
BSW zerbricht in Thüringen: Vize-Ministerpräsidentin schmeißt hin

Es ist der wohl größte Absturz einer deutschen Parteineugründung seit Jahren: Die BSW-Fraktion im Thüringer Landtag steht vor der Auflösung. Zehn weitere Abgeordnete kehren dem Bündnis Sahra Wagenknecht den Rücken – darunter Katja Wolf, Landesvorsitzende, Finanzministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin. Der komplette Landesvorstand hat seinen Rücktritt angekündigt.
Vom Wahlsieger zum Trümmerhaufen
Der Zerfall läuft in Etappen. Bereits am Mittwoch hatten drei Abgeordnete die Fraktion verlassen und sich zur Gruppe „Deine Stimme zählt" zusammengeschlossen. Nun folgen zehn weitere – einer von ihnen war schon am Montag ausgetreten.
Damit bliebe im Landtag genau ein einziger Wagenknecht-Anhänger übrig. Eine Fraktion lässt sich daraus beim besten Willen nicht mehr bilden. Nach Medienberichten sind auch alle drei BSW-Minister unter den Abtrünnigen. Der bisherige Co-Landesvorsitzende soll die Partei als nicht mehr zu retten bezeichnet haben. Der für Sonntag geplante Sonderparteitag ist damit hinfällig; über das weitere Vorgehen soll kommende Woche entschieden werden.
Regierung wackelt – aber alle bleiben sitzen
Kurios: An der Macht ändert sich vorerst offenbar wenig. Die Aussteiger wollen Berichten zufolge die Minderheitsregierung von Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) weiter stützen – jene „Brombeer-Koalition" aus CDU, BSW und SPD, die ohnehin ohne eigene Mehrheit regiert.
Wer die Partei verlässt, aber Ministeramt und Mandat behält, muss sich unbequeme Fragen gefallen lassen. In den Kommentarspalten fällt das Urteil vieler Bürger hart aus: Man habe eine Partei gewählt, die es faktisch nicht mehr gibt. Aus Sicht unserer Redaktion ist das ein Lehrstück darüber, wie schnell Wählerwille im Parlamentsbetrieb verdampft.
Der Konflikt mit der Bundesspitze eskaliert
Ausgerechnet Thüringen war formal der erfolgreichste Landesverband der Wagenknecht-Partei: 15,8 Prozent bei der Landtagswahl 2024 – deutlich mehr als in Sachsen und Brandenburg. Doch von Beginn an knirschte es zwischen Erfurt und Berlin. Die Bundesspitze missbilligte die Regierungsbildung unter CDU-Führung und lehnte den pragmatischen Kurs von Katja Wolf ab.
Laut Medienberichten begründeten Abgeordnete ihren Schritt auch mit dem außenpolitischen und strategischen Kurs der Bundespartei. Wolf selbst habe die Linie Wagenknechts scharf kritisiert.
Brandenburg lieferte die Blaupause: Auch dort schrumpfte die Fraktion seit 2024 massiv, drei Abgeordnete gründeten die Gruppe „Wir für Brandenburg", Landesfinanzminister Robert Crumbach wechselte zur SPD.
Timing wie aus dem Albtraum
Der Zeitpunkt könnte für das BSW kaum schlechter sein. Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt, am 20. September folgen Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Überall hatte die Partei auf den Einzug gehofft – und liegt in aktuellen Umfragen inzwischen unter fünf Prozent.
Für die etablierten Parteien ist das kein Grund zum Jubeln. Der Absturz einer Protestpartei löst kein einziges Problem, das ihren Aufstieg erst ermöglicht hat: Migration, Energiepreise, wirtschaftlicher Abstieg. Das Vertrauen in politische Institutionen erodiert weiter – und genau dieses Misstrauen treibt viele Bürger seit Jahren zu handfesten Werten.
Wer politischen Turbulenzen und Währungsrisiken etwas entgegensetzen will, findet in physischem Gold und Silber traditionell eine krisenerprobte Beimischung für ein breit gestreutes Vermögen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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