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04.09.2026
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Brüssel zieht mit: EU steigt in Washingtons Wirtschaftskrieg gegen Iran ein

Brüssel zieht mit: EU steigt in Washingtons Wirtschaftskrieg gegen Iran ein
Symbolbild: KI-generiert

Die Europäische Union hat sich offiziell der von den USA geführten Sanktionskampagne gegen den Iran angeschlossen. US-Finanzminister Scott Bessent bestätigte den Schritt am Donnerstagabend (Ortszeit USA) in einem Beitrag in sozialen Medien. Zeitgleich prüft Südkorea eine militärische Beteiligung, um die Straße von Hormus wieder für die Handelsschifffahrt zu öffnen.

"Operation Economic Outcast" — der Finanzkrieg läuft

Die Kampagne mit dem Namen "Operation Economic Outcast" hatte die Trump-Regierung Ende August gestartet. Sie zielt laut Bericht auf Irans Zugang zu digitalen Vermögenswerten, moderner Technologie, Goldreserven, Zivilluftfahrt und Schifffahrt.

Brüssel erklärte am 31. August, man unterstütze Bemühungen gegen die "destabilisierenden Aktivitäten" Teherans und für eine Rückkehr an den Verhandlungstisch — ausdrücklich auch über zusätzlichen wirtschaftlichen Druck. Der Zeitpunkt war kein Zufall: In Asheville, North Carolina, tagten in dieser Woche die Finanzminister und Notenbankchefs der G20.

"Wir schätzen ihre klare und frühe Haltung."

So lobte Bessent den Schritt der Europäer. Die Welt sende dem iranischen Regime eine unmissverständliche Botschaft: Man werde nicht aufhören, bis jede verbliebene finanzielle Lebensader gekappt sei.

Sekundärsanktionen im Wochentakt — und der Dollar als Waffe

Bessent hatte bereits vor dem Gipfel angekündigt, seine G20-Kollegen zum Bruch der Finanzbeziehungen mit Teheran zu drängen — andernfalls drohten Sekundärsanktionen. Wöchentlich neue Maßnahmen, zunächst mit Fokus auf Banken: Institute, die iranbezogene Transaktionen abwickeln, sollen vollständig vom dollarbasierten Finanzsystem abgeschnitten werden.

Genau hier liegt der wunde Punkt für Europa. Wer die Extraterritorialität des Dollars akzeptiert, akzeptiert, dass Washington über den Zahlungsverkehr europäischer Banken mitbestimmt. Die EU unterhält daneben ohnehin ein eigenes Sanktionsregime gegen Irans Nuklear- und Raketenprogramm sowie gegen die militärische Unterstützung Russlands.

Teheran reagierte scharf. Außenamtssprecher Esmail Baghaei sprach von "Wirtschaftsterrorismus" und warf der EU am 1. September vor, sie habe ihre Souveränität, ihre Gesetze, Werte und Ethik der Nötigung durch die USA geopfert. Eine Propagandaformel — aber eine, die in Teilen der europäischen Öffentlichkeit auf Resonanz stoßen dürfte.

Hormus: 87 Schiffe umgeleitet, Seoul zögert

Militärisch bleibt die Lage brandgefährlich. Die USA flogen Anfang der Woche erneut Angriffe auf militärische Ziele im Iran, Teheran antwortete mit Raketen auf US-Stützpunkte in der Region. Das US-Zentralkommando meldete am Freitag, es habe 87 Handelsschiffe umgeleitet, drei manövrierunfähig gemacht und zwei geentert.

Durch die Straße von Hormus floss vor dem Krieg rund ein Fünftel des weltweiten Öls. Südkorea prüft laut Berichten eine Truppenentsendung noch in diesem Jahr, dementiert aber eine Entscheidung. Washington zeigt sich unzufrieden mit Seouls Zurückhaltung.

Was das für deutsche Sparer bedeutet

Die Rechnung für den Konflikt zahlen am Ende auch die Verbraucher hierzulande. Medienberichten zufolge notiert Brent zuletzt um die 90 Dollar, Gold bewegt sich im Bereich von 4.300 Dollar je Unze. Teure Energie heißt: teurere Produktion, teurere Lebensmittel, hartnäckige Inflation.

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt sich einmal mehr, wie schnell politische Entscheidungen fernab Berlins auf den Geldbeutel durchschlagen. Physische Edelmetalle haben in solchen Phasen historisch ihre Funktion als Versicherung im Depot erfüllt — als Beimischung, nicht als Wette.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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