
Eine Billion Euro vernichtet: Die Dauerkrise frisst Deutschlands Wohlstand auf

Was einst als vorübergehende Erschütterung begann, hat sich längst zu einem wirtschaftlichen Albtraum entwickelt, der seinesgleichen sucht. Die deutsche Wirtschaft taumelt von einer Krise in die nächste, und die Rechnung für dieses Desaster ist erschütternd: Fast eine Billion Euro an Wertschöpfung sind seit 2020 verloren gegangen. Eine Zahl, die selbst hartgesottene Ökonomen schlucken lässt.
940 Milliarden Euro – mehr als nur eine Statistik
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat nachgerechnet, und die Ergebnisse sind ernüchternd. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie summieren sich die Ausfälle am preisbereinigten Bruttoinlandsprodukt auf gewaltige 940 Milliarden Euro. Umgerechnet bedeutet dies für jeden Erwerbstätigen in Deutschland einen persönlichen Wertschöpfungsverlust von mehr als 20.000 Euro. Geld, das in den Taschen der Bürger fehlt, das nicht investiert werden konnte, das schlichtweg verpufft ist.
Besonders pikant: Ein Viertel dieser gewaltigen Summe – also rund 235 Milliarden Euro – entfällt allein auf das vergangene Jahr. Die konfrontative Zollpolitik der US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat der deutschen Exportwirtschaft schwer zugesetzt. Und während andere Nationen längst wieder auf Wachstumskurs sind, dümpelt Deutschland vor sich hin. Mit einem realen Wirtschaftswachstum von mageren 0,2 Prozent im Jahr 2025 schrammte die Bundesrepublik nur haarscharf am dritten Rezessionsjahr in Folge vorbei.
Frühere Krisen wirken dagegen wie Kinderspiele
IW-Forscher Michael Grömling findet deutliche Worte für die aktuelle Lage. Die laufende Dekade sei von außergewöhnlichen Schocks und gewaltigen ökonomischen Anpassungslasten geprägt, die mittlerweile das Belastungsniveau früherer Krisen deutlich überträfen. Ein Vergleich macht die Dimension des Desasters greifbar: Die Stagnationsperiode der Jahre 2001 bis 2004 kostete die deutsche Wirtschaft preisbereinigt rund 360 Milliarden Euro. Die Finanzmarktkrise 2008/2009, die damals als Jahrhundert-Ereignis galt, schlug mit etwa 525 Milliarden Euro zu Buche. Die aktuelle Dauerkrise übertrifft beide zusammen – und ein Ende ist nicht in Sicht.
Die Schere öffnet sich unaufhaltsam
Was die Analyse des IW besonders alarmierend macht, ist der Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre. Nach der Erholung vom Pandemieschock kamen die wirtschaftlichen Aktivitäten in Deutschland seit drei Jahren nicht mehr über das Niveau des Jahres 2019 hinaus. Drei verlorene Jahre, in denen andere Volkswirtschaften längst wieder Fahrt aufgenommen haben. Während Deutschland stagniert, wächst die Lücke zwischen dem, was hätte sein können, und dem, was tatsächlich ist, immer weiter.
Die Berechnung des IW basiert auf einem hypothetischen Szenario: Was wäre gewesen, wenn sich die Wirtschaft ohne Corona, ohne die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und ohne den amerikanischen Zollstreit mit dem Durchschnittstempo der letzten drei Jahrzehnte weiterentwickelt hätte? Die Antwort ist so simpel wie schmerzhaft – Deutschland wäre heute eine Billion Euro reicher.
Politisches Versagen auf ganzer Linie
Man muss kein Wirtschaftsexperte sein, um zu erkennen, dass hier nicht nur externe Faktoren am Werk waren. Die deutsche Politik hat in den vergangenen Jahren auf nahezu jede Krise mit einer Mischung aus Aktionismus und Hilflosigkeit reagiert. Statt die Wirtschaft zu stärken und Rahmenbedingungen zu verbessern, wurden Unternehmen mit immer neuen Auflagen und Regulierungen belastet. Die Energiewende, so ideologisch verbrämt sie auch daherkommen mag, hat die Strompreise in astronomische Höhen getrieben und ganze Industriezweige zur Abwanderung bewogen.
Während andere Länder ihre Wirtschaft mit pragmatischen Maßnahmen unterstützten, verlor sich Deutschland in Debatten über Gendersternchen und Klimakleber. Die Prioritäten waren offensichtlich andere als die Sicherung des Wohlstands. Und nun steht die Rechnung ins Haus – eine Rechnung, die kommende Generationen noch lange abzahlen werden.
Ein Lichtblick am Horizont?
Immerhin mehren sich zuletzt die Anzeichen für eine zaghafte Erholung. Die Industrieaufträge steigen, getrieben vor allem durch Großaufträge im Rüstungssektor. Die deutschen Exporte legten im Dezember kräftig zu und bescherten dem Gesamtjahr 2025 ein kleines Plus. Doch ob dies ausreicht, um die strukturellen Probleme der deutschen Wirtschaft zu lösen, darf bezweifelt werden.
Die neue Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz hat zwar vollmundig Besserung versprochen, doch die Realität sieht anders aus. Das geplante 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur mag kurzfristig Impulse setzen, langfristig bedeutet es jedoch neue Schulden, die durch Steuern und Abgaben finanziert werden müssen. Von dem Versprechen, keine neuen Schulden zu machen, ist längst keine Rede mehr.
Gold als sicherer Hafen in stürmischen Zeiten
Angesichts dieser wirtschaftlichen Turbulenzen und der anhaltenden Unsicherheit an den Märkten rücken physische Edelmetalle wieder verstärkt in den Fokus kluger Anleger. Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässliche Wertspeicher bewährt – gerade in Zeiten, in denen das Vertrauen in politische Entscheidungsträger und Papierwährungen schwindet. Als Beimischung zu einem breit gestreuten Anlageportfolio können Edelmetalle einen wichtigen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst dafür verantwortlich, sich umfassend zu informieren und eigenständige Anlageentscheidungen zu treffen. Eine Haftung für etwaige Verluste wird ausdrücklich ausgeschlossen.

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