
Das Ende einer Ära: VW beendet nach 88 Jahren erstmals Autoproduktion an deutschem Standort
Was noch vor wenigen Jahren als undenkbar galt, ist nun bittere Realität geworden. Deutschlands größter Automobilhersteller Volkswagen hat am Dienstag die Fahrzeugproduktion in der Gläsernen Manufaktur Dresden eingestellt – ein historischer Einschnitt, der die tiefe Krise der deutschen Automobilindustrie schonungslos offenlegt. Erstmals in der 88-jährigen Unternehmensgeschichte wird ein deutsches VW-Werk keine Autos mehr bauen.
Vom Vorzeigeprojekt zum Innovationscampus
Die Gläserne Manufaktur, einst als architektonisches Meisterwerk und Symbol deutscher Ingenieurskunst gefeiert, wird ab 2026 zum sogenannten „Innovationscampus" umgebaut. Statt des ID.3, der als letztes Modell vom Band lief, sollen künftig Forschungsprojekte in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Robotik, Mikroelektronik und Chip-Design vorangetrieben werden. Gemeinsam mit der TU Dresden will der Konzern dafür 50 Millionen Euro investieren.
Die verbliebenen 230 Mitarbeiter erfuhren in einer Versammlung von ihrem Schicksal. Ihre Arbeitsplätze sollen vorerst erhalten bleiben – ein schwacher Trost angesichts der düsteren Aussichten für die gesamte Branche. VW-Markenchef Thomas Schäfer versuchte die Entscheidung zu rechtfertigen: Man habe sich diese nicht leicht gemacht, doch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sei sie „zwingend erforderlich" gewesen.
Das Tarifwunder von Hannover – ein Pyrrhussieg?
Bereits Ende 2024 zeichnete sich das Ende ab. Nach einem zermürbenden 70-stündigen Verhandlungsmarathon mit der IG Metall konnte zwar die komplette Schließung mehrerer Werke abgewendet werden – die Gewerkschaft sprach damals euphorisch vom „Weihnachtswunder von Hannover". Doch der Preis war hoch: Mehr als 35.000 Stellen werden bis 2030 abgebaut. Und Experten wie Autoanalyst Wulf Schlachter warnen bereits, dass dies erst der Anfang sein könnte. „Es werden eher 50.000 weltweit", prognostiziert er düster.
Sachsens Ministerpräsident zwischen Optimismus und Realität
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer bemühte sich um Schadensbegrenzung. Das Ende der Autoproduktion sei zwar „ein Einschnitt", aber kein Abschied von industrieller Wertschöpfung. Mit der Neuausrichtung setze man „ein klares Zeichen für den Anspruch unseres Landes, bei Zukunftstechnologien ganz vorn mitzuspielen". Schöne Worte, die jedoch kaum über die bittere Wahrheit hinwegtäuschen können: Deutschland verliert Stück für Stück seine industrielle Basis.
Eine Branche am Abgrund
Die Zahlen sprechen eine erschreckende Sprache. Seit 2018 hat die deutsche Automobilindustrie rund 120.000 Arbeitsplätze verloren. Das jahrzehntelange Rückgrat der deutschen Wirtschaft ächzt unter einer toxischen Mischung aus explodierenden Produktionskosten, dem verkorksten Umstieg auf Elektromobilität, aggressiver chinesischer Konkurrenz und den Strafzöllen der Trump-Administration.
Besonders alarmierend: Laut einer Analyse des Beratungsunternehmens AlixPartners sind europäische Autowerke im Durchschnitt nur noch zu 55 Prozent ausgelastet. Bis zu acht Werke könnten in den kommenden Jahren geschlossen werden. „Die europäischen Autohersteller werden zwischen einer und zwei Millionen Fahrzeuge an chinesische Marken verlieren", warnt AlixPartners-Deutschlandchef Fabian Piontek.
„Es geht längst nicht mehr nur um Transformation bei VW. Es geht ums Überleben."
Die politische Dimension einer Industriekrise
Man muss kein Wirtschaftsexperte sein, um zu erkennen, dass diese Entwicklung auch das Ergebnis jahrelanger politischer Fehlentscheidungen ist. Die ideologisch getriebene Energiewende hat die Strompreise in astronomische Höhen getrieben. Die überstürzte Fokussierung auf Elektromobilität – ohne Rücksicht auf technologische Reife und Marktbedürfnisse – hat deutschen Herstellern die Flexibilität geraubt, während chinesische Konkurrenten mit staatlicher Unterstützung den Markt überfluten.
Auch das VW-Werk in Zwickau, komplett auf Elektroautos umgestellt, gilt mittlerweile als eines der größten Sorgenkinder des Konzerns. Die Mitarbeiter aus Dresden, denen nun Standortwechsel nach Zwickau, Chemnitz oder Wolfsburg angeboten werden, dürften sich fragen, wie sicher diese Alternativen tatsächlich sind.
Zulieferer vor dem Aus
Die Krise trifft längst nicht nur die großen Hersteller. Zulieferer wie Bosch leiden massiv unter den Problemen bei VW, BMW und Co. Automobilprofessor Frank Schwope spricht aus, was viele befürchten: Einige deutsche Zulieferer werden diese Krise „nicht überleben". Sollte sich an den Standortbedingungen in Deutschland nichts ändern, droht einer der wichtigsten Industriezweige des Landes weiter zu schrumpfen – mit verheerenden Folgen für Hunderttausende Arbeitsplätze und ganze Regionen.
Das Ende der Autoproduktion in Dresden ist mehr als nur ein symbolischer Moment. Es ist ein Weckruf, der zeigt, wohin jahrelange politische Versäumnisse und ideologische Verblendung führen können. Die Frage ist nicht mehr, ob weitere Werke folgen werden, sondern nur noch wann.
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