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Kettner Edelmetalle
21.08.2026
06:23 Uhr
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Dürre-Schock: Bauern schlachten Herden – Preis-Hammer 2027?

Dürre-Schock: Bauern schlachten Herden – Preis-Hammer 2027?
Symbolbild: KI-generiert

Auf Deutschlands Weiden wächst kaum noch Gras. Weil das Futter fehlt, treiben immer mehr Landwirte Teile ihrer Rinderherden vorzeitig zum Schlachthof. Der Landesbauernverband Baden-Württemberg meldet, dass den Betrieben derzeit 30 bis 40 Prozent weniger Grundfutter zur Verfügung stehen als im langjährigen Mittel.

Regional fallen der dritte und vierte Grasschnitt komplett aus. Auch der Silomais, das Rückgrat der Winterfütterung, enttäuscht: Die Kolben bleiben mickrig. Was im Sommer nicht wächst, fehlt im Januar im Trog – so einfach ist die Rechnung eines Bauernhofs.

Wenn Heu zum Luxusgut wird

Zukaufen? Für viele rechnet sich das längst nicht mehr. Der Landwirt Lenz Berger aus Rieden berichtet, dass Siloballen im Jahresvergleich von durchschnittlich 40 auf 55 Euro geklettert seien – nicht allein wegen der Trockenheit, sondern auch wegen der insgesamt gestiegenen Betriebskosten.

Wer sein Winterfutter nicht sichern kann, muss den Bestand verkleinern. Zuerst treffe es die Tiere mit der schwächsten Milchleistung, dann die nächste Kategorie, so Berger.

„Es werden zur Schlachtbank als erstes Rinder geführt, welche in der unteren Kategorie der Milcherzeugung sind. Danach erfolgen die nächsthöhere Kategorie der Tiere für die Schlachtung.“

Die Folge: In Teilen Süddeutschlands bilden sich Wartelisten vor den Schlachthöfen. Auch aus Österreich und Südtirol wird über eine Welle vorzeitiger Verkäufe berichtet. Brüssel hat immerhin Ausnahmen genehmigt – Bio-Betriebe dürfen in der Not konventionelles Grundfutter zukaufen.

Der Preisschock kommt mit Verzögerung

Kurzfristig drückt das Überangebot die Fleischpreise. Doch der Bumerang kommt: Weniger Kühe heute bedeuten weniger Milch und weniger Fleisch morgen. Die Kälbergeburten des kommenden Jahres dürften den Bestandsverlust nicht ausgleichen; eine vollständige Erholung wäre erst in den Folgejahren realistisch.

Dazu kommt eine politische Zutat. Ab dem 3. September greift der Einfuhrstopp für brasilianisches Rindfleisch sowie Geflügel, Eier und Honig – Hintergrund sind in Brasilien eingesetzte Wachstumshormone, die in der EU nicht zugelassen sind. Medienberichten zufolge hatte ein Expertenausschuss der Mitgliedstaaten die Streichung Brasiliens von der Lieferantenliste bereits im Mai beschlossen. Bis zu zwei Jahre könnte die Sperre dauern.

Und die Nachbarn? Fallen als Retter aus. Auch dort hat die Dürre die Erträge zusammenschrumpfen lassen.

Kein Novum – aber ein Alarmsignal

Historisch sind solche Trockenphasen keine Premiere. Als Referenz gilt das Jahr 1540, als europaweit über elf Monate fast kein Regen fiel und Rhein und Main zeitweise nur 10 bis 15 Prozent ihrer üblichen Wassermenge führten – Flussbetten ließen sich zu Fuß durchqueren. Auch zwischen 1471 und 1477 litt Mitteleuropa unter einer Megadürre.

Acker für Teller oder für Tank?

Umso brisanter wirkt der Streit um die Flächen. Rund ein Sechstel der deutschen Ackerfläche wird rein energetisch genutzt. Verbraucherschützer fordern seit Langem, den subventionierten „Energie-Mais“ zugunsten von Nahrung und Futter zurückzudrängen.

Der Entwurf für das EEG 2027 sieht Kürzungen der Biogas-Ausschreibungen von bis zu 70 Prozent vor; gefördert werden sollen künftig Reststoffe wie Gülle und Mist. Bodennahe Solarparks auf gutem Ackerland fallen weitgehend aus der Förderung, stattdessen soll Agri-PV mit mindestens 85 Prozent verbleibender Nutzfläche den Vorrang bekommen. Aus Sicht unserer Redaktion eine überfällige Korrektur – nach Jahren, in denen Fördersysteme die Nahrungsproduktion gegen die Stromerzeugung ausgespielt haben.

Hinweis: Dieser Beitrag ist journalistische Information und keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser trifft wirtschaftliche Entscheidungen eigenverantwortlich.

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