
Epstein-Skandal erschüttert Downing Street: Starmers engster Vertrauter muss gehen
Die politischen Schockwellen des Jeffrey-Epstein-Skandals erreichen nun auch die höchsten Etagen der britischen Regierung. Morgan McSweeney, der mächtige Stabschef von Premierminister Keir Starmer, hat seinen Rücktritt erklärt. Der Grund: Er hatte maßgeblich zur fatalen Ernennung des ehemaligen Ministers Peter Mandelson zum britischen Botschafter in Washington geraten – eines Mannes, der mittlerweile im Zentrum polizeilicher Ermittlungen wegen seiner Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Epstein steht.
Ein Eingeständnis mit verheerenden Folgen
In einer bemerkenswert offenen Erklärung gegenüber der BBC übernahm McSweeney die volle Verantwortung für die desaströse Personalentscheidung. „Die Entscheidung, Peter Mandelson zu ernennen, war falsch", räumte er ein. Mandelson habe „der Labour-Partei, dem Land und dem Vertrauen in die Politik geschadet". Selten hat man von einem hochrangigen Regierungsbeamten ein derart unverblümtes Schuldeingeständnis gehört.
Doch was steckt hinter diesem politischen Erdbeben? Die britische Polizei ermittelt gegen den ehemaligen Wirtschaftsminister Mandelson wegen seiner offenbar engen Verbindungen zu Jeffrey Epstein. Der Labour-Veteran soll dem mittlerweile verstorbenen Sexualstraftäter während der Finanzkrise vertrauliche Regierungsinformationen zugespielt haben. Ein Vorwurf, der nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch strafrechtlich höchst relevant sein dürfte.
Das Kartenhaus beginnt zu wackeln
Mandelson, einst einer der einflussreichsten Strippenzieher der Labour-Partei und Architekt des „New Labour"-Projekts unter Tony Blair, ist inzwischen aus der Partei ausgetreten und hat seinen Sitz im Oberhaus aufgegeben. Ein tiefer Fall für einen Mann, der noch vor einem Jahr als diplomatisches Aushängeschild nach Washington entsandt wurde.
Der Rücktritt McSweeneys dürfte jedoch kaum ausreichen, um den wachsenden Druck auf Premierminister Starmer selbst zu mindern. In Großbritannien mehren sich die Stimmen, die Konsequenzen für den Regierungschef fordern. Wie konnte es geschehen, dass ein Mann mit derart fragwürdigen Verbindungen zum wichtigsten diplomatischen Posten des Vereinigten Königreichs befördert wurde? Wer hat was gewusst – und wann?
Ein Muster, das sich wiederholt
Der Fall wirft ein grelles Schlaglicht auf die politischen Eliten und ihre Verflechtungen. Jeffrey Epstein, der sich 2019 in seiner Gefängniszelle das Leben nahm, hatte über Jahrzehnte hinweg ein Netzwerk aus Politikern, Wirtschaftsführern und Prominenten um sich geschart. Die nun veröffentlichten Dokumente enthüllen immer mehr Namen – und mit jedem neuen Namen wächst das Unbehagen in den Machtzentralen dies- und jenseits des Atlantiks.
Es ist bezeichnend, dass McSweeney als „Bauernopfer" herhalten muss, während die eigentlich Verantwortlichen – allen voran Starmer selbst – bislang unbeschadet davonkommen. Dieses Muster kennt man auch aus anderen westlichen Demokratien nur zu gut: Wenn der Skandal zu groß wird, rollt ein Kopf aus der zweiten Reihe, während die Spitze sich in Schweigen hüllt.
Die Glaubwürdigkeit der politischen Klasse steht auf dem Spiel
Was dieser Fall einmal mehr offenbart, ist die erschreckende Selbstgefälligkeit einer politischen Klasse, die sich für unantastbar hält. Wie kann es sein, dass ein Mann wie Mandelson trotz seiner bekannten Kontakte zu Epstein für einen derart sensiblen Posten in Betracht gezogen wurde? Entweder war die Überprüfung fahrlässig – oder man hat bewusst weggeschaut.
Die britischen Bürger haben ein Recht auf Antworten. Und sie haben ein Recht darauf, dass diejenigen, die das Vertrauen der Öffentlichkeit missbraucht haben, zur Rechenschaft gezogen werden. Der Rücktritt eines Stabschefs ist dabei bestenfalls ein erster Schritt. Die eigentliche Aufarbeitung steht noch aus – und sie wird, so viel ist sicher, noch weitere unbequeme Wahrheiten ans Licht bringen.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











