
Eskalation im Irak: US-Luftangriffe töten 15 Kämpfer – Bagdad gibt grünes Licht für Vergeltung
Was sich derzeit im Irak abspielt, hat das Potenzial, den ohnehin brennenden Nahen Osten in ein noch größeres Inferno zu verwandeln. Die Vereinigten Staaten haben massive Luftschläge gegen pro-iranische Paramilitärs in der westirakischen Provinz Anbar geflogen – mit tödlichen Konsequenzen, die weit über das unmittelbare Schlachtfeld hinausreichen dürften.
15 Tote, darunter ein hochrangiger Kommandeur
Die irakischen Volksmobilisierungskräfte (PMF) teilten am Dienstag mit, dass bei US-Luftangriffen in der Provinz Anbar 15 ihrer Kämpfer getötet worden seien. Unter den Opfern befinde sich auch Saad Dua al-Bayji, der Kommandeur der Anbar-Operationen. Die PMF sprach in einer Erklärung von einem „offenkundigen und feigen Angriff" und bezeichnete den Luftschlag als „verräterisch". Die Kämpfer hätten zum Zeitpunkt des Angriffs ihre „nationale Pflicht" erfüllt.
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Die USA bombardieren eine Truppe, die offiziell Teil der irakischen Sicherheitskräfte ist. Die PMF, eine Koalition überwiegend schiitischer Milizen mit Verbindungen zum Iran, wurde 2014 gegründet, um den sogenannten Islamischen Staat zu bekämpfen – damals noch mit westlichem Wohlwollen. Nun werden dieselben Kämpfer von amerikanischen Bomben zerrissen.
Bagdad erteilt Erlaubnis zur Vergeltung
Die eigentliche Brisanz liegt jedoch nicht allein in den Luftschlägen selbst, sondern in der Reaktion der irakischen Regierung. Wie irakische Medien berichten, habe der Nationale Sicherheitsrat unter Vorsitz von Premierminister Mohammed Shia al-Sudani den Volksmobilisierungskräften die Genehmigung erteilt, auf Angriffe gegen ihre Stellungen zu reagieren. Das ist ein bemerkenswerter Schritt – und ein Affront gegen Washington. Denn die irakische Regierung, die selbst von den USA gestützt wird, legitimiert damit faktisch militärische Aktionen gegen amerikanische Streitkräfte auf eigenem Boden.
Die PMF machte die irakische Regierung „voll verantwortlich" dafür, „diesen wiederholten amerikanischen Verstößen entgegenzutreten und klare, entschlossene Positionen einzunehmen, um die Souveränität des Landes zu wahren". Deutlicher kann man kaum werden.
US-Stützpunkte unter Dauerbeschuss
Seit die USA und Israel Ende Februar den Konflikt mit dem Iran eskaliert haben, befinden sich amerikanische Basen und diplomatische Einrichtungen im Irak unter konstantem Beschuss durch Raketen und Drohnen. Die Angriffe werden größtenteils von einer Gruppierung namens „Islamischer Widerstand im Irak" (IRI) beansprucht, die einige der PMF-Fraktionen umfasst. Die Lage ist offenbar so prekär geworden, dass Washington sämtliche US-Bürger aufgefordert hat, den Irak zu verlassen. Auch die NATO hat ihre Truppen aus dem Land abgezogen.
Besonders brisant: Der IRI behauptete am Montag, die USA hätten bereits alle Kräfte aus Camp Victory abgezogen – einem der wichtigsten US-Stützpunkte nahe dem Flughafen von Bagdad. Der Abzug sei per Frachtflugzeugen und über den Landweg Richtung Jordanien erfolgt. Eine offizielle Bestätigung von amerikanischer Seite steht allerdings noch aus. Sollte sich dies bewahrheiten, wäre es ein historischer Moment – und ein Eingeständnis, dass die amerikanische Militärpräsenz im Irak nicht mehr aufrechtzuerhalten ist.
Kataib Hezbollah setzt Ultimatum
Die Kataib Hezbollah, eine der einflussreichsten pro-iranischen Milizen im Irak, erklärte derweil, sie habe Angriffe auf die US-Botschaft in Bagdad vorübergehend eingestellt – um den Amerikanern Zeit für eine Evakuierung zu geben. Ein Sprecher der Miliz formulierte die Bedingung unmissverständlich: „Unsere primäre Forderung ist die Vertreibung aller ausländischen Truppen vom Norden bis zum Süden des Iraks."
Selbst wenn die US-Truppen tatsächlich aus Bagdad abgezogen würden, verblieben noch amerikanische Kräfte in der kurdischen Autonomieregion im Norden des Landes. Doch auch dort dürfte der Druck wachsen.
Ein Déjà-vu mit fatalen Folgen
Wer sich an die Geschichte des Irak-Engagements der USA erinnert, erkennt erschreckende Parallelen. Wieder einmal verstricken sich die Vereinigten Staaten in einen Konflikt, dessen Ausgang ungewiss ist und dessen Kosten – menschlich wie finanziell – astronomisch werden könnten. Und wieder einmal sind es die Menschen vor Ort, die den höchsten Preis zahlen.
Für Europa und insbesondere für Deutschland sollten diese Entwicklungen ein Weckruf sein. Die Instabilität im Nahen Osten hat direkte Auswirkungen auf Energiepreise, Migrationsströme und die globale Sicherheitsarchitektur. In Zeiten, in denen die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur plant und die Staatsverschuldung ohnehin besorgniserregende Ausmaße annimmt, kann sich Deutschland weitere geopolitische Schocks schlicht nicht leisten. Die Frage ist nicht, ob die Eskalation im Irak Auswirkungen auf uns haben wird – sondern nur, wie schwer sie ausfallen werden.
In solch unsicheren Zeiten zeigt sich einmal mehr der Wert physischer Edelmetalle als Anker der Vermögenssicherung. Gold und Silber haben über Jahrtausende hinweg bewiesen, dass sie in geopolitischen Krisen ihren Wert nicht nur halten, sondern oftmals sogar steigern – ein Umstand, den kluge Anleger nicht ignorieren sollten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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