
CO2-Notausgang: Porsche rettet seine Bilanz mit China-Hilfe

Porsche verlässt den CO2-Verbund des eigenen Mutterkonzerns – und schließt sich stattdessen mit dem chinesischen Elektroautobauer Xpeng zusammen. Medienberichten zufolge soll der neue Emissionspool für die Jahre 2026 und 2027 gelten. Aufgefallen ist der Vorgang zunächst einem Branchenanalysten, inzwischen berichten mehrere Wirtschaftsmedien darüber.
Wenn BrĂĽsseler Grenzwerte die Partnerwahl bestimmen
Der Hintergrund ist so simpel wie entlarvend: Porsche hat sich vom Elektro-Kurs teilweise abgewandt und setzt wieder stärker auf Verbrenner und Plug-in-Hybride. Prompt steigt der Flottendurchschnitt beim CO2-Ausstoß – und damit das Risiko empfindlicher EU-Strafen.
Der maĂźgebliche Grenzwert liegt derzeit bei 93,6 Gramm CO2 pro Kilometer. Wer darĂĽber liegt, zahlt. Wer clever ist, sucht sich Partner: Im Pool wird der Durchschnitt aller Mitglieder gerechnet, und Elektroautos gehen im Fahrbetrieb mit null Gramm in die Bilanz ein.
Genau darum ist ein reiner E-Auto-Hersteller der ideale Verbündete. Xpeng dürfte laut Analystenschätzungen in diesem Jahr rund 50.000 Fahrzeuge in Europa ausliefern – ausschließlich Stromer. Kurz zuvor hat das Unternehmen mit einem elektrischen SUV-Coupé ab 35.600 Euro sein erstes Volumenmodell auf den Kontinent gebracht.
Ein Rechenwerk statt einer Ingenieursleistung
Bisher waren im geschlossenen Konzernpool Marken wie Audi, Bentley, Lamborghini, Seat und Skoda gebündelt. Nach Angaben aus EU-Dokumenten ist der neue Verbund mit Xpeng offen – weitere Hersteller könnten sich noch bis zum 5. September bewerben. Fremd ist man sich nicht: Wolfsburg hält Berichten zufolge fünf Prozent an dem chinesischen Unternehmen.
Für den Mutterkonzern ist der Abschied ein Segen. Im vergangenen Jahr lag man laut Berichten bei rund 100 Gramm CO2 pro Kilometer – deutlich über dem Ziel. Frühere Analysen bezifferten die drohende Strafe auf bis zu 2,2 Milliarden Euro, hätte Brüssel die Vorgaben nicht in letzter Minute „flexibilisiert“. Porsche muss allein in der EU die Emissionen von etwa 60.000 Verbrenner-Neuwagen ausgleichen.
Porsche selbst bestätigte das Pooling gegenüber Wirtschaftsmedien und erklärte, es schaffe Flexibilität in der Transformation zur Elektromobilität, ändere an der langfristigen Strategie aber nichts. Man investiere weiter in Elektrifizierung und Technologien, um Emissionen aus eigener Kraft zu senken, so ein Sprecher.
Der Ruf nach Realismus – und was Brüssel daraus macht
Porsche-Chef Michael Leiters fordert weniger strenge Flottenziele. Die Branche brauche
dringend sowohl realistische CO2-Ziele als auch mehr Flexibilität – etwa durch die Berücksichtigung von CO2-armem Stahl, CO2-armem Aluminium sowie erneuerbaren Kraftstoffen
Die EU-Kommission hatte im Dezember 2025 eine Reform des Verbrenner-Aus vorgelegt: minus 90 Prozent statt minus 100 Prozent gegenüber dem Zielwert von 2021, im Schnitt also 9,5 Gramm ab 2035 – zu kompensieren durch in der EU erzeugten CO2-armen Stahl und E-Fuels. Für viele in der Industrie ist das kaum mehr als ein Feigenblatt.
Aus Sicht unserer Redaktion offenbart der Fall die eigentliche Absurdität: Eine deutsche Traditionsmarke muss die Verkäufe eines chinesischen Wettbewerbers gleichsam als Ablasshandel nutzen, um in Brüsseler Tabellen zu bestehen. Nicht Technik entscheidet, sondern Regulierung.
Wer der Fragilität politisch gesteuerter Industriepolitik etwas entgegensetzen will, streut breit – physische Edelmetalle wie Gold und Silber können dabei als Ergänzung zur Vermögenssicherung dienen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er spiegelt unsere Einschätzung und die uns vorliegenden Informationen wider. Jeder Leser trifft Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst umfassend informieren.
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