
„Die Brandmauer wird den Herbst nicht überleben“ – CDU vor dem Bruch?

Ein Historiker aus den eigenen Reihen stellt der CDU die Diagnose: hilflos. Andreas Rödder, früherer Vorsitzender der CDU-Grundwertekommission, sagt in einem Interview mit dem Nachrichtensender Welt das Ende der Brandmauer zur AfD noch in diesem Herbst voraus. Und mehr noch: Er hält ein Zerbrechen seiner eigenen Partei für ein realistisches Szenario.
Keine kontrollierte Sprengung, sondern eine unkontrollierte
Rödders Kernsatz sitzt: „Die Brandmauer wird den Herbst nicht überleben“. Der Mainzer Historiker rechnet dabei ausdrücklich nicht mit einem geordneten Manöver der Parteiführung.
„Wir werden keinen kontrollierten Abbruch, keine kontrollierte Sprengung, sondern offenkundig eine unkontrollierte Sprengung erleben“
Deutschland stehe vor „eruptiven Veränderungen“ seines Parteiensystems, so Rödder. Er zieht einen Vergleich, der es in sich hat: Es seien die „dramatischsten Herausforderungen des politischen Systems seit dem Herbst 1989“.
Drei Wahlen, ein Dilemma
Der Auslöser sitzt im Kalender. Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern wählen am 6. September, Berlin am 20. September neue Landesparlamente.
Die Zahlen erklären Rödders Nervosität. In Sachsen-Anhalt sahen Umfragen die AfD zuletzt bei rund 41 Prozent, die CDU deutlich abgeschlagen im Bereich von gut 20 bis 26 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern wurde die AfD in Erhebungen vom Sommer bei etwa 35 bis 36 Prozent gemessen.
Rödders entscheidende Frage lautet deshalb: „Was macht man denn dann, wenn AfD und Linkspartei zusammen eine absolute Mehrheit der Sitze haben?“ Rechnerisch wäre die Union dann außen vor – gefangen in ihren eigenen Unvereinbarkeitsbeschlüssen.
„Am Rande der Todeszone“
Drei Auswege bleiben nach Rödders Analyse – und alle drei seien riskant:
- Ein Bündnis mit der Linken gegen die AfD – dann setze sich die Erosion nach rechts fort.
- Ein Land wie Sachsen-Anhalt faktisch als unregierbar aufgeben.
- Eine Kooperation mit der AfD – worauf die Union nach seiner Einschätzung überhaupt nicht vorbereitet sei.
Führende Vertreter sagten mittlerweile selbst, die Partei stehe „am Rande der Todeszone“, und zwar schon vor den Wahlen, berichtet Rödder aus internen Gesprächen. Die CDU habe „überhaupt kein Rezept“.
Wenn Moral zur strategischen Falle wird
Aus Sicht unserer Redaktion legt Rödder den Finger in eine Wunde, die sich die Union selbst geschlagen hat. Wer öffentliche Bekenntnisse so hoch hängt, dass jede spätere Korrektur wie Verrat wirkt, verliert genau das, was Politik im Kern braucht: Handlungsspielraum.
Hinzu kommt die inhaltliche Seite. Umfragen zeigen seit Monaten, dass eine deutliche Mehrheit der Deutschen einen Kurswechsel in der Migrationspolitik wünscht. Wer diesen Wunsch als unanständig abstempelt, statt ihn politisch zu bearbeiten, sollte sich über Wanderungsbewegungen an der Wahlurne nicht wundern.
Ob Rödder recht behält, entscheidet sich in wenigen Wochen. Sicher ist nur: Politische Unsicherheit dieser Größenordnung bleibt selten ohne wirtschaftliche Folgen – und in solchen Phasen erinnern sich viele Bürger daran, warum physisches Gold und Silber seit Jahrhunderten als krisenfester Anker im Vermögen gelten.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst umfassend informieren.

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