
Bundesbank-Bericht: Deutschlands Industrie schrumpft als Jobmotor

Die Bundesbank hat am Donnerstag Zahlen vorgelegt, die das Selbstbild der Exportnation ins Wanken bringen: Nur noch rund 18,5 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland arbeiten laut dem neuen Monatsbericht im Verarbeitenden Gewerbe. 2010 waren es gut 22 Prozent.
Damit sind laut Notenbank große Teile der Beschäftigungsgewinne wieder verschwunden, die nach der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09 im Aufschwung entstanden waren. Die Industrie, jahrzehntelang das Rückgrat des deutschen Arbeitsmarktes, verliert an Gewicht.
„Kein neues Phänomen" – aber ein gefährlicher Trend
Die Bundesbank ordnet die Entwicklung nüchtern ein. Der Rückgang sei kein Ergebnis der jüngsten Krisenjahre allein, sondern ein langer Prozess.
„Das Verarbeitende Gewerbe verliert, abgesehen von konjunkturellen Schwankungen, seit längerem an Bedeutung."
Der Strukturwandel weg von der Produktion und hin zur Dienstleistungswirtschaft halte seit Jahrzehnten an und sei „kein neues Phänomen der aktuellen Transformation", heißt es im Bericht. Selbst in den fetten 2010er Jahren, als überall Stellen entstanden, wuchs die Beschäftigung bei den Dienstleistern deutlich kräftiger als in den Fabriken.
Warum die Arbeitslosenzahlen (noch) nicht explodieren
Bemerkenswert: Trotz des massiven Stellenabbaus der vergangenen beiden Jahre wurden nur moderat mehr Industriebeschäftigte arbeitslos als zuvor. Für die Bundesbank ein Indiz dafür, dass der Abbau überwiegend still ablief – über natürliche Fluktuation und Zurückhaltung bei Neueinstellungen statt über große betriebsbedingte Kündigungswellen.
Klingt beruhigend. Ist es aber nur auf den ersten Blick. Denn wer heute nicht mehr eingestellt wird, taucht in keiner Schlagzeile auf. Die Stellen verschwinden lautlos – und mit ihnen die Aufstiegschancen einer ganzen Generation von Facharbeitern, Ingenieuren und Auszubildenden.
Die Zahlen dahinter: Zehntausende Jobs pro Jahr
Wie groß der Aderlass tatsächlich ist, zeigen Auswertungen aus der Wirtschaftsprüfung. Medienberichten zufolge gingen allein im Jahr 2025 rund 120.000 bis 124.000 Industriearbeitsplätze verloren. Zum Ende des ersten Quartals 2026 habe die Beschäftigtenzahl in der Industrie demnach 2,3 Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen.
Aus Sicht unserer Redaktion ist das kein naturgesetzlicher „Wandel", sondern auch das Ergebnis politischer Weichenstellungen: hohe Energiekosten, ausufernde Bürokratie, Lieferkettenauflagen, Berichtspflichten und eine Klimaneutralität bis 2045, die inzwischen im Grundgesetz steht. Wer Standortkosten immer weiter nach oben schraubt, darf sich über abwandernde Produktion nicht wundern.
Dienstleistung ersetzt keine Wertschöpfung
Eine Volkswirtschaft, die immer weniger produziert und immer mehr verwaltet, berät und betreut, verliert etwas Entscheidendes: industrielle Wertschöpfungsketten, Patente, Know-how – und Steuerbasis. Kritiker der aktuellen Wirtschaftspolitik warnen seit Jahren davor, dass der Verlust industrieller Substanz kaum reversibel sei. Eine geschlossene Fabrik kommt nicht zurück, wenn die Strompreise irgendwann wieder sinken.
Für Bürger und Sparer bleibt die unbequeme Frage: Was trägt den Wohlstand künftig? Solange darauf keine überzeugende Antwort aus Berlin kommt, gewinnt die Absicherung des eigenen Vermögens an Bedeutung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber können in einem breit gestreuten Portfolio eine sinnvolle Beimischung sein – als handfeste Ergänzung in unsicheren Zeiten.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir sprechen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen aus. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.
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