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Kettner Edelmetalle
26.08.2026
05:31 Uhr
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Drei Euro pro Liter? Der Diesel-Schock rollt auf Deutschland zu

Drei Euro pro Liter? Der Diesel-Schock rollt auf Deutschland zu
Symbolbild: KI-generiert

Deutschlands Autofahrer zahlen längst mehr als zwei Euro pro Liter – und das könnte erst der Anfang sein. Aus Italien kommt jetzt die Warnung, der Dieselpreis könne binnen weniger Monate auf bis zu drei Euro je Liter klettern. Der Grund: Der Krieg im Nahen Osten blockiert weiter die Straße von Hormus.

Zwei Euro sind die neue Normalität

Seit dem Auslaufen des Tankrabatts Ende Juni kennen die Preise an deutschen Zapfsäulen nur eine Richtung. Am Sonntag kostete Super im bundesweiten Schnitt 2,28 Euro, Diesel 2,25 Euro.

Zur Erinnerung: Im bislang teuersten Tankjahr 2022 lag der Diesel-Jahresdurchschnitt laut ADAC-Statistik noch bei rund 1,95 Euro. Der Automobilclub geht inzwischen davon aus, dass 2026 dieser Rekord fallen dürfte. Den traurigen Spitzenwert markierte laut ADAC der 7. April dieses Jahres mit 2,446 Euro je Liter Diesel – der teuerste Tanktag seit Beginn der Aufzeichnungen.

Die Warnung aus Rom – und warum sie uns betrifft

Michele Marsiglia, Präsident des italienischen Öl- und Gasverbands FederPetroli Italia, sagte der Nachrichtenagentur Adnkronos, bei anhaltender Nahost-Krise und blockierter Straße von Hormus sei ein Dieselpreis von drei Euro möglich.

„Wenn es so weitergeht, könnte es innerhalb weniger Monate zu einer dramatischen Veränderung kommen.“

In Italien kostete Diesel Berichten zufolge am 18. August 2,099 Euro – ähnlich wie hierzulande. Zusätzlich lief dort am Dienstag eine Verbrauchsteuerermäßigung von 17 Cent aus. Das Muster kennen deutsche Autofahrer nur zu gut.

Und der italienische Fall ist kein Nachbarschaftsproblem: Beide Länder sind Nettoimporteure, beide hängen an denselben Handelsrouten aus den USA und der Golfregion. Steigt dort der Einkaufspreis, kommt die Rechnung zeitversetzt auch in Hamburg oder München an.

Hormus zu – Europas Achillesferse liegt offen

Durch die Meerenge liefen vor Ausbruch des Konflikts rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Rohöls und Flüssiggases. Seit Ende Februar bekämpfen die USA und Israel den Iran, Energieanlagen in der Golfregion wurden wiederholt getroffen, die Verhandlungen über eine Wiederöffnung des Seewegs stocken.

Besonders bitter für Deutschland: Diesel wird hier zu großen Teilen nicht selbst produziert. Laut AG Energiebilanzen lag der Importanteil 2023 bei gut 43,2 Prozent des Gesamtverbrauchs. Bis zum EU-Embargo im Februar 2023 kam rund die Hälfte davon aus Russland – heute liefern vor allem die USA, Indien, die Türkei und die Golfstaaten. Deren Großraffinerien in Kuwait oder Oman verschiffen ihre Fracht ausgerechnet durch Hormus.

Hausgemachte Abhängigkeit

Dass Europa so verwundbar ist, hat auch mit eigenen Entscheidungen zu tun. Dem Statistical Report 2025 von FuelsEurope zufolge wurden in der EU seit 2009 rund 30 Raffinerien geschlossen. Wer Verarbeitungskapazität im Namen der Transformation abbaut, macht sich abhängig – das ist aus Sicht unserer Redaktion keine Klimapolitik, sondern strategische Selbstentwaffnung.

Goldman Sachs warnt Berichten zufolge, dass beim Diesel ein größeres Engpassrisiko bestehe als beim Rohöl selbst, vor allem im kommenden Winter. Morgan Stanley erwartet für Europa eine historisch angespannte Versorgungslage. Michael Haberland vom Automobilclub Mobil in Deutschland hielt gegenüber der Bild-Zeitung bei 180 Dollar je Barrel Preise „in Richtung drei Euro“ für möglich – an Autobahnen könne die Marke sogar fallen.

Wenn Energie zum Spekulationsobjekt der Geopolitik wird, verliert Papiergeld schnell an Kaufkraft. Physische Edelmetalle haben sich in solchen Phasen historisch als solider Baustein zur Vermögenssicherung bewährt – als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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