
Deutscher Maschinenbau im Würgegriff: Trumps Zölle und Chinas Aufstieg zermalmen eine Schlüsselindustrie
Es ist ein Bild des Niedergangs, das sich da vor den Augen der deutschen Öffentlichkeit entfaltet – und doch scheint es kaum jemanden in den Berliner Regierungsetagen wirklich zu erschüttern. Der deutsche Maschinenbau, einst das stolze Rückgrat der Exportnation, kämpft ums Überleben. Sinkende Exporte, aggressive US-Zölle und eine immer mächtiger werdende chinesische Konkurrenz setzen einer Branche zu, die rund eine Million Menschen in Deutschland beschäftigt. Die Zahlen für 2025 sprechen eine unmissverständliche Sprache.
Exporteinbruch: Die nackten Zahlen einer Krise
Wie der Branchenverband VDMA in Frankfurt mitteilte, seien die Ausfuhren im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent gegenüber 2024 gesunken. Preisbereinigt – also ohne den schmeichelnden Schleier der Inflation – betrage der Rückgang sogar 3,3 Prozent. Insgesamt hätten deutsche Maschinenbauer Produkte im Wert von 198,5 Milliarden Euro in die Welt exportiert. Selbst ein leichter Anstieg im Dezember konnte das desaströse Jahresminus nicht mehr kitten. Die Produktion schrumpfte preisbereinigt um 2,6 Prozent – und das bereits im dritten Jahr in Folge. Drei Jahre Schrumpfung. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen.
VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt fand deutliche Worte: Die US-Zölle, der zunehmende Protektionismus sowie die damit einhergehende Unsicherheit auf den Weltmärkten träfen den exportorientierten Maschinen- und Anlagenbau „ins Mark". Eine Formulierung, die man in ihrer Dramatik kaum überbieten kann – und die dennoch das Ausmaß der Misere nur unzureichend beschreibt.
Amerika und China: Zwei Märkte, ein Desaster
Besonders verheerend wirkt sich der Einbruch auf den beiden wichtigsten Einzelmärkten aus. Die Exporte in die USA – traditionell der bedeutendste Absatzmarkt für deutsche Maschinen – brachen um satte 8,0 Prozent auf knapp 25,2 Milliarden Euro ein. Trumps aggressive Zollpolitik mit pauschalen 20 Prozent auf EU-Importe, ergänzt durch Sonderzölle auf den Stahl- und Aluminiumanteil von Maschinen, entfaltet ihre zerstörerische Wirkung mit chirurgischer Präzision. Und als wäre das nicht genug, kündigte der US-Präsident erst kürzlich nach einer Niederlage vor dem Supreme Court einen weltweiten Zollsatz von 15 Prozent an. Ein Mann, der offenbar nicht ruht, bis der letzte Rest von freiem Welthandel in Trümmern liegt.
Parallel dazu schrumpften die Ausfuhren nach China um 8,2 Prozent im Jahresvergleich. Was hier geschieht, ist allerdings kein konjunkturelles Phänomen, sondern ein struktureller Umbruch. China baut seine eigene Maschinenbauindustrie mit atemberaubender Geschwindigkeit aus, kopiert westliche Technologie und verdrängt deutsche Hersteller nicht nur auf dem heimischen Markt, sondern zunehmend auch in Drittländern. Der VDMA geht davon aus, dass sich dieser langjährige Trend zu sinkenden Exporten fortsetzen dürfte. Eine bittere Prognose.
Europa als letzter Rettungsanker?
Immerhin: Das Geschäft mit den EU-Ländern hielt sich vergleichsweise wacker, wenngleich auch hier die Exporte mit nominal 0,3 Prozent leicht im Minus lagen. Lichtblicke gab es mit wachsenden Ausfuhren nach Italien und Spanien, in die südamerikanischen Mercosur-Staaten sowie den Nahen und Mittleren Osten. Ein positiver Auftragseingang aus den Euroländern mache Hoffnung, so der Verband. Doch kann Europa wirklich kompensieren, was in Amerika und Asien verloren geht? Die Antwort dürfte ernüchternd ausfallen.
Politisches Versagen mit Ansage
Was diese Krise besonders schmerzhaft macht, ist die Tatsache, dass sie vorhersehbar war. Jahrelang haben deutsche Regierungen – von der Merkel-Ära bis zur gescheiterten Ampelkoalition – die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland systematisch untergraben. Explodierende Energiekosten, eine erdrückende Bürokratie, eine marode Infrastruktur und eine Steuerlast, die ihresgleichen sucht: All das hat den deutschen Maschinenbau in eine Position der Schwäche manövriert, noch bevor Trumps Zollhammer überhaupt niedersauste.
Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat zwar ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für Infrastruktur angekündigt – doch dieses schuldenfinanzierte Mammutprojekt wird die Inflation weiter anheizen und kommende Generationen mit Zinszahlungen belasten. Ob es dem Maschinenbau konkret hilft, steht in den Sternen. Was die Branche bräuchte, wären niedrigere Energiepreise, weniger Regulierung und eine Handelspolitik, die den Namen verdient. Stattdessen versinkt Deutschland in ideologiegetriebenen Debatten, während die industrielle Basis erodiert.
Ein Funken Hoffnung – oder Zweckoptimismus?
Für das laufende Jahr prognostiziert der VDMA immerhin wieder ein leichtes Produktionswachstum. Ob dieser vorsichtige Optimismus gerechtfertigt ist, bleibt angesichts der geopolitischen Unwägbarkeiten fraglich. Neue Zollschocks aus Washington, eine weitere Abkühlung in China und die anhaltende Konjunkturschwäche in Deutschland selbst könnten diese zarten Hoffnungen schnell zunichtemachen.
Eines steht fest: Der deutsche Maschinenbau, dieses Kronjuwel der Industrienation, braucht mehr als warme Worte und schuldenfinanzierte Konjunkturpakete. Er braucht eine grundlegende Kurskorrektur in der Wirtschaftspolitik. Und er braucht sie jetzt – nicht in fünf Jahren, wenn es möglicherweise zu spät ist.
In Zeiten wie diesen, in denen die Unsicherheit an den Märkten mit Händen zu greifen ist und ganze Industriezweige ins Wanken geraten, zeigt sich einmal mehr der Wert von physischen Edelmetallen als stabilisierendem Element in einem breit aufgestellten Anlageportfolio. Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg ihre Funktion als Vermögenssicherung bewiesen – gerade dann, wenn politische Fehlentscheidungen und geopolitische Verwerfungen die Realwirtschaft erschüttern.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.
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