
Epstein-Akten enthüllen brisante Geheimdienstverbindungen: Ein Netzwerk der Macht und des Schattens

Die jüngst veröffentlichten Epstein-Akten werfen ein grelles Schlaglicht auf die dunklen Verflechtungen zwischen dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und internationalen Geheimdiensten. Was sich in den Millionen von Dokumenten offenbart, liest sich wie ein Spionagethriller – mit dem entscheidenden Unterschied, dass diese Geschichte erschreckend real ist.
Ein Mann mit Verbindungen in alle Himmelsrichtungen
Jeffrey Epstein war offenkundig weit mehr als nur ein wohlhabender Finanzier mit fragwürdigen Neigungen. Die Akten zeichnen das Bild eines international bestens vernetzten Strippenziehers, der mit staatlichen Akteuren und deren prominentesten Vertretern enge, ja geradezu intime Verhältnisse pflegte. Ob Moskau, Jerusalem oder London – überall scheint Epstein seine Fäden gesponnen zu haben.
Besonders brisant erscheinen die dokumentierten Kontakte zum ehemaligen israelischen Premierminister Ehud Barak. Über tausend E-Mails sollen die beiden ausgetauscht haben – eine Korrespondenz, die zweifellos auf ein außergewöhnlich enges Verhältnis schließen lässt. Noch im April 2019, als Epsteins kriminelle Machenschaften längst bekannt waren, drückte Barak in einer elektronischen Nachricht seine Verbundenheit mit dem Sexualstraftäter aus. Man fragt sich unwillkürlich: Was verbindet einen ehemaligen Regierungschef derart innig mit einem verurteilten Verbrecher?
Das mysteriöse Unternehmen Carbyne
Die geschäftlichen Verflechtungen zwischen Epstein und Barak werfen zusätzliche Fragen auf. Gemeinsam investierten sie in Carbyne, ein israelisches Tech-Startup, das Produkte für Notfalldienste entwickelt. Epstein steckte 2015 etwa ein bis zwei Millionen Dollar in das Unternehmen, Barak fungierte als Vorstandsvorsitzender. Der pikante Umstand, dass laut Medienberichten zahlreiche ehemalige israelische Geheimdienstler für Carbyne arbeiten und es mitgründeten, nährt naturgemäß Spekulationen über tiefere Verbindungen zum Mossad.
Ein FBI-Bericht aus dem Herbst 2020 enthält die brisante Behauptung, Epstein sei „als Spion unter Barak ausgebildet worden". Eine vertrauliche Quelle gelangte demnach zu der Überzeugung, dass Epstein „ein vom Mossad kooptierter Agent" gewesen sei. Das FBI selbst bestätigt diese Behauptungen allerdings nicht – es handelt sich um Darstellungen einer einzelnen, geheim gehaltenen Quelle, deren Glaubwürdigkeit im Dunkeln bleibt.
Der mysteriöse Tod von Robert Maxwell
Die Schatten der Vergangenheit reichen noch weiter zurück. Robert Maxwell, Vater von Epsteins Partnerin Ghislaine Maxwell, soll einer E-Mail zufolge ebenfalls für den Mossad gearbeitet haben. Der einflussreiche britische Medienunternehmer verstarb 1991 unter höchst mysteriösen Umständen – er verschwand von seiner Yacht, sein Leichnam wurde nackt im Meer vor den Kanarischen Inseln aufgefunden.
Für Epstein war dieser Tod offenbar kein Zufall. In einer E-Mail mit dem bezeichnenden Betreff „he was passed away" – in etwa „er wurde verstorben" – schrieb er an einen geschwärzten Empfänger:
„Robert Maxwell bedrohte den Mossad. Er sagte ihnen, dass er alles, was er für sie getan habe, öffentlich machen werde, falls sie ihm nicht 400 Millionen Pfund geben würden, um sein zerbröckelndes Imperium zu retten."
Robert Maxwell wurde in Jerusalem prominent bestattet – an seiner Beerdigung nahm ein Who-is-Who der israelischen Politik- und Geheimdienstwelt teil, darunter mehrere ehemalige Geheimdienstchefs und Premierminister. Ein bemerkenswertes Aufgebot für einen britischen Medienmogul.
Die russische Spur: Kontakte zum FSB
Doch nicht nur nach Israel führen die Fäden. Auch Epsteins Kontakte nach Russland werfen erhebliche Fragen auf. Mindestens neun Visa für Russlandreisen sind den veröffentlichten Akten zu entnehmen. Besonders alarmierend: Eine Veteranenorganisation der russischen Geheimdiensteinheit Wympel war in mindestens einem Fall als Reiseziel auf einem Visumantrag eingetragen.
Der Einheit Wympel, einer Abteilung des russischen Geheimdienstes FSB, werden unter anderem Verbindungen zum sogenannten Tiergarten-Mord nachgesagt – jenem Auftragsmord am Russlandgegner Selimchan Changoschwili im Berliner Tiergarten 2019, der die deutsch-russischen Beziehungen nachhaltig belastete.
Mehrfach könnte sich Epstein auch mit Russlands Präsident Wladimir Putin getroffen haben. Eine E-Mail vom 11. September 2011 deutet auf ein geplantes Treffen am 16. September hin. Ob diese Begegnungen tatsächlich stattfanden, bleibt offen – doch allein die Tatsache, dass solche Meetings überhaupt angedacht waren, spricht Bände über Epsteins Reichweite.
Der „Fixer" für staatliche Interessen
Was sich aus den Akten unbestreitbar ergibt: Epstein fungierte als „Fixer" – als jener Mann, der Kontakte herstellte, Besorgungen erledigte und Probleme löste. Beispielhaft sticht eine Übereinkunft zwischen dem Staat Israel und der Mongolei hervor, bei der Epstein offenbar als geheimer Kommunikationskanal diente. Auch bei einer ähnlichen Vereinbarung zwischen Israel und der Elfenbeinküste scheint er seine Finger im Spiel gehabt zu haben.
Die Behauptung, Epstein habe seinen Sexhandelsring genutzt, um Kompromat gegen Mächtige zu sammeln und sie damit zu erpressen, lässt sich bisher nicht bestätigen. Die britische Daily Mail hatte unter Berufung auf Geheimdienstquellen verbreitet, Epstein habe eine klassische KGB-„Honigfalle" im Auftrag der Russen betrieben. Belege dafür finden sich in den Akten nicht.
Ein System der Macht und Korruption
Was bleibt, ist das verstörende Bild eines Mannes, der in alle Welt, zu allen möglichen Akteuren verbunden war – eine lohnenswerte Adresse für Geheimdienste aller Couleur. Epstein nutzte Kontakte zu Nachrichtendiensten wie dem Mossad oder dem britischen MI6, und umgekehrt profitierten staatliche Akteure von seinem weitverzweigten Netzwerk.
Die Epstein-Akten offenbaren einmal mehr, wie tief die Verflechtungen zwischen Macht, Geld und den dunkelsten menschlichen Abgründen reichen können. Sie zeigen ein System, in dem die Mächtigen dieser Welt offenbar ungestört ihren Gelüsten nachgehen konnten – geschützt von einem Netzwerk aus Geheimdiensten, Politikern und Milliardären. Die vollständige Aufarbeitung dieser Millionen von Dokumenten wird noch Jahre dauern. Doch eines ist bereits jetzt klar: Die Wahrheit über Jeffrey Epstein ist noch weitaus erschreckender, als die kühnsten Verschwörungstheorien es je vermuten ließen.

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