
Eiserner Vorhang auf Schienen: China und Nordkorea verbinden sich nach sechs Jahren wieder
Es ist eine jener Nachrichten, die man fast beiläufig zur Kenntnis nimmt – und die doch geopolitische Sprengkraft besitzt. Nach sechs Jahren Unterbrechung rollen zwischen Peking und Pjöngjang offenbar wieder Passagierzüge. Was auf den ersten Blick wie eine banale Verkehrsmeldung klingt, ist in Wahrheit ein weiteres Puzzlestück im sich rasant verändernden Machtgefüge Ostasiens.
Diplomaten zuerst, Normalsterbliche später – vielleicht
Wie das südkoreanische Vereinigungsministerium am Dienstag mitteilte, solle der Betrieb auf der Strecke Pjöngjang–Peking noch in dieser Woche anlaufen. Die chinesische Staatsbahn habe gegenüber der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap erklärt, der Zug werde ab dem 12. März viermal wöchentlich verkehren. Doch wer nun glaubt, er könne einfach ein Ticket lösen und in den Zug steigen, der irrt gewaltig.
Zunächst sollen lediglich die letzten beiden Waggons Passagiere befördern – und zwar vorrangig Diplomaten und Personen in offizieller Mission. Fahrscheine für die breite Öffentlichkeit würden nur bei verfügbaren Plätzen verkauft, so ein Bahnvertreter. Reisebüros in Peking und der chinesischen Grenzstadt Dandong hätten bestätigt, dass vorerst keine Tickets an Touristen ausgegeben würden. Buchungen seien ausschließlich für Chinesen möglich, die in Nordkorea arbeiteten oder studierten, sowie für Nordkoreaner, die im Ausland tätig seien, studierten oder Familienangehörige besuchten.
Zehn Yuan für eine Reise in eine andere Welt
Auf chinesischen Social-Media-Plattformen kursierten derweil Fotos eines internen Memos der internationalen Kooperationsabteilung der chinesischen Eisenbahn sowie von Fahrkarten und Quittungen. Ein Ticket für die rund fünf Kilometer lange Strecke von Dandong nach Sinuiju in Nordkorea koste demnach zehn Yuan – umgerechnet etwa 1,24 Euro. Ein geradezu lächerlicher Betrag für eine Fahrt, die buchstäblich in eine andere Welt führt. Die Echtheit der Dokumente ließ sich allerdings zunächst nicht unabhängig verifizieren; eine offizielle Ankündigung der chinesischen Behörden stand noch aus.
Der Zugverkehr war Anfang 2020 eingestellt worden, als Nordkorea seine Grenzen wegen der Corona-Pandemie hermetisch abriegelte – mit einer Konsequenz, die selbst die rigidesten westlichen Lockdown-Verfechter vor Neid hätte erblassen lassen. Güterverkehr zwischen Dandong und Sinuiju sei zwar bereits 2022 wieder aufgenommen worden, der Personenverkehr habe jedoch weiterhin geruht.
Russland als Vorreiter – ein bezeichnendes Signal
Besonders aufschlussreich ist, wer bereits Zugang zum abgeschotteten Kim-Regime genießt. Derzeit dürften lediglich russische Reisegruppen das Land unter eingeschränkten Bedingungen besuchen. Laut offiziellen Zahlen seien im vergangenen Jahr mehr als 10.000 Russen nach Nordkorea gereist – ein Rekordwert. Dass ausgerechnet Moskau hier privilegierten Zugang erhält, während der Rest der Welt draußen bleibt, spricht Bände über die sich verfestigenden Allianzen zwischen Russland, China und Nordkorea. Eine Achse, die dem Westen zunehmend Kopfzerbrechen bereiten sollte.
Vor der Pandemie hätten chinesische Besucher die größte Gruppe ausländischer Touristen gestellt. Ob sich dies wiederholt, bleibt fraglich. Chinas Botschafter Wang Yajun habe zwar Anfang des Jahres die Tourismuszone Wonsan-Kalma an der nordkoreanischen Küste besucht, was Spekulationen über eine Rückkehr chinesischer Reisegruppen genährt habe. Gleichzeitig habe Nordkorea jedoch den für April geplanten Pjöngjang-Marathon ohne Angabe von Gründen gestrichen – eine der wenigen Veranstaltungen, die internationalen Teilnehmern offengestanden hätten.
Geopolitische Tektonik in Fernost
Man muss kein Geostratege sein, um zu erkennen, was hier geschieht. Während Europa sich mit Gendersternchen, Klimazielen und immer neuen Schuldenorgien beschäftigt, formieren sich in Ostasien Machtblöcke, die das globale Gleichgewicht nachhaltig verschieben könnten. Die Wiederaufnahme des Zugverkehrs zwischen China und Nordkorea mag symbolisch erscheinen – doch Symbole haben in der Diplomatie oft mehr Gewicht als tausend Gipfeltreffen.
Für Deutschland und Europa wäre es höchste Zeit, diese Entwicklungen nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern strategisch darauf zu reagieren. Doch dafür bräuchte es eine Außenpolitik, die diesen Namen auch verdient. Ob die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hier klarer agiert als ihre Vorgänger, bleibt abzuwarten. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt – in der deutschen Außenpolitik allerdings besonders langsam.
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