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17.07.2026
05:57 Uhr

Die gefährliche Legende vom „konservativen Russland“ – warum sich die Rechte von ihrer Kreml-Romantik verabschieden sollte

Seit vier Jahren tobt der Krieg in der Ukraine, und noch immer geistert durch Teile des rechten und konservativen Lagers eine Vorstellung, die mit der Wirklichkeit ungefähr so viel zu tun hat wie ein Reiseprospekt mit einem Kriegsgebiet: die Idee, Russland sei das letzte Bollwerk gegen westliche Dekadenz, ein Hort intakter Familien, traditioneller Werte und nationaler Selbstbehauptung. Ein warmes Bild, gewiss. Nur leider ein falsches.

Die deutsche Sehnsucht nach dem edlen Osten

Die Liebe der Deutschen zu Russland hat Tradition. Nietzsche sah dort den Gegenentwurf zur europäischen „Kleinstaaterei“, Rilke schwärmte vom Land des „unvollendeten Gottes“. Doch was einst feinsinnige Dichter empfanden, mutiert heute zur außenpolitischen Verklärung durch selbsternannte Militärexperten. Und genau hier lauert die Falle. Denn wer aus einer enttäuschten Westkritik heraus reflexartig ins gegnerische Lager stolpert, tauscht nur eine Naivität gegen die nächste.

Es ist völlig legitim, Frieden zu fordern. Es ist richtig, das sinnlose Sterben beenden zu wollen. Und ja – die westliche Einflussnahme in der Ukraine war real, die Diabolisierung Russlands im Mainstream teils grotesk, die blau-gelbe Profilbild-Hysterie mitunter unerträglich. Wer das kritisiert, ist kein „Kreml-Propagandist“. Doch die umgekehrte Wahrheit gilt genauso: Wer sich für die Selbstverteidigung eines angegriffenen Volkes ausspricht, ist deshalb noch lange kein „Kriegstreiber“.

Wessen Krieg ist das eigentlich?

Die entscheidende Frage lautet: Warum dauert dieser Krieg an? Nicht, weil Brüssel oder Washington ihn künstlich am Leben hielten. Sondern weil er zur Existenzgrundlage des Mannes im Kreml geworden ist. Ein Herrscher, der seine Legitimität aus territorialen Zugewinnen und geopolitischer Dominanz speist, braucht den Konflikt wie die Luft zum Atmen. Ein Friedensschluss wäre für Putin gleichbedeutend mit dem Ende seiner Ära.

„Wisst ihr, wie wir die Feinde dort nennen? Wir nennen sie Deutsche. Wir hassen nicht sie – wir hassen euch.“ – Wladimir Solowjow, russischer Staatspropagandist

Man lasse sich diesen Satz auf der Zunge zergehen. Der prominenteste Sprachrohr-Moderator des russischen Staatsfernsehens erklärt offen, man führe Krieg gegen die Deutschen. Und Teile der hiesigen Rechten verklären ausgerechnet dieses Regime zum Freund? Das ist keine Realpolitik mehr, das ist politischer Selbstbetrug.

Die Fassade bröckelt

Wer Russland als konservatives Musterland preist, sollte einen Blick hinter die Kulisse werfen. Von wegen heile Bilderbuchfamilie: Hunderttausende Abtreibungen jährlich, auf zehn Eheschließungen kommen sechs Scheidungen, Tausende Frauen sterben Jahr für Jahr an häuslicher Gewalt, der Alkoholismus grassiert. Russland ist zudem ein multiethnischer Staat mit einem muslimischen Bevölkerungsanteil von über 15 Prozent – mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland. Islamistischer Terror wie der Anschlag auf die Crocus City Hall 2024 mit 145 Toten ist trauriger Alltag. Von wirtschaftlicher Blüte keine Spur: Der ländliche Raum verarmt, während eine nepotistische Loyalistenclique sich an Öl- und Gasrenten bereichert.

Deutschland als ewiges Feindbild

Besonders bitter: In der russischen Staatsideologie ist Deutschland kein potenzieller Partner, sondern der geschichtlich gewachsene Erzfeind. Denkmäler für die Rote Armee werden errichtet, während die Massenverbrechen von 1945 systematisch verschwiegen werden. Erst kürzlich stufte Moskau die Landsmannschaft Ostpreußen als „unerwünschte Organisation“ ein – ein Vertriebenenverband landet damit auf einer Liste von über 350 geächteten Institutionen. Das ist die Realität hinter der Birkenromantik.

