Spiel mit dem Feuer
US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende gedroht, Irans Stromnetz binnen 48 Stunden anzugreifen. Die Antwort aus Teheran ließ nicht lange auf sich warten: Iran drohte seinerseits, die Energie- und Wasserinfrastruktur der Golfstaaten ins Visier zu nehmen. Ein rhetorisches Eskalationsduell, das die Märkte in Panik versetzt – und das aus gutem Grund. Denn hinter den Worten stehen reale militärische Kapazitäten, und die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung fließt, könnte zum Nadelöhr einer globalen Energiekrise werden.
Karen Jorritsma, Leiterin des australischen Aktiengeschäfts bei RBC Capital Markets, brachte die Stimmung auf den Punkt: Die Barbestände würden steigen, überall sei Risikoabbau zu beobachten – in Asien, in den USA, schlicht überall. Francis Tan vom Vermögensverwalter Indosuez Wealth Management in Singapur ergänzte, die jüngste Eskalation zeige den Anlegern unmissverständlich, dass man „wirklich nicht am Ende dieser ganzen Sache" sei.
Ölpreis explodiert – Goldman Sachs schraubt Prognosen drastisch nach oben
Die Investmentbank Goldman Sachs hat ihre Prognose für den durchschnittlichen Brent-Rohölpreis 2026 um satte acht Dollar auf 85 Dollar je Barrel angehoben. Für die Monate März und April rechne man sogar mit einem Durchschnittspreis von 110 Dollar – zuvor hatte die Schätzung bei 98 Dollar gelegen. In einem Risikoszenario, das wochenlange Blockaden der Straße von Hormus und einen dauerhaften Produktionsausfall von zwei Millionen Barrel pro Tag einschließe, könnte der Preis laut Goldman auf schwindelerregende 135 Dollar klettern. Aktuell notiert Brent bereits bei rund 112 Dollar.
Vasu Menon, Investmentstratege bei der OCBC in Singapur, bezifferte den Ölpreisanstieg seit Jahresbeginn auf mehr als 80 Prozent. Eine Zahl, die man sich auf der Zunge zergehen lassen muss. Für eine Rückkehr der Käufer an die Aktienmärkte brauche es „größere Stabilität in der Region" – eine diplomatische Umschreibung dafür, dass derzeit niemand weiß, wie diese Geschichte ausgeht.
Stagflation: Das Schreckgespenst der Siebziger kehrt zurück
Besonders beunruhigend ist, was Charu Chanana, Chef-Anlagestrategin bei Saxo in Singapur, beobachtet: Der Anleihe-Ausverkauf vom Freitag, steigende Renditen bei US-Staatsanleihen und europäischen Bonds – all das deute darauf hin, dass der Markt einen länger anhaltenden stagflationären Impuls einpreise. Stagflation, also die toxische Kombination aus schwachem Wirtschaftswachstum und steigender Inflation, ist das Horrorszenario schlechthin für Aktienanleger. Technologiewerte und der Bergbausektor seien besonders betroffen.
Wer sich an die Stagflation der 1970er Jahre erinnert – ausgelöst ebenfalls durch eine Ölkrise im Nahen Osten –, der weiß, welche verheerenden Folgen ein solches Szenario für Volkswirtschaften haben kann. Damals wie heute zeigt sich: Wer sein Vermögen ausschließlich in Aktien und Anleihen geparkt hat, steht im Ernstfall mit leeren Händen da.
Deutschland besonders verwundbar
Für Deutschland, das sich nach dem selbstverschuldeten Energiedesaster der vergangenen Jahre mühsam neue Versorgungswege erschlossen hat, könnte eine Eskalation im Persischen Golf katastrophale Folgen haben. Die LNG-Deals mit Katar, die als Rettungsanker nach dem Wegfall russischer Gaslieferungen galten, hängen unmittelbar von der Sicherheit der Handelsrouten ab. Sollte die Straße von Hormus tatsächlich blockiert werden, stünde die ohnehin angeschlagene deutsche Wirtschaft vor einer weiteren existenziellen Belastungsprobe.
Die neue Große Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz hat mit dem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen bereits die Schuldenlast künftiger Generationen massiv erhöht. Steigende Energiepreise würden die Inflation weiter anheizen und das fragile Wirtschaftswachstum zusätzlich abwürgen. Man fragt sich unwillkürlich: Wo bleibt die strategische Vorsorge? Wo bleibt der Plan B?
Gold als sicherer Hafen – bewährter Schutz in unsicheren Zeiten
Während Aktien, Anleihen und selbst Kryptowährungen unter dem geopolitischen Druck ächzen, erweist sich einmal mehr ein Vermögenswert als verlässlicher Anker: physisches Gold. In Zeiten, in denen Stagflationssorgen die Märkte beherrschen, Ölpreise explodieren und geopolitische Risiken kaum kalkulierbar sind, zeigt das Edelmetall seine zeitlose Stärke als Wertaufbewahrungsmittel.
Interessanterweise spekulierte Francis Tan darüber, dass nahöstliche Staatsfonds beginnen könnten, Gold zu verkaufen, um sich gegen schwächeres Wachstum abzusichern. Sollte dies tatsächlich geschehen, könnte es kurzfristig attraktive Einstiegsmöglichkeiten für weitsichtige Anleger bieten. Denn eines lehrt die Geschichte mit unerschütterlicher Konstanz: In jeder großen Krise – ob Ölembargo, Finanzkollaps oder Krieg – hat Gold seinen Besitzern Schutz und Stabilität geboten, während papierbasierte Vermögenswerte in sich zusammenfielen.
Aaron Costello von Cambridge Associates warnte, dass Reserven und Vorräte von Unternehmen und Staaten irgendwann aufgebraucht seien. Die Märkte würden beginnen, genau das einzupreisen. Wer in solchen Zeiten nicht über einen soliden Anteil physischer Edelmetalle in seinem Portfolio verfügt, der spielt russisches Roulette mit seinem Vermögen.
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