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Kettner Edelmetalle
17.06.2026
05:50 Uhr

China rüstet auf See auf: Das Comeback der schweren Schiffskanone – und Taiwan im Visier

China rüstet auf See auf: Das Comeback der schweren Schiffskanone – und Taiwan im Visier

Während die Marinen der westlichen Welt seit Jahrzehnten auf Raketen, Trägerflugzeuge und immer ausgefeiltere Drohnensysteme setzen, schlägt China einen scheinbar altmodischen Weg ein – und ausgerechnet dieser könnte sich als brandgefährlich erweisen. Wie der South China Morning Post berichtet, testet die Volksbefreiungsarmee derzeit eine gewaltige 155-Millimeter-Schiffskanone. Ein Kaliber, das größer ist als alles, was momentan auf den Weltmeeren in aktivem Dienst steht.

Ein Geschütz, das Geschichte schreiben könnte

Das Waffensystem wurde an Bord des Versuchsschiffs Wu Yunduo gesichtet, das Anfang des Jahres offenbar erfolgreich eine Reihe von Seeerprobungen in der Nähe von Dalian absolviert habe. Bei solchen Tests werde typischerweise alles auf den Prüfstand gestellt: Treffgenauigkeit, Feuerleitsystem, Plattformstabilität und die Fähigkeit, unter Gefechtsbedingungen Dauerfeuer zu liefern.

Erstmals erregte die Kanone 2024 Aufmerksamkeit, als ein Prototyp während eines Transports fotografiert wurde. Den sichtbaren Informationen zufolge stamme das System vom Rüstungskonzern Norinco, wiege fast 22 Tonnen und könne präzisionsgelenkte Munition verschießen. Spätere Aufnahmen zeigten ein Turmdesign, das offenkundig darauf ausgelegt sei, die Radarsignatur zu verringern – Tarnkappentechnologie für die schwere Artillerie.

Warum gerade jetzt? Der Schlüssel heißt Amphibienkrieg

Man muss kein Militärstratege sein, um die Stoßrichtung zu erkennen. Chinas plötzliches Interesse an schwerem Schiffsfeuer hängt eng mit der amphibischen Kriegsführung zusammen. Bei jeder groß angelegten Landungsoperation – und hier denkt jeder unweigerlich an Taiwan – wäre ein anhaltender Beschuss von Küstenverteidigungsanlagen essenziell.

Im Vergleich zu Raketen kann eine Schiffskanone eine deutlich höhere Feuerdichte zu erheblich geringeren Kosten liefern – ideal, um Verteidigungsstellungen niederzuhalten und vorrückende Truppen zu unterstützen.

Analysten weisen darauf hin, dass ein 155-Millimeter-System einen gewaltigen Sprung gegenüber den bisherigen 130-Millimeter-Kanonen der modernsten chinesischen Zerstörer bedeute. Je nach verwendeter Munition könne die neue Waffe Ziele in über 100 Kilometern Entfernung treffen – möglicherweise sogar jenseits der 200-Kilometer-Marke. Für solche Distanzen wären allerdings Drohnen oder andere Aufklärungsmittel nötig, um Ziele zu orten und das Feuer zu korrigieren.

Die Mathematik des Krieges: Es geht ums Geld

Doch nicht nur die Reichweite zählt. Mindestens ebenso entscheidend ist die nüchterne Kostenrechnung. Präzisionsraketen bleiben teuer, besonders wenn sie gegen vergleichsweise geringwertige Ziele eingesetzt werden. Eine Kanone hingegen liefert anhaltende Feuerkraft zu einem Bruchteil der Kosten. Zusätzliche Einsparungen ergäben sich aus der gemeinsamen Nutzung von Munition und Logistik mit den bereits existierenden 155-Millimeter-Artilleriesystemen der chinesischen Landstreitkräfte.

Wie man es nicht machen sollte, führte ausgerechnet die US Navy vor. Ihre Zerstörer der Zumwalt-Klasse waren mit 155-Millimeter-Geschützen ausgestattet – doch das Programm scheiterte, weil die Spezialmunition unbezahlbar wurde. Am Ende ersetzte man die Kanonen kurzerhand durch raketenbasierte Systeme. Während der Westen also den Rückzug antrat, marschiert Peking voran.

Mehr als nur Küstenbeschuss

Die Einsatzmöglichkeiten reichen weiter, als es zunächst scheint. Militärbeobachter vermuten, dass die Waffe – mit passender Munition kombiniert – auch gegen Drohnenschwärme, unbemannte Überwasserfahrzeuge und andere neuartige Bedrohungen eingesetzt werden könne. Bei Patrouillenfahrten, Antipiraterie-Einsätzen oder Warnschüssen wäre sie eine kostengünstige Alternative zu teuren Raketen.

Während China gleichzeitig an futuristischen Technologien wie Railguns und Laserwaffen feilt, verkörpert das neue 155-Millimeter-System einen pragmatischen Ansatz: bewährte, ausgereifte Technik, die sich rasch in bestehende militärische Strukturen einfügen lässt. Genau diese Mischung aus Hightech-Ambitionen und kühler Pragmatik macht die Volksrepublik zu einem geopolitischen Schwergewicht, das man im Westen sträflich lange unterschätzt hat.

Was bedeutet das für uns?

Während sich Deutschland in endlosen Gender-Debatten und ideologischen Grabenkämpfen verliert, rüsten die wahren Machtzentren dieser Welt auf – konsequent, zielgerichtet und ohne Rücksicht auf moralische Befindlichkeiten. Die Verschiebung der militärischen Kräfteverhältnisse im Pazifik ist real, und sie hat Folgen für die globale Stabilität, für Lieferketten und letztlich für jeden deutschen Sparer.

Geopolitische Spannungen dieser Art waren historisch betrachtet stets Treiber für die Flucht in krisensichere Werte. Wer sein Vermögen langfristig absichern möchte, sollte die wachsende Unsicherheit auf der Weltbühne nicht ignorieren. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrtausende hinweg als verlässlicher Anker bewährt – unabhängig davon, welche Kanonen gerade auf welchen Meeren erprobt werden. Als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio bieten sie einen Schutz, den keine Rakete und keine Schiffskanone je gewähren kann.

Hinweis: Der vorliegende Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Bitte ziehen Sie im Zweifel einen unabhängigen Fachberater hinzu.

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