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Kettner Edelmetalle
16.07.2026
21:47 Uhr

Der Senat schlägt Alarm: Kein Gnadenerlass für den König des Krypto-Bankrotts

Es ist eine Seltenheit in der zerstrittenen politischen Landschaft Washingtons: Republikaner und Demokraten reichen sich die Hand. Doch wenn es um Sam Bankman-Fried geht, den einst gefeierten Wunderknaben der Kryptowelt und heutigen Häftling, herrscht plötzlich parteiübergreifende Einigkeit. Der US-Senat hat am Mittwoch einstimmig beschlossen, dass der gestürzte FTX-Gründer „unter keinen Umständen" eine präsidiale Begnadigung erhalten solle.

Ein seltenes Schauspiel der Einmütigkeit

Die Resolution mit der Kennung S. Res. 772 passierte den Senat im sogenannten einstimmigen Konsensverfahren – ein Prozedere, bei dem eine Resolution als angenommen gilt, sofern kein Senator Einspruch erhebt. Und siehe da: Niemand mochte für den Mann in die Bresche springen, der amerikanische Kunden um über acht Milliarden Dollar erleichtert haben soll.

Die Resolution bekräftigt das Bekenntnis der Kammer zur „Rechtsstaatlichkeit und Integrität des Finanzsystems der Vereinigten Staaten". Zwar ist der Beschluss rechtlich unverbindlich und beschneidet keineswegs die verfassungsmäßige Vollmacht des Präsidenten zur Begnadigung. Doch das Signal ist unmissverständlich: Wer Millionen Menschen um ihr Erspartes bringt, soll die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.

Zwei Widersacher, ein gemeinsames Ziel

Getragen wurde die Initiative von der Republikanerin Cynthia Lummis aus Wyoming und dem Demokraten Ruben Gallego aus Arizona. Beide führen im Bankenausschuss des Senats den Unterausschuss für digitale Vermögenswerte an – die eine als ranghöchste Republikanerin, der andere als ranghöchster Demokrat. Ausgerechnet Lummis, die als leidenschaftlichste Fürsprecherin der Kryptobranche im Kongress gilt und seit Jahren an entsprechender Gesetzgebung feilt, stellte sich an die Spitze der Bewegung, um eine der berüchtigtsten Gestalten dieser Branche hinter Gittern zu halten.

„Er hatte seinen Tag vor Gericht", stellte Lummis nüchtern fest. Ihr demokratischer Mitstreiter Gallego fasste sich noch kürzer: „Sperrt ihn weg."

Im Text der Resolution heißt es, die 25-jährige Haftstrafe spiegele „das außergewöhnliche Ausmaß und die Vorsätzlichkeit seiner Verbrechen, seine mangelnde Reue und den katastrophalen Schaden wider, der Millionen von Opfern zugefügt wurde".

Das Ringen um die Freiheit

Bankman-Fried, mittlerweile 34 Jahre alt, hatte am 8. Juni ein Gnadengesuch eingereicht. Seine Anwälte streben eine „Begnadigung nach Verbüßung der Strafe" an – eine Form der Gnade, die seine Verurteilung zwar nicht tilgen, ihm aber bürgerliche Rechte wie das Wahlrecht zurückgeben und Hürden bei der Wohnungs- und Arbeitssuche beseitigen würde. Zur Erinnerung: Eine reguläre Freilassung ist für ihn erst um das Jahr 2044 herum vorgesehen.

Präsident Trump hatte bereits im Januar in einem Interview klargestellt, er habe keinerlei Absicht, Bankman-Fried zu begnadigen. Interessant ist dabei, dass er während seiner zweiten Amtszeit durchaus anderen Figuren aus dem Krypto-Milieu Gnade gewährte – darunter Binance-Gründer Changpeng Zhao und Silk-Road-Schöpfer Ross Ulbricht.

Anatomie eines Milliardenbetrugs

Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Die Geschichte liest sich wie ein Lehrstück über die Schattenseiten des Krypto-Rausches. Eine Jury verurteilte Bankman-Fried im November 2023 in sieben Anklagepunkten – ein Fall, den die Staatsanwaltschaft als einen der größten Finanzbetrügereien der amerikanischen Geschichte bezeichnete.

Bankman-Fried lenkte zwei Unternehmen gleichzeitig. Da war FTX, eine Kryptobörse, die Kundengelder verwaltete – Geld, das sie unter keinen Umständen hätte ausgeben dürfen. Und da war Alameda Research, eine Handelsfirma in seinem Besitz. Milliarden an Kundeneinlagen wanderten von FTX zu Alameda, wo sie für Spekulationen, Wagniskapital, politische Spenden und Immobilien auf den Bahamas verpulvert wurden. Die Software von FTX befreite Alameda dabei geschickt von jenen Regeln, die jeden anderen Händler gezwungen hätten, für seine Verluste geradezustehen.

Das Kartenhaus stürzte ein, als offenbar wurde, dass ein Großteil der vermeintlichen Vermögenswerte aus FTT bestand – einem Token, den FTX selbst erschaffen hatte und nach Belieben ausgeben konnte. Die Sicherheiten hinter Alameda waren also, überspitzt formuliert, aus dem Nichts erfunden. Als die Börse Binance ankündigte, ihre FTT-Bestände abzustoßen, brach der Kurs zusammen. Die Kunden wollten ihr Geld – doch das war längst nicht mehr da. Am 11. November 2022 meldete FTX Insolvenz an.

Eine Lehre für jeden Anleger

Der Fall FTX führt uns eine bittere Wahrheit vor Augen: Digitale Versprechen können sich über Nacht in Luft auflösen. Wer sein Vermögen ausschließlich auf luftige Token und undurchsichtige Börsenkonstrukte baut, spielt mit dem Feuer. Anders verhält es sich mit Werten, die man in den Händen halten kann. Physisches Gold und Silber unterliegen keinem Gegenparteirisiko, brauchen keine Software, die Regeln aushebelt, und lassen sich von keinem gerissenen Finanzjongleur über Nacht entwerten. Als Beimischung zu einem breit gestreuten und krisenfesten Portefeuille bewahren sie über Jahrhunderte hinweg ihren Wert – ganz ohne erfundene Bilanzen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Inhalte spiegeln ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wider. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig ausreichend zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Für den Inhalt und daraus resultierende Entscheidungen übernehmen wir keinerlei Haftung.

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