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Kettner Edelmetalle
21.08.2026
05:42 Uhr
KI-generiert

Drohnen gegen Putins Gas: Riskantes Kalkül trifft Europas Gasspeicher

Drohnen gegen Putins Gas: Riskantes Kalkül trifft Europas Gasspeicher
Symbolbild: KI-generiert

Kiew greift Russlands Energieindustrie immer aggressiver an – nun rücken offenbar auch die riesigen LNG-Terminals in den Blick. Ein unabhängiges ukrainisches Nachrichtenportal spielt in einer aktuellen Analyse durch, ob selbst die Arktis-Anlagen Yamal LNG und Arctic LNG 2 in Reichweite ukrainischer Drohnen liegen könnten. Belastbare Hinweise auf konkrete Angriffspläne gibt es bislang nicht.

3400 Kilometer Reichweite – zumindest auf dem Papier

Grundlage der Spekulation ist dem Bericht zufolge ein Dokument, das die Ukraine an das Weiße Haus übermittelt haben soll. Demnach sollen Drohnensysteme des ukrainischen Herstellers Fire Point Reichweiten von bis zu 3400 Kilometern erreichen.

Näher liegen ohnehin die Terminals Wysotsk und Portowaja im Gebiet Leningrad – rund 1130 Kilometer von Kiew entfernt. Das dortige Ölterminal wurde bereits am 6. Juli attackiert. Anfang August trafen ukrainische Drohnen Berichten zufolge Raffinerien in Jaroslawl und Baschkortostan.

Der wirtschaftliche Hebel wäre gewaltig: Russland verfügt nur über fünf aktive LNG-Terminals. Allein Yamal LNG steht nach Angaben der Kyiv School of Economics für rund 63 Prozent der russischen Flüssiggasexporte.

Europas peinliche Rolle: 92 Prozent landen bei uns

Wer glaubt, Europa sei längst raus aus dem russischen Gas, irrt gewaltig. Von 11,83 Millionen Tonnen weltweit ausgelieferten Yamal-Mengen gingen zwischen Januar und Juli 2026 laut einer Auswertung der Umweltorganisation Urgewald 10,89 Millionen Tonnen an EU-Häfen – rund 92 Prozent, geschätzter Wert: 6,64 Milliarden Euro.

Auch der Transport läuft westlich: Die Reedereien Dynagas, Mitsui O.S.K. Lines und Seapeak bewegen zusammen etwa 60 Prozent der monatlichen Ausfuhren. Griechenland blockierte im Juli über eine Woche lang das gesamte 21. Sanktionspaket, bis Athen eine zunächst zwölfmonatige Ausnahme für europäische Reeder durchsetzte. Mehrere griechische Politiker sprachen von einem „Schuss ins eigene Bein“.

Ein Angriff auf solche Tanker wäre für Kiew politisch brandgefährlich. Der CREA-Experte Isaac Levi hält Attacken auf die Schiffe laut dem Bericht für riskant – Kiew werde weder EU-Regierungen verärgern noch Militärhilfe gefährden wollen. Ab dem Importverbot 2027 könne sich dieses Kalkül aber ändern.

Sanktionen mit Schlagseite – und leere Speicher

Bemerkenswert: Trotz US-Sanktionen seit 2023 wächst Arctic LNG 2 rasant. Nach LSEG-Daten wurden dort von Januar bis Juli 2026 rund 1,71 Millionen Tonnen verladen – mehr als achtmal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Der französische Konzern TotalEnergies hält weiterhin 20 Prozent an Yamal LNG.

Und Europa? Die EU-Speicher sind laut Gas Infrastructure Europe nur zu 55 Prozent gefüllt – ein Tiefstand für diese Jahreszeit. Auch die deutschen Speicher sind Medienberichten zufolge nur etwa zur Hälfte voll; das Bundeswirtschaftsministerium setzt beim Auffüllen offenbar vor allem auf die Händler. Das Kölner EWI rechnet vor, dass Europa seine LNG-Importe mehr als verdoppeln müsste, um bis November 80 Prozent zu erreichen.

Der Preis der Zickzack-Energiepolitik

Aus Sicht unserer Redaktion offenbart der Fall die ganze Zerrissenheit europäischer Energiepolitik: Man sanktioniert Moskau – und kauft dessen Gas weiter in Rekordmengen. Ein einziger Drohnentreffer in der Arktis könnte diese Rechnung über Nacht zerreißen und die Preise für Verbraucher und Mittelstand nach oben treiben. Wer sich gegen solche Schocks wappnen will, denkt in Sachwerten. Physisches Gold und Silber gelten seit Jahrhunderten als Anker in Krisenzeiten – als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger trifft seine Entscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst gründlich informieren.

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