
Blitzeis legt Hauptstadtflughafen lahm: Wenn der Winter Deutschland ins Chaos stürzt

Der Nordosten Deutschlands versinkt im Eis. Was sich wie eine Szene aus einem Katastrophenfilm anhört, ist bittere Realität: Spiegelglatte Straßen, ein lahmgelegter Flughafen und ein Massenunfall auf der Autobahn zeigen einmal mehr, wie verwundbar unsere Infrastruktur gegenüber den Launen der Natur ist.
BER komplett außer Gefecht gesetzt
Am Donnerstagabend ging am Hauptstadtflughafen BER buchstäblich gar nichts mehr. Blitzeis hatte die Rollbahnen in eine einzige Eisfläche verwandelt. „Unsere Flächen sind spiegelglatt. Es besteht Gefahr für Leib und Leben", erklärte eine Flughafensprecherin mit ungewöhnlicher Deutlichkeit. Weder Starts noch Landungen waren möglich – ein Zustand, der sich bis zum Freitagmorgen nicht grundlegend geändert hatte.
Man fragt sich unweigerlich: Ist ein Flughafen, der bei winterlichen Bedingungen derart schnell kapituliert, wirklich auf der Höhe der Zeit? Der BER, dessen Baugeschichte ohnehin von Pannen und Verzögerungen geprägt war, liefert damit erneut Stoff für kritische Fragen zur Infrastrukturplanung in diesem Land.
Massenkarambolage auf der A10
Doch nicht nur der Luftverkehr kam zum Erliegen. Auf der eisglatten Autobahn 10 bei Potsdam ereignete sich eine Serie von Unfällen, bei der 19 Menschen verletzt wurden. Drei von ihnen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Auch der Bahnverkehr zwischen Hannover und Berlin war von erheblichen Behinderungen betroffen.
Der Deutsche Wetterdienst hatte zwar in einer amtlichen Unwetterwarnung auf die erhöhten Risiken durch Glatteis hingewiesen. Dennoch scheint die Vorbereitung auf solche Wetterlagen nach wie vor unzureichend zu sein. Während andere Länder mit deutlich härteren Wintern routiniert umgehen, gerät Deutschland bei etwas Eisregen regelmäßig aus dem Tritt.
Entspannung erst zum Wochenende
Immerhin gibt es einen Lichtblick: Die Meteorologen rechnen mit einer allmählichen Entspannung der Lage. Am Rande eines Hochdruckgebiets über Skandinavien wird zwar weiterhin kalte Festlandsluft in den Norden und Osten gesteuert, doch atlantische Tiefausläufer bringen mildere Meeresluft in den Süden und Westen.
Zum Wochenende sollen sich die milderen Luftmassen bis in den Nordosten ausbreiten. „Das Wochenende präsentiert sich insbesondere im Südwesten und Westen schon fast von seiner vorfrühlingshaften Seite", prognostiziert DWD-Meteorologin Tanja Egerer. Entlang des Rheins könnten die Temperaturen sogar die 10-Grad-Marke erreichen.
Nebel bleibt ein Problem
Bis dahin müssen sich die Menschen im Nordosten jedoch weiterhin auf schwierige Bedingungen einstellen. Der Wetterdienst warnt vor Nebel mit Sichtweiten unter 100 Metern, der sich erst im Tagesverlauf langsam auflösen soll. Gebietsweise herrscht leichter Dauerfrost.
Diese Wetterlage ist ein weiterer Beleg dafür, dass Deutschland dringend in seine Infrastruktur investieren muss – nicht nur in Straßen und Schienen, sondern auch in Winterdienste und Notfallpläne. Denn eines ist sicher: Der nächste Winter kommt bestimmt.

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