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Kettner Edelmetalle
12.02.2026
06:55 Uhr

Epstein-Skandal: US-Justizministerin Bondi liefert sich Schreiduell im Kongress – und weicht allen Fragen aus

Was sich am Mittwoch im Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses abspielte, war kein gewöhnliches Hearing. Es war ein politisches Schlachtfeld, auf dem Amerikas Justizministerin Pam Bondi systematisch jeder substanziellen Frage zum Epstein-Komplex auswich – und dabei eine Vorstellung bot, die man selbst in Washington nur selten erlebt.

Wenn die Justiz schweigt, wo sie reden müsste

Der demokratische Abgeordnete Jerry Nadler aus New York eröffnete das Kreuzverhör mit einer simplen, aber entscheidenden Frage: Hat das Justizministerium Ermittlungen gegen mutmaßliche Mittäter Jeffrey Epsteins eingeleitet? Nadler verwies auf das, was er als „konkrete Beweise für widerliche Kriminalität" in den kürzlich veröffentlichten Akten bezeichnete. Bondis Reaktion? Sie bestand darauf, die Frage „so zu beantworten, wie ich sie beantworten möchte" – was im Klartext bedeutete: gar nicht.

Stattdessen vollführte die Justizministerin einen bemerkenswerten rhetorischen Salto. Sie lenkte vom Epstein-Skandal ab und verwies auf den Dow Jones, der die Marke von 50.000 Punkten überschritten habe. „Darüber sollten wir reden", erklärte Bondi allen Ernstes. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Opfer sexuellen Missbrauchs warten auf Gerechtigkeit, und die oberste Hüterin des Rechts in den Vereinigten Staaten verweist auf Börsenkurse und Rentenkonten.

Trump, Prinz Andrew und ein belastendes Video

Der demokratische Abgeordnete Ted Lieu aus Kalifornien verschärfte den Druck erheblich. Er beschuldigte Bondi, unter Eid gelogen zu haben, nachdem sie sich auf ein Memo des Justizministeriums vom Juli 2025 berief, wonach es keine Beweise gebe, die Ermittlungen gegen „nicht angeklagte Dritte" rechtfertigten. Lieu zeigte Bilder des ehemaligen Prinzen Andrew und spielte anschließend einen berüchtigten Videoclip ab, der Donald Trump gemeinsam mit Epstein auf einer Party zeigt. Seine Frage, ob minderjährige Mädchen bei solchen Veranstaltungen anwesend gewesen seien, quittierte Bondi mit den Worten: „Das ist so lächerlich. Es gibt keine Beweise, dass Donald Trump ein Verbrechen begangen hat."

Als Lieu auf einen FBI-Hinweis und eine Zeugenaussage verwies und das Justizministerium aufforderte, die Zeugin zu befragen, fuhr Bondi ihn an: „Beschuldigen Sie mich niemals einer Straftat!" Dann griff sie zu einem großen weißen Ordner und warf Lieu vor, von der Kriminalität in seinem eigenen Wahlkreis abzulenken. Eine Ablenkungsstrategie, die man in ihrer Dreistigkeit fast schon bewundern könnte – wenn das Thema nicht so erschütternd ernst wäre.

Persönliche Angriffe statt Antworten

Ähnliche Szenen wiederholten sich mit weiteren demokratischen Abgeordneten. Als der Abgeordnete Jamie Raskin Bondi vorwarf, die Anhörung durch endloses Filibustern zu sabotieren, konterte die Justizministerin mit einer Beleidigung, die selbst für Washingtoner Verhältnisse bemerkenswert war: „Sie sagen mir gar nichts, Sie gescheiterter Verlierer-Anwalt – nicht einmal ein Anwalt." Dass eine amtierende Justizministerin gewählte Volksvertreter derart beschimpft, spricht Bände über den Zustand der politischen Kultur in den Vereinigten Staaten.

Besonders erschütternd war der Moment, als die Abgeordnete Jayapal Epstein-Opfer in den Saal brachte, die direkt hinter Bondi saßen. Auf die Bitte, sich umzudrehen und sich bei den Überlebenden dafür zu entschuldigen, dass das Justizministerium ihre Namen veröffentlicht hatte, weigerte sich Bondi schlicht zu antworten. Als ein weiterer Abgeordneter die Bitte wiederholte, erwiderte sie lediglich: „Ihre Redezeit ist abgelaufen."

