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Kettner Edelmetalle
03.03.2026
07:11 Uhr

Blackout-Gefahr steigt: Deutschland baut Kraftwerke – aber am falschen Ort

Man könnte es für einen schlechten Witz halten, wäre die Lage nicht so bitterernst: Deutschland plant den Bau von zwölf Gigawatt neuer Gaskraftwerke, doch niemand in der Regierung scheint sich ernsthaft Gedanken darüber zu machen, wo diese Anlagen eigentlich stehen sollen. Nicht irgendwo – sondern genau dort, wo sie im Falle eines großflächigen Stromausfalls das Netz wieder hochfahren könnten. Ein verbindlicher Plan? Fehlanzeige. Willkommen in der deutschen Energiepolitik des Jahres 2026.

Was „schwarzstartfähig" bedeutet – und warum es überlebenswichtig ist

Der Begriff klingt technisch, doch seine Bedeutung ist existenziell. Ein schwarzstartfähiges Kraftwerk kann ohne externe Stromversorgung eigenständig anlaufen. Es erzeugt zunächst lokal Spannung, stabilisiert schrittweise Frequenz und Netzparameter und ermöglicht so, dass weitere Anlagen zugeschaltet werden können. Ohne solche Kraftwerke bleibt nach einem Blackout schlicht das Licht aus – und zwar für unbestimmte Zeit.

Windräder und Solaranlagen können das nicht. Sie sind auf ein bereits funktionierendes Netz angewiesen, bevor sie überhaupt wieder einspeisen können. Wer also glaubt, die Energiewende habe dieses Problem bereits gelöst, der irrt gewaltig. Jedes Energiesystem braucht konventionelle oder speziell ausgelegte Anlagen, die den ersten, entscheidenden Schritt beim Wiederanfahren übernehmen. Genau hier klafft eine gefährliche Lücke.

Der Südbonus: Gut gemeint, schlecht durchdacht

Die Bundesregierung will mit einem sogenannten Südbonus Investoren vor allem nach Bayern und Baden-Württemberg locken. Der Gedanke dahinter ist nachvollziehbar: Seit dem ideologisch getriebenen Atomausstieg fehlt im Süden gesicherte Leistung. Die großen Windstrommengen aus dem Norden müssen über chronisch überlastete Nord-Süd-Leitungen transportiert werden, was regelmäßig zu milliardenschweren Redispatch-Maßnahmen führt.

Doch was im Normalbetrieb sinnvoll erscheinen mag, wird im Krisenfall zum Verhängnis. Wenn nahezu alle neuen Kraftwerke im Süden entstehen, fehlen im Norden und Osten Deutschlands die technischen Startpunkte für einen Netzwiederaufbau nach einem Blackout. Eine Studie der Beratungsfirma Consentec zeigt, dass Standorte im Süden durch den Bonus einen finanziellen Vorteil von rund 50 Prozent gegenüber nördlichen Standorten erhalten könnten. Die Konsequenz liegt auf der Hand: Ohne Gegensteuerung droht eine massive Konzentration im Süden – während der Norden schutzlos zurückbleibt.

Kein einziges Angebot für den Osten

Wie dramatisch die Lage bereits ist, zeigt ein alarmierendes Detail: Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz schrieb gezielt Kapazitäten aus, die schwarzstartfähig sein müssen. Das Ergebnis? Nicht ein einziges Angebot ging ein. Dirk Biermann, Geschäftsführer Operations bei 50Hertz, warnte unmissverständlich vor den Folgen: Ohne diese Kraftwerke bestehe die Gefahr einer verzögerten Wiederversorgung Ostdeutschlands mit möglicherweise schweren Folgen für Menschen, Wirtschaft und das Vertrauen in eine funktionierende Infrastruktur.

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein ganzer Landesteil könnte nach einem Blackout tagelang ohne Strom dastehen – und die Politik schaut zu. In einem Politikbrief verwies 50Hertz zudem auf den großflächigen Stromausfall in Spanien im April 2025 sowie auf lokale Ausfälle in Berlin im September 2025 und Januar 2026. Die Warnsignale