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Kettner Edelmetalle
24.08.2026
16:53 Uhr
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Brüssels Anti-China-Pakt: Wer künftig noch Prämie kassiert

Brüssels Anti-China-Pakt: Wer künftig noch Prämie kassiert
Symbolbild: KI-generiert

Die EU-Kommission schmiedet ein neues Handelsbündnis – gegen China. Nach Informationen des "Handelsblatts" aus Kommissionskreisen sollen Großbritannien, Japan und Südkorea Teil einer wirtschaftspolitischen Allianz werden, die Europas Automarkt vor der chinesischen Exportwelle abschirmt. Der Bericht datiert auf diesen Montag.

Vier gegen einen – so soll das Bündnis funktionieren

Die Stoßrichtung ist klar: Man will sich gemeinsam gegen chinesische Überkapazitäten wehren, die eigenen Märkte untereinander offenhalten und beim Abbau sowie der Verarbeitung kritischer Rohstoffe kooperieren. Letzteres ist mehr als eine Fußnote – bei Seltenen Erden hängt Europa bislang am Tropf Pekings.

Konkret geht es um die geplanten "Buy European"-Regeln. Kaufprämien für E-Autos und steuerliche Vorteile für Firmenflotten sollen laut dem Bericht auf europäische Fahrzeuge beschränkt werden. Autos aus Großbritannien, Japan und Südkorea würden dabei künftig wie EU-Fahrzeuge behandelt.

Schutzzölle nach Stahl-Vorbild

Neu hinzukommen sollen Schutzzölle gegen steigende Autoimporte – nach dem Muster der bereits bestehenden EU-Schutzmaßnahmen für Stahl. Die Regeln der Welthandelsorganisation lassen solche Instrumente ausdrücklich zu, wenn Importe sprunghaft anschwellen. Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses im Europaparlament, sagte dem "Handelsblatt":

Die EU will dieses Instrument gemeinsam mit Japan, Südkorea und anderen Partnern nutzen.

Der Anlass ist handfest. Im ersten Quartal 2026 stammten dem Bericht zufolge 60 Prozent aller in die EU importierten Plug-in-Hybride aus China. Seit Mai verkaufen chinesische Hersteller in Europa erstmals mehr Autos als die großen japanischen Konzerne zusammen. Medienberichten zufolge erreichten Chinas Autokonzerne im Juni 2026 einen EU-Marktanteil von rund 10,5 Prozent – nach etwa 6 Prozent im Vorjahr. Chinas Fahrzeugexporte insgesamt legten im ersten Halbjahr 2026 auf über fünf Millionen Einheiten zu.

Wer hat die Tür eigentlich aufgestoßen?

Bemerkenswert ist, was in solchen Brüsseler Papieren regelmäßig fehlt: die Frage nach der eigenen Verantwortung. Verbrenner-Aus, CO2-Flottengrenzwerte, Batterie-Vorgaben, Lieferkettenbürokratie – die europäische Politik hat ihre Industrie über Jahre in genau jene Technologie gedrängt, in der China die Kostenführerschaft besitzt. Nun soll ein Zollwall reparieren, was Regulierung angerichtet hat.

Für deutsche Hersteller ist die Lage doppelt heikel. Sie profitieren möglicherweise von Prämien-Privilegien im Binnenmarkt – aber sie verdienen einen erheblichen Teil ihres Geldes in China. Peking hat auf frühere EU-Zölle bereits mit Gegenmaßnahmen reagiert. Wer glaubt, ein Handelskonflikt bleibe einseitig, hat die vergangenen Jahre nicht aufmerksam verfolgt.

Was das für Anleger bedeutet

Zollmauern, Subventionsrennen und blockbildende Handelspolitik sind für Bürger selten ein gutes Geschäft: Sie verteuern Produkte und schwächen den Wettbewerb. Für Sparer wächst damit ein altes Problem – Kaufkraftverlust bei gleichzeitig steigender geopolitischer Unsicherheit. Physisches Gold und Silber haben sich in solchen Phasen historisch als robuste Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen bewährt, weil sie keiner Handelspolitik und keinem Quartalsbericht unterliegen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist selbst verpflichtet, sich zu informieren, und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen eigenständig.

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