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Kettner Edelmetalle
25.02.2026
09:29 Uhr

Bosch opfert Waiblingen: Deutsche Produktion wandert nach China ab

Es ist ein Trauerspiel, das sich in der deutschen Industrielandschaft mit erschreckender Regelmäßigkeit wiederholt. Der Technologiekonzern Bosch – einst Stolz und Aushängeschild schwäbischer Ingenieurskunst – hat sich mit den Arbeitnehmervertretern auf die endgültige Schließung seines Produktionsstandorts in Waiblingen geeinigt. Rund 560 Beschäftigte stehen vor einer ungewissen Zukunft. Die Fertigung von Steckverbindungen soll schrittweise bis Ende 2028 auslaufen. Wohin die Produktion verlagert wird? Nach China und Thailand, versteht sich.

Wettbewerbsfähigkeit dahin – und niemand fragt nach dem Warum

Der zuständige Bereichsvorstand Jan-Oliver Röhrl sprach von mangelnder Wettbewerbsfähigkeit am Standort Waiblingen. Man könne dort „schon länger nicht mehr konkurrenzfähig produzieren". Diese Worte sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen. Deutschland, das Land der Dichter, Denker und einst auch der Ingenieure, kann offenbar nicht mehr mit asiatischen Billiglohnstandorten mithalten. Doch wer trägt die Verantwortung dafür? Explodierende Energiekosten, eine erdrückende Bürokratielast, astronomische Lohnnebenkosten und eine Steuerpolitik, die jeden Unternehmer in die Flucht treibt – all das sind hausgemachte Probleme, die von der Politik jahrelang ignoriert oder gar verschärft wurden.

Der Umsatz für Verbindungstechnik-Produkte sei auf dem europäischen Markt in den vergangenen acht Jahren um knapp die Hälfte eingebrochen, heißt es von Bosch. Eine Halbierung in weniger als einem Jahrzehnt – das ist keine schleichende Erosion, das ist ein industrieller Erdrutsch.

Ein Sozialplan als Trostpflaster

Immerhin: Nach zähen Verhandlungen – Gesamtbetriebsratschef Frank Sell hatte sie als die härtesten bezeichnet, die er je mit dem Unternehmen geführt habe – steht nun ein Interessenausgleich samt Sozialplan. Bosch will bis zu 220 der betroffenen Mitarbeiter an anderen Standorten unterbringen. Dazu kommen Qualifizierungsmaßnahmen, Altersteilzeitangebote, Vorruhestandsregelungen und freiwillige Abfindungen. Klingt nach einem ordentlichen Paket. Doch was nützt die beste Abfindung, wenn der nächste Arbeitgeber in der Region ebenfalls über Stellenabbau nachdenkt?

22.000 Stellen auf der Streichliste – der Kahlschlag geht weiter

Waiblingen ist nämlich nur die Spitze eines gewaltigen Eisbergs. Bosch plant bis 2030 den Abbau von rund 22.000 Stellen allein in der deutschen Mobilitätssparte. Besonders hart trifft es die Standorte Feuerbach mit 3.500, Schwieberdingen mit 1.750, Bühl mit 1.550 und Homburg mit 1.250 bedrohten Arbeitsplätzen. Die Verhandlungen dort laufen noch. Die finanziellen Dimensionen sind schwindelerregend: Bereits 2024 stellte der Konzern 1,6 Milliarden Euro für den Abbau von 9.000 Stellen zurück. Im vergangenen Jahr kamen weitere 2,7 Milliarden Euro hinzu. Insgesamt will Bosch die Kosten in der Mobilitätssparte um jährlich 2,5 Milliarden Euro drücken.

Das Geschäftsjahr 2025 war für den weltgrößten Autozulieferer alles andere als erfreulich. Bei einem Umsatz von 91 Milliarden Euro lag die operative Rendite bei mageren zwei Prozent – ein dramatischer Rückgang gegenüber den ohnehin bescheidenen 3,5 Prozent im Vorjahr. Bosch-Chef Stefan Hartung sprach von einem „schwierigen, teils auch schmerzhaften Jahr". Ausbleibende Deckungsbeiträge, gestiegene Zölle – nicht zuletzt durch die aggressive Handelspolitik der Trump-Administration – sowie erhebliche Rückstellungen für Strukturanpassungen hätten das Ergebnis belastet.

Eine ganze Branche im freien Fall

Bosch steht mit seinen Problemen keineswegs allein. Laut dem Verband der Automobilindustrie verliert die deutsche Zuliefererbranche jährlich mehr als zehn Prozent ihrer Beschäftigten. Experten warnen davor, dass in den kommenden fünf Jahren mehr als ein Fünftel der europäischen Wertschöpfung in diesem Sektor verloren gehen könnte. Das würde langfristig den Verlust von bis zu einer halben Million Arbeitsplätzen bedeuten. Eine halbe Million! Man muss sich diese Zahl vergegenwärtigen, um das Ausmaß der industriellen Katastrophe zu begreifen, die sich vor unseren Augen abspielt.

Und was tut die Politik? Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat zwar vollmundig ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für Infrastruktur angekündigt, doch an den strukturellen Problemen des Industriestandorts Deutschland ändert das herzlich wenig. Solange Energiepreise, Bürokratie und Abgabenlast nicht radikal gesenkt werden, wird die Abwanderung der Produktion nach Asien ungebremst weitergehen. Jeder Euro, der in schuldenfinanzierte Prestigeprojekte fließt, statt in die Entlastung der Wirtschaft, ist ein Euro, der Deutschland langfristig ärmer macht.

Bosch setzt auf 2027 – doch reicht das?

Der Konzern selbst gibt sich betont optimistisch und verweist auf seine „Strategie 2030", die neben dem Stellenabbau auf Innovationen, Zukäufe und den Ausbau softwaregetriebener Mobilität setzt. Erst für 2027 erwartet Bosch deutliche Verbesserungen in einzelnen Märkten. Ob dieser Optimismus gerechtfertigt ist, darf bezweifelt werden. Denn solange die Rahmenbedingungen am Standort Deutschland nicht grundlegend verbessert werden, wird auch die beste Unternehmensstrategie nicht verhindern können, dass immer mehr Wertschöpfung ins Ausland abwandert.

Was bleibt, ist ein bitterer Befund: Deutschland deindustrialisiert sich in atemberaubendem Tempo. Und während in Waiblingen bald die Lichter ausgehen, laufen in China und Thailand die Maschinen an. Wer angesichts dieser Entwicklung noch immer glaubt, der Wohlstand dieses Landes sei selbstverständlich, der lebt in einer gefährlichen Illusion.

In Zeiten wie diesen, in denen industrielle Arbeitsplätze wegbrechen und die wirtschaftliche Unsicherheit wächst, rückt die Frage der persönlichen Vermögenssicherung verstärkt in den Fokus. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als krisenfester Wertspeicher bewährt und können als sinnvolle Ergänzung eines breit gestreuten Anlageportfolios dienen, um das eigene Vermögen gegen die Unwägbarkeiten einer zunehmend fragilen Wirtschaftslage abzusichern.

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