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Kettner Edelmetalle
07.07.2026
16:40 Uhr

Der große Griff in die Taschen: Wie Deutschland seine fleißigen Bürger systematisch schröpfen will

Der große Griff in die Taschen: Wie Deutschland seine fleißigen Bürger systematisch schröpfen will

Es gibt in Deutschland eine Kunst, die unsere politische Klasse zur Perfektion getrieben hat. Es ist nicht die Kunst des Sparens. Es ist auch nicht die Kunst der klugen Reform. Es ist die Kunst, dem Bürger immer neue Wege zu ersinnen, wie man ihm das Geld aus der Tasche zieht – möglichst so verklausuliert, dass er den Raub gar nicht bemerkt oder ihm sogar noch applaudiert.

Wer glaubt, der Staat würde in Zeiten leerer Kassen endlich das Naheliegende tun – nämlich sparen –, der kennt die deutsche Realität nicht. Sparen ist ein Fremdwort in Berlin. Behörden aufblähen, Programme auflegen, Zuständigkeiten erweitern, Subventionen verteilen – das alles beherrscht der Apparat aus dem Effeff. Nur wenn es darum geht, Ausgaben zu streichen, herrscht plötzlich ratloses Schweigen.

Vermögen und Erbschaft: Der Griff nach dem Ersparten

Ganz oben auf der Wunschliste der Umverteiler steht der ewige Traum der Staatsgläubigen: die Vermögensteuer. Ab einem Nettovermögen von einer Million Euro soll zugegriffen werden, mit progressiven Sätzen, die bis auf schwindelerregende zwölf Prozent bei den größten Vermögen klettern könnten. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Es wäre eine Zusatzsteuer auf Geld, das längst einmal versteuert wurde.

Gleich danach lauert die Erbschaftsteuer. Was Familien über Generationen mit Fleiß, Verzicht und Disziplin aufgebaut haben, betrachtet unsere Politikerkaste offenbar nicht als Ergebnis harter Arbeit, sondern als willkommene Ersatzkasse. Betriebsvermögen, Immobilienbestände, Familienunternehmen – alles soll stärker herangezogen werden. Die pseudowissenschaftliche Begleitmusik dazu liefern die üblichen Institute mit staatstragender Zuverlässigkeit.

Die Mehrwertsteuer: Der Staubsauger vor der Ladenkasse

Wer glaubt, es treffe nur die sogenannten „Reichen", der unterschätzt den unstillbaren Appetit des Fiskus. Die Mehrwertsteuer ist die Allzweckwaffe jeder Regierung, die viel Geld braucht und wenig Mut hat. Sie trifft jeden Einkauf, jeden Friseurbesuch, jedes Schulheft, jede Winterjacke.

Regierungstreue Ökonomen bereiten uns seit Monaten auf höhere Sätze vor. Der Trick nennt sich „Verschiebung von direkten zu indirekten Steuern". Am Ende, so lehrt die Erfahrung, wird schlicht beides stärker belastet. Und der Abbau ermäßigter Steuersätze trifft eben nicht den Millionär, sondern den Rentner, der den Klempner bestellt, und die alleinerziehende Mutter beim Windelkauf.

Der Bürger erlebt eine Verwaltung, die bei Ausweisen, Baugenehmigungen und Gerichten kriecht wie eine Schnecke. Doch beim Kassieren verwandelt sich derselbe Staat blitzschnell in ein Rennpferd.

Immobilien im Fadenkreuz: Das Grundbuch als Beute

Besonders gierig blickt die Politik auf jene, die sich ein eigenes Dach über dem Kopf zusammengespart haben. Die Steuerfreiheit von Veräußerungsgewinnen nach zehn Jahren soll fallen. Der Kampf gegen sogenannte „Share Deals" wird geführt, eine Luxusvillen-Steuer diskutiert. Und über allem schwebt wie ein Damoklesschwert die alte Idee des „Lastenausgleichs".

Diesen Begriff sollte man sich merken. In den 1950er-Jahren mussten Hauseigentümer tatsächlich einmal die Hälfte des staatlich errechneten Immobilienwertes als Zusatzsteuer abdrücken – gestreckt über dreißig Jahre, faktisch eine Zwangshypothek zugunsten des Staates. Und dank des geplanten EU-Vermögensregisters wird der Staat künftig über jeden geerbten Siegelring von Opa Bescheid wissen. Was erst registriert ist, lässt sich mühelos besteuern.

Der Blick in die Niederlande: Wenn schon Buchgewinne besteuert werden

Wer wissen will, wohin die Reise geht, sollte nach Holland schauen. Dort besteuert man Vermögenserträge zunehmend nicht mehr nur nach tatsächlich realisierten Gewinnen, sondern nach der bloßen Wertentwicklung von Aktien und Immobilien. Wer ein Depot besitzt, zahlt auf papierene Gewinne, die nie auf dem Konto ankamen. Der Endpunkt dieses Denkens: Besteuert wird nicht mehr der Ertrag, sondern die bloße Möglichkeit eines Ertrags.

Aktien, Fonds und Immobilien – all diese Anlageklassen geraten zunehmend ins Visier eines Staates, der überall Beute wittert. Wer sein Vermögen breit aufstellen und ein Fundament schaffen möchte, das sich nicht auf Knopfdruck erfassen und besteuern lässt, denkt zu Recht über physische Werte nach. Gold und Silber in physischer Form sind seit Jahrtausenden ein bewährter Anker der Vermögenssicherung – greifbar, unabhängig von Buchgewinn-Konstruktionen und ein sinnvoller Baustein eines krisenfesten, breit gestreuten Portfolios.

Tausend Hände greifen zu

Digitalsteuer, Finanztransaktionssteuer, Gemeindewirtschaftsteuer, Dieselprivileg, Dienstwagen, Kerosin, CO₂-Preise bis zu 200 Euro je Tonne, Übergewinnsteuern, Maut. Die Liste liest sich wie das Drehbuch eines Feldzugs gegen den eigenen Bürger. Immer folgt dasselbe Muster: Man sucht eine politisch schwache Gruppe, erfindet eine moralische Begründung – Gerechtigkeit, Klima, Gesundheit – und schon kommt die Steuer.

Der Autofahrer soll gleich dreimal zahlen: erst Steuern für den Straßenbau, dann ein Sondervermögen für die Infrastruktur und am Ende noch die Maut für denselben maroden Tunnel. Diese Politik, so darf man mit Fug und Recht behaupten, regiert längst gegen Deutschland statt für Deutschland. Es braucht Politiker, die das Ersparte der Bürger endlich als schützenswertes Ergebnis von Arbeit und Verzicht begreifen – und nicht als Verfügungsmasse einer Kaste, die das Sparen verlernt hat.

Haftungsausschluss

Dieser Beitrag gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Wir betreiben ausdrücklich keine Steuerberatung und keine Rechtsberatung. Jeder Leser ist angehalten, sich eigenständig zu informieren beziehungsweise einen qualifizierten Steuer- oder Rechtsberater zu konsultieren. Für Anlageentscheidungen ist jeder selbst verantwortlich.

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