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Kettner Edelmetalle
06.06.2026
11:57 Uhr

Deutschlands vergrabener Energieschatz: Wie wir teuer importieren, was direkt unter unseren Füßen liegt

Deutschlands vergrabener Energieschatz: Wie wir teuer importieren, was direkt unter unseren Füßen liegt

Es ist eine dieser Geschichten, die exemplarisch für den energiepolitischen Irrsinn dieses Landes stehen: Deutschland sitzt auf gewaltigen Gasreserven – und tut nichts. Stattdessen kaufen wir uns das gleiche Gut zu Mondpreisen aus dem Ausland zusammen, lassen es über halbe Ozeane schippern und beklagen anschließend die explodierenden Energiekosten, die unsere Industrie reihenweise in die Knie zwingen. Wer braucht da noch Satire?

Ein Viertel des Bedarfs – einfach so verschenkt

Eine neue Studie, durchgeführt im Auftrag der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung, legt nun schwarz auf weiß offen, was viele längst ahnten. Der Geophysiker Dr. Hans-Joachim Kümpel, ehemaliger Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, hat die deutschen Schiefergasvorkommen untersucht. Sein Befund dürfte all jene blass werden lassen, die uns seit Jahren das Märchen von der alternativlosen Importabhängigkeit erzählen.

Selbst bei vorsichtiger Rechnung ließen sich hierzulande über Jahrzehnte hinweg rund 20 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr fördern – mithilfe der sogenannten Fracking-Technologie. Das wären, man höre und staune, etwa ein Viertel des gesamten deutschen Gasbedarfs.

Zum Vergleich: Aus konventionellen Lagerstätten decken heimische Vorkommen heute nur noch klägliche fünf Prozent. Vor zwei Jahrzehnten waren es noch rund 20 Prozent. Der Niedergang hat System.

Das Verbot, das uns abhängig macht

Doch genau dieser Schatz bleibt unter Verschluss. Seit 2017 ist die kommerzielle Gasförderung mittels Fracking in Deutschland verboten – begründet, wie könnte es anders sein, mit dem Umwelt- und Trinkwasserschutz. Erlaubt sind lediglich vier wissenschaftliche Erprobungsbohrungen. De facto kommt das einem totalen Bann gleich.

Die Folge? Deutschland hängt am Tropf anderer Staaten. Den Löwenanteil liefert Norwegen per Pipeline, doch zunehmend wichtiger wird verflüssigtes Erdgas, das berüchtigte LNG, vornehmlich aus den Vereinigten Staaten. Und dieses LNG ist – wenig überraschend – deutlich teurer als herkömmliches Pipelinegas.

Warum LNG die Heizkosten in die Höhe treibt

Man muss kein Ökonom sein, um den Wahnsinn zu erkennen. Das Gas muss zunächst auf eisige minus 162 Grad heruntergekühlt und verflüssigt werden. Dann reisen Spezialtanker Tausende Kilometer über die Weltmeere, ehe das Ganze im Zielhafen wieder in seinen gasförmigen Zustand zurückverwandelt wird. Jeder dieser Schritte kostet – und die Rechnung zahlt am Ende der deutsche Verbraucher an der Heizung und der deutsche Mittelständler in der Produktionshalle.

Wer hat das eigentlich zu verantworten? Eine Politik, die lieber teuer aus Übersee einkauft, als die eigenen Ressourcen zu nutzen. Das nennt man dann „Energiewende".

Die Schreckensszenarien halten der Prüfung kaum stand

Aber Fracking sei doch so gefährlich, heißt es reflexartig. Schauen wir genauer hin, denn die gängigen Horrorgeschichten zerbröseln bei nüchterner Betrachtung. Die Sorge vor verseuchtem Trinkwasser? Die Gasschichten liegen mehrere Tausend Meter tief, getrennt vom oberflächennahen Grundwasser durch dicke, undurchlässige Gesteinsschichten. Eine Kontamination gilt als unwahrscheinlich.

Auch die chemische Keule existiert in dieser Form nicht mehr. Moderne Fracking-Flüssigkeiten bestehen laut Studie zu rund 98 bis 99 Prozent aus Wasser, der Rest aus Stützmitteln und einem verschwindend geringen Anteil weitgehend unbedenklicher Zusätze.

Und die viel beschworenen Erdbeben? Kümpel erklärte bereits 2015 in einer Anhörung des Bundestages, derartige Befürchtungen seien schlicht nicht belegt. Im Gegenteil: Die Förderung von Schiefergas sei mit einem geringeren Erdbebenrisiko verbunden als die konventionelle Erdgasförderung.

Die Ironie der Klimabilanz

Nun kommt der Teil, der den selbsternannten Klimarettern besonders unangenehm sein dürfte. Denn ausgerechnet die Umweltpolitik, die Fracking verhindert, sorgt für eine emissionsintensivere Energieversorgung. Wie das?

Die energieintensive Verflüssigung des LNG, der Transport über weite Strecken und die anschließende Regasifizierung verschlechtern die so gepriesene Klimabilanz erheblich. Hinzu kommt das Methan, das entlang der Lieferkette entweicht – ein Gas, das über zwanzig Jahre betrachtet deutlich klimaschädlicher wirkt als CO2. Die Studienautoren beziffern das Einsparpotenzial gegenüber US-Flüssigerdgas auf rund 18 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr.

Heimisches Gas wäre also nicht nur billiger und sicherer, sondern obendrein klimafreundlicher. Doch wer Logik von der hiesigen Energiepolitik erwartet, wartet vergeblich.

Ein Standort, der sich selbst sabotiert

Planbare Fördermengen zu kalkulierbaren Preisen könnten die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland stützen. Jede im Inland geförderte Kilowattstunde, die teures LNG ersetzt, dämpft den Gaspreis – und damit die Heizkosten der Familien. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit für jedes Land, das seine Bürger und seine Wirtschaft ernst nimmt.

Immerhin: Die schwarz-rote Koalition unter Friedrich Merz hat angekündigt, die Erschließung heimischer Gasvorkommen erwägen zu wollen. Doch wer die politische Realität kennt, ahnt, was von solchen Ankündigungen zu halten ist. Ein konkreter Beschluss steht weiterhin aus. Man kennt das Spiel: Erst wenn der letzte Industriebetrieb abgewandert ist, wird man begreifen, dass sich ideologische Reinheit nicht essen lässt.

Was bleibt: Substanz statt Versprechen

Die Geschichte des deutschen Gas-Schatzes ist ein Lehrstück über ein Land, das seinen eigenen Wohlstand auf dem Altar fragwürdiger Ideologien opfert. Während andere Nationen ihre Ressourcen nutzen und ihre Bürger entlasten, frieren wir lieber im Namen einer höheren Moral – und kaufen das gleiche Gas anschließend teurer aus dem Ausland.

In einer Welt, in der politische Entscheidungen die Energiepreise, die Inflation und damit die Kaufkraft jedes Einzelnen ins Wanken bringen, gewinnt eines an Bedeutung: handfeste Substanz, die sich keine Regierung per Federstrich entwerten kann. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrtausende bewiesen, dass sie Vermögen bewahren, wenn politische Fehlentscheidungen das Papiergeld entwerten. Als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bleiben sie ein Anker der Vernunft in einer Welt, die immer wieder gegen jede Vernunft regiert wird.

Haftungsausschluss: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Er ersetzt keine individuelle Beratung durch einen Fachmann. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig ausreichend zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Eine Haftung für etwaige Verluste wird ausdrücklich ausgeschlossen.

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