Der explosive Auftritt des Republikaners Massie

Der eigentliche Höhepunkt der Anhörung kam jedoch nicht von demokratischer Seite. Es war der republikanische Abgeordnete Thomas Massie aus Kentucky – Mitinitiator des „Epstein Files Transparency Act" –, der Bondi mit den härtesten Fakten konfrontierte. Massie legte Dokumente des FBI und des Justizministeriums vor, die zeigten, dass in den veröffentlichten Akten die Namen der Opfer offengelegt, die Namen mutmaßlicher Täter jedoch geschwärzt worden waren.

Besonders brisant: Eine FBI-Akte aus dem Jahr 2019 führte den Epstein-Vertrauten Les Wexner als „Mittäter" auf – eine Bezeichnung, die in der vom Justizministerium veröffentlichten Version geschwärzt worden sei. Massie wollte wissen, wer die Schwärzungen autorisiert habe und warum. Bondi unterbrach ihn wiederholt, behauptete, der Fehler sei „innerhalb von 40 Minuten korrigiert" worden, und beschuldigte Massie, eine Vertuschung zu unterstellen. Als dieser darauf hinwies, dass die Korrektur erst erfolgte, nachdem er selbst den Fehler öffentlich gemacht hatte, wurde die Atmosphäre endgültig giftig.

„Wer ist verantwortlich?", fragte Massie. „Können Sie nachvollziehen, wer in Ihrer Organisation dieses massive Versagen zu verantworten hat und die Namen der Opfer freigegeben hat?" Bondis Antwort bestand darin, Massie als „gescheiterten Politiker" und „Heuchler" zu bezeichnen.

Ein Versagen über Jahrzehnte – und Parteigrenzen hinweg

Massie spielte anschließend eine Aussage von FBI-Direktor Kash Patel ab, der vor dem Kongress erklärt hatte, es gebe „keine glaubwürdigen Informationen", dass neben Ghislaine Maxwell weitere Personen Epstein beim Menschenhandel unterstützt hätten. Ob dies auch die Position des Justizministeriums sei, wollte Massie wissen. Bondi wich erneut aus, forderte Opfer auf, das FBI anzurufen, und versuchte, die Schuld auf frühere Regierungen abzuwälzen – insbesondere auf den ehemaligen Justizminister Merrick Garland.

Massie brachte es schließlich auf den Punkt: „Das erstreckt sich über vier Regierungen. Sie müssen nicht bis Biden zurückgehen. Gehen Sie zurück zu Obama. Gehen Sie zurück zu George Bush. Diese Vertuschung erstreckt sich über Jahrzehnte, und Sie sind für diesen Teil verantwortlich."

Ein Armutszeugnis für die amerikanische Justiz

Am Ende der Anhörung blieben die entscheidenden Fragen unbeantwortet: Stimmt das Justizministerium der Einschätzung zu, es gebe „keine glaubwürdigen Informationen" über Mittäter? Warum wurde ein Dokument geschwärzt, das Wexner als Mittäter aufführt? Wer genehmigte die Veröffentlichung von Opfernamen bei gleichzeitiger Verschleierung mutmaßlicher Täter?

Was diese Anhörung offenbart, geht weit über amerikanische Innenpolitik hinaus. Sie zeigt ein systemisches Versagen der Justiz, das sich über Jahrzehnte und mehrere Regierungen erstreckt – unabhängig von der Parteizugehörigkeit. Der Epstein-Skandal ist längst mehr als ein Kriminalfall. Er ist zum Symbol dafür geworden, wie politische Eliten auf beiden Seiten des Atlantiks ihre eigenen schützen, während die Opfer im Stich gelassen werden.

Für den aufmerksamen Beobachter drängt sich eine unbequeme Erkenntnis auf: Wenn selbst in der ältesten Demokratie der Welt die Justizministerin es vorzieht, gewählte Abgeordnete zu beschimpfen, statt Fragen zu beantworten, und sich weigert, Missbrauchsopfern ins Gesicht zu sehen – dann ist das Vertrauen in staatliche Institutionen nicht nur erschüttert. Es ist pulverisiert. Und das sollte jeden Bürger, diesseits wie jenseits des Atlantiks, zutiefst beunruhigen.

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