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Kettner Edelmetalle
30.07.2026
06:37 Uhr

BMW im freien Fall: Autogeschäft verliert über 60 Prozent Gewinn – und Berlin schaut zu

BMW im freien Fall: Autogeschäft verliert über 60 Prozent Gewinn – und Berlin schaut zu

Es sind Zahlen, die man vor zehn Jahren für einen Tippfehler gehalten hätte. Der Münchner Premiumhersteller BMW, jahrzehntelang Aushängeschild deutscher Ingenieurskunst und verlässlicher Steuerzahler, hat im zweiten Quartal nach Steuern gerade noch 1,2 Milliarden Euro verdient. Ein Minus von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz schrumpfte von 34 auf 31 Milliarden Euro. Und im Herzstück des Konzerns, dem Automobilgeschäft, brach das Ergebnis vor Zinsen und Steuern um mehr als 60 Prozent auf magere 629 Millionen Euro ein.

Man muss sich diese Relation auf der Zunge zergehen lassen: Ein Weltkonzern mit hunderttausenden Beschäftigten, dessen Kerngeschäft eine operative Rendite abwirft, die inzwischen offenbar zwischen einem und drei Prozent liegen soll. Der Discounter um die Ecke arbeitet profitabler. Das ist keine Delle. Das ist ein Strukturbruch.

China: Vom Goldesel zum Sorgenkind

Als Hauptschuldiger wird – wie so oft in den vergangenen Quartalen – das China-Geschäft präsentiert. Fast ein Drittel weniger Absatz im Reich der Mitte. Jahrelang war China der Turbolader der deutschen Premiumhersteller, der Markt, in dem sich Margen erzielen ließen, von denen man in Europa nur träumen konnte. Heute ist es der Markt, in dem chinesische Hersteller mit staatlicher Rückendeckung, eigener Batterieproduktion und einer digitalen Ausstattung, die deutsche Modelle wie Faxgeräte aussehen lässt, die Konkurrenz systematisch verdrängen.

Doch die Reduktion auf „China" ist bequem – und unehrlich. Denn wer hat den deutschen Herstellern eigentlich vorgeschrieben, ihre gesamte Entwicklungskompetenz auf eine Technologie zu konzentrieren, bei der China einen uneinholbaren Vorsprung bei Rohstoffen, Zellchemie und Lieferketten besitzt? Wer hat den Verbrenner, bei dem deutsche Konzerne weltweit unangefochten führten, per Verordnung zum Auslaufmodell erklärt?

Ein Industriestaat, der seine erfolgreichste Technologie freiwillig abschafft, um eine Technologie zu übernehmen, die ein geopolitischer Konkurrent beherrscht, hat kein Klimaproblem. Er hat ein Verstandsproblem.

8.000 Stellen – und mehr als die Hälfte trifft Deutschland

Die Quartalszahlen kamen nur einen Tag, nachdem Pläne für ein umfangreiches Stellenabbauprogramm bekannt geworden waren. 8.000 Arbeitsplätze sollen wegfallen, mehr als die Hälfte davon voraussichtlich in Deutschland. Das sind keine anonymen Zahlen in einer Excel-Tabelle. Das sind Facharbeiter, Ingenieure, Meister, Familienväter in Bayern, Niederbayern, Thüringen – Menschen, die jahrzehntelang das Rückgrat des Wohlstands dieses Landes gebildet haben und nun erfahren, dass ihre Qualifikation politisch entwertet wurde.

Bereits im Juni hatte der Konzern die Prognose kassiert: Der Vorsteuergewinn dürfte im Gesamtjahr um mehr als 15 Prozent zurückgehen. Auch das dürfte, so muss man befürchten, noch nicht das Ende der Fahnenstange sein.

Das Schweigen der Konzernlenker

Bemerkenswert ist, wie leise die deutschen Autobauer über Jahre hinweg geblieben sind. Statt sich lautstark gegen das faktische Verbrenner-Aus ab 2035, gegen ausufernde CO₂-Bepreisung, gegen die höchsten Industriestrompreise der westlichen Welt und gegen ein Bürokratiemonster aus Brüssel zu stemmen, hat man in den Vorstandsetagen brav genickt und Nachhaltigkeitsberichte in Hochglanz produziert. Man wollte dazugehören, wollte gefallen, wollte auf keinem Podium fehlen. Nun löffelt man die Suppe.

Und die Politik? Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat zwar den Ton verändert, doch die substanziellen Weichenstellungen blieben bislang aus. Stattdessen wurde die Klimaneutralität bis 2045 im Grundgesetz zementiert und ein 500-Milliarden-Schuldenpaket beschlossen – von einem Kanzler, der vor der Wahl noch versprochen hatte, keine neuen Schulden aufzunehmen. Wer glaubt, dass Beton und Schuldscheine eine kaputte Industriepolitik heilen, hat von Volkswirtschaft nichts verstanden.

Was der Absturz eines Konzerns über ein Land verrät

BMW ist kein Einzelfall, sondern Symptom. Die deutsche Automobilindustrie – jener Sektor, der direkt und indirekt Millionen Arbeitsplätze sichert und über Jahrzehnte den Sozialstaat mitfinanzierte – befindet sich in einer Abwärtsspirale aus politisch verordneter Technologiewende, Energiepreisen jenseits jeder Wettbewerbsfähigkeit, erdrückender Regulierung und einem Handelsumfeld, das durch amerikanische Zölle zusätzlich verhagelt wurde.

Für Sparer und Anleger ist die Botschaft unmissverständlich: Wer sein Vermögen ausschließlich an die Ertragskraft der deutschen Industrie und die Kursentwicklung heimischer Aktienindizes koppelt, wettet auf ein Geschäftsmodell, dem gerade die Grundlage entzogen wird. Papierwerte können in solchen Phasen sehr schnell sehr wenig wert sein. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber hingegen kennen keine Gewinnwarnung, keine Quartalszahlen und keinen Vorstand, der auf politische Zurufe reagiert. Sie sind seit Jahrtausenden das, was sie sind – und genau deshalb gehören sie in jedes breit gestreute, krisenfeste Portfolio.

Hinweis in eigener Sache

Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und ist auch nicht als solche zu verstehen. Er gibt ausschließlich die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jede Anlageentscheidung – ob in Aktien, Edelmetalle oder andere Vermögenswerte – erfordert eine eigenständige, sorgfältige Prüfung und gegebenenfalls die Hinzuziehung eines qualifizierten Beraters. Für Verluste, die aus Entscheidungen auf Grundlage dieses Textes entstehen, wird keinerlei Haftung übernommen.

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