Sabotage auf deutschem Boden

Und diese Feindschaft bleibt nicht bei Worten. Russland betreibt seit Jahren eine systematische Kampagne hybrider Kriegsführung – auf deutschem Territorium. Die Palette reicht weit:

  • Drohnenaufklärung über Bundeswehr-Standorten
  • Sabotage an Unterseekabeln in der Ostsee
  • Brandanschläge auf Rüstungstransporte, etwa in Erfurt
  • Vereitelte Anschlagspläne auf US-Militärbasen
  • Der Tiergartenmord 2019, ein GRU-Auftragsmord mitten in Berlin
  • Sogenannte „Wegwerfagenten“, online für Kleinstbeträge rekrutiert

Hinzu kommt die zynische Instrumentalisierung von Migranten als Waffe: 2021 organisierte das mit Moskau verbündete Lukaschenko-Regime einen gesteuerten Migrantenstrom an die EU-Ostgrenze. Polens damaliger Regierungschef nannte die Aktion beim Namen: „von Putin gesteuert“. Genau jene Migrationskrise, unter der Deutschland bis heute leidet, wird von interessierter Seite bewusst befeuert – und ausgerechnet die Russland-Romantiker klammern diesen Umstand geflissentlich aus.

Warum das gerade Konservative verstehen müssten

Hier liegt die eigentliche Ironie. Wer Patriotismus, Wehrhaftigkeit und kulturelle Selbstbehauptung hochhält – also all jene Tugenden, die in Deutschland so schmerzlich fehlen –, der müsste eigentlich anerkennen, wo diese Werte unter Feuer verteidigt werden. Über 90 Prozent der Ukrainer bekennen sich stolz zu ihrem Land, rund zwei Drittel wären bereit, es mit der Waffe zu verteidigen. Ein Volk, das um Sprache, Symbole und Fortbestand ringt, verkörpert genau jenes nationale Selbstbewusstsein, das man hierzulande so oft vermisst.

Das heißt keineswegs, man müsse diesen Krieg zum „eigenen Krieg“ erklären. Man darf, ja man sollte auch die dunklen Seiten Kiews benennen: die grassierende Korruption, die zweifelhaften Rekrutierungsmethoden, die fragwürdige Heldenverehrung. Äquidistanz mit offenen Augen ist die klügere Haltung als blinde Parteinahme für die eine oder andere Seite. Doch Russland zum natürlichen Verbündeten Deutschlands zu verklären, hieße, die Augen vor einem aggressiven und offen antideutschen Regime zu verschließen.

Ein Wort in eigener Sache

Es bleibt die verzweifelte Frage vieler Bürger: Wen soll man wählen, wenn man weder den kriegstreibenden Brüsseler Zentralismus noch die Kreml-Verklärung erträgt? Die Antwort liegt nicht in der Flucht in fremde Arme, sondern in der Rückbesinnung auf ein selbstbewusstes, souveränes Deutschland, das seine Interessen selbst definiert – nüchtern, ohne Illusionen und ohne romantische Projektionen nach Ost oder West. Deutschland braucht endlich wieder eine Politik, die sich am Wohl der eigenen Bürger orientiert. Das sehen mittlerweile weite Teile des Volkes so.

Die Birken, die der Russe liebt, stehen noch immer. Doch unter ihnen rollen heute Panzer und schwirren Drohnen – und sie bedrohen längst auch deutsche Interessen.

Krisen, Kriege und der Wert echter Sicherheit

Was uns dieser Konflikt vor allem lehrt: In Zeiten geopolitischer Umbrüche, hybrider Bedrohungen und einer Politik, die das Vermögen der Bürger durch Schulden und Inflation entwertet, gewinnt der Gedanke krisenfester Werte an Bedeutung. Physisches Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie unabhängig von politischen Verwerfungen und Kriegen ihren Wert bewahren. Als solide Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen können Edelmetalle ein sinnvoller Baustein zur langfristigen Vermögenssicherung sein – gerade dann, wenn Vertrauen in Papierwerte und politische Versprechen erodiert.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion wieder und stellt weder eine Anlage- noch eine Rechtsberatung dar. Wir betreiben keine Anlageberatung. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich eigenständig ausreichend zu informieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der dargestellten Informationen übernehmen wir keine Gewähr.

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