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Kettner Edelmetalle
29.04.2026
04:06 Uhr

Blue Owl in der Schusslinie: Investor klagt wegen aufgeblähter Fondsbewertungen und exzessiver Gebühren

Die glitzernde Welt der privaten Kreditfonds zeigt einmal mehr ihre Schattenseiten. In Manhattan hat ein Anleger den Investmentberater des US-Finanzkonzerns Blue Owl Capital vor Gericht gezerrt – und die Vorwürfe haben es in sich. Es geht um aufgeblähte Vermögenswerte, fragwürdige Bewertungsmethoden und Gebühren, die im Verdacht stehen, eher den Beratern als den Anlegern zu dienen.

Der Vorwurf: Eigene Tasche statt Anlegerinteressen

Richard Delman, Aktionär der Blue Owl Capital Corporation (OBDC), reichte am Montag Klage beim US-Bezirksgericht in Manhattan ein. Sein Vorwurf wiegt schwer: Blue Owl Credit Advisors LLC habe seine treuhänderischen Pflichten gemäß dem Investment Company Act von 1940 verletzt, indem das Unternehmen Gebühren erhoben habe, die in keinem nachvollziehbaren Verhältnis zum Wert der erbrachten Dienstleistungen stünden. Solche Konditionen, so heißt es in der Klage, hätten unter normalen Marktbedingungen niemals zustande kommen können.

Im Zentrum der Auseinandersetzung steht ein klassischer Interessenkonflikt: Der Berater bewertet die Vermögenswerte des Fonds selbst – und kassiert gleichzeitig Gebühren, die genau auf diesen Bewertungen basieren. Wer den Bock zum Gärtner macht, sollte sich nicht wundern, wenn der Garten plötzlich opulenter aussieht, als er tatsächlich ist.

Wenn interne Modelle die Realität ersetzen

Besonders pikant: Viele Investments des Fonds sind illiquide und werden als sogenannte Level-3-Vermögenswerte klassifiziert. Das bedeutet, ihr Wert wird nicht durch Marktpreise bestimmt, sondern durch firmeneigene Bewertungsmodelle. Wer schon einmal mit Bilanzkosmetik in Berührung gekommen ist, weiß, welch kreativer Spielraum sich hier auftut.

Delman verweist auf eine markante Diskrepanz zwischen dem ausgewiesenen Nettoinventarwert von OBDC und dem tatsächlichen Börsenkurs, der im vergangenen Jahr um stolze 22 Prozent abgerutscht sei. Eine Lücke, die Bände spreche – denn der Markt scheine deutlich skeptischer zu sein als die hauseigene Bewertungsabteilung.

Das fragwürdige Konstrukt der "Pay-in-Kind"-Zinsen

Ein weiterer Stein des Anstoßes ist der Einsatz sogenannter Pay-in-Kind-Zinsen (PIK). Hierbei handelt es sich um nicht-bare Erträge, die dem Kreditsaldo zugeschlagen werden, statt in echtem Geld zu fließen. Die Klage moniert, dass der Berater auch auf solche PIK-Erträge Gebühren kassiere – selbst dann, wenn diese Erträge möglicherweise niemals realisiert würden. Provisionen auf Luftbuchungen, könnte man sarkastisch anmerken.

Gebühren explodieren – Leistung stagniert

Die Zahlen, die in der Klageschrift genannt werden, sprechen eine deutliche Sprache. OBDC habe im Jahr 2025 satte 414,4 Millionen US-Dollar an Beratungsgebühren überwiesen. Im Vergleich zu 2021, als noch 282,4 Millionen Dollar fällig wurden, entspricht das einem Anstieg von rund 47 Prozent – ohne dass sich der Leistungsumfang entsprechend ausgeweitet hätte. Eine Gebührenexplosion, die jedem Anleger die Zornesröte ins Gesicht treiben dürfte.

Delman fordert die Rückerstattung der überhöhten Gebühren zugunsten des Fonds und verlangt darüber hinaus die Aufhebung des Beratungsvertrags. Eine Stellungnahme von Blue Owl lag zunächst nicht vor.

Lehrstück über die Schattenseiten der Finanzindustrie

Der Fall reiht sich ein in eine lange Liste von Skandalen rund um undurchsichtige Bewertungspraktiken bei privaten Kreditfonds und Business Development Companies. Diese Konstrukte, die mit hohen Renditeversprechen locken, entpuppen sich für Anleger immer wieder als Black Box. Während Aktien und ETFs zumindest täglich an der Börse einer brutalen Realitätsprüfung unterzogen werden, gleicht die Bewertung illiquider Kreditportfolios oft eher einem Glaubensbekenntnis als einer nachprüfbaren Tatsache.

Wer in der heutigen Zeit, geprägt von wackelnden Banken, einer ausufernden Staatsverschuldung und einer Bundesregierung, die mit ihrem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen die Inflationsspirale weiter antreibt, sein Vermögen sichern möchte, sollte sich gründlich überlegen, wem er sein Geld anvertraut. Komplexe Finanzprodukte, deren Wert allein durch interne Modelle festgelegt wird, mögen für institutionelle Akteure mit perfekter Marktübersicht ihre Berechtigung haben – für den durchschnittlichen Anleger sind sie jedoch ein Minenfeld.

Fazit: Die zeitlose Stärke physischer Werte

Der Blue-Owl-Fall illustriert exemplarisch, wie verwundbar moderne Finanzkonstrukte gegenüber Manipulationsanreizen sind. Wenn Berater gleichzeitig die Bewerter ihrer eigenen Leistung sind, steht das Ergebnis von vornherein unter Generalverdacht. In Zeiten zunehmender Unsicherheit an den Kapitalmärkten und schwindenden Vertrauens in das Finanzsystem gewinnen physische Edelmetalle wie Gold und Silber als Bestandteil eines breit aufgestellten Vermögensportfolios an Bedeutung. Ihr Wert hängt nicht von hauseigenen Bewertungsmodellen ab, sondern von einer jahrtausendealten, weltweit anerkannten Wertschätzung – ohne Gebührenmodelle, die mit jedem Jahr aggressiver werden.

Haftungsausschluss: Die Kettner Edelmetalle Redaktion betreibt keine Anlageberatung. Der vorliegende Beitrag stellt ausschließlich unsere journalistische Meinungsäußerung sowie eine Wiedergabe öffentlich verfügbarer Informationen dar. Anlageentscheidungen sollten stets nach gründlicher eigener Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten, unabhängigen Finanzberater getroffen werden. Für die Folgen von Investitionsentscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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