
CDU-Arbeitnehmerflügel will Grüne hofieren – Radtke erteilt Konservativen eine Absage
Es sind Aussagen, die man in der CDU vor wenigen Jahren noch für undenkbar gehalten hätte. Dennis Radtke, Chef des Arbeitnehmerflügels der Christdemokraten und Mitglied des Europäischen Parlaments, hat sich in einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit" demonstrativ vor die Grünen gestellt – und damit jene Kräfte in der Union brüskiert, die eine klare Abgrenzung zur grünen Ideologie fordern.
Radtke gegen „Grünen-Bashing" – aber wer basht hier eigentlich wen?
Er halte nichts von „Grünen-Bashing", so Radtke wörtlich. Man könne den Grünen nicht unterstellen, sie würden Deutschland bewusst Schaden zufügen wollen. Das wolle, so der CDU-Politiker, „nur die AfD". Eine bemerkenswerte Einlassung, die gleich zwei Dinge offenbart: Zum einen die zunehmende Bereitschaft in Teilen der CDU, sich den Grünen als potenziellem Koalitionspartner anzunähern. Zum anderen die reflexartige Distanzierung von der AfD, die mittlerweile zum Standardrepertoire jedes Unionsvertreters zu gehören scheint, der mediale Aufmerksamkeit sucht.
Dabei dürfte sich mancher konservative Wähler verwundert die Augen reiben. War es nicht gerade die grüne Regierungsbeteiligung in der gescheiterten Ampelkoalition, die Deutschland wirtschaftlich an den Rand des Abgrunds geführt hat? Explodierende Energiekosten, eine ideologiegetriebene Klimapolitik, die ganze Industriezweige in die Flucht schlug, und ein Heizungsgesetz, das Millionen Eigenheimbesitzer in Existenzängste stürzte – all das scheint für Radtke offenbar kein Grund zur „Fundamentalkritik" zu sein.
Söders Kurs wird torpediert
Besonders pikant: Im Bundestagswahlkampf hatte sich CSU-Chef Markus Söder noch unmissverständlich gegen jede Zusammenarbeit mit den Grünen ausgesprochen. Eine Position, die bei der konservativen Basis auf breite Zustimmung stieß und maßgeblich dazu beitrug, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Radtke hingegen sieht das anders. Es gebe eine „gemeinsame Basis" und eine „gemeinsame Vorstellung davon, wo wir hinwollen". Wirklich? Wo genau liegt die gemeinsame Basis zwischen einer Partei, die sich christlich-konservativ nennt, und einer Bewegung, die traditionelle Familienbilder dekonstruiert, Gendersprache propagiert und die deutsche Industrie unter dem Banner des Klimaschutzes systematisch demontiert?
Lieber mit Kommunisten als mit Rechten?
Besonders entlarvend ist Radtkes Aussage über seine parlamentarische Arbeit. Er ziehe eine Grenze „nach rechtsaußen" und würde eher „den Kommunisten noch irgendein Zückerchen" geben, bevor er „mit den Rechten irgendetwas durchsetzt". Man muss sich diese Worte auf der Zunge zergehen lassen: Ein führender CDU-Politiker erklärt öffentlich, dass er lieber mit Kommunisten paktiert als mit demokratisch gewählten Vertretern am rechten Rand des politischen Spektrums. Das ist nicht nur ein Affront gegen Millionen konservativer Wähler, sondern offenbart ein fundamentales Missverständnis dessen, wofür die CDU einst stand.
Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Helmut Kohl – sie alle würden sich vermutlich im Grabe umdrehen, wenn sie hören könnten, wie ein Vertreter ihrer Partei Kommunisten den Vorzug vor konservativen Kräften gibt. Die CDU unter Friedrich Merz regiert nun in einer Großen Koalition mit der SPD, doch Aussagen wie jene von Radtke nähren den Verdacht, dass Teile der Union längst nach links abgedriftet sind und den Kompass für die eigene Stammwählerschaft verloren haben.
Es bleibt die bittere Erkenntnis: Wer als konservativer Bürger auf eine echte politische Heimat in der CDU hofft, wird von Vertretern wie Dennis Radtke einmal mehr enttäuscht. Die Brandmauer steht – nur eben nicht gegen links, sondern gegen die eigene Basis.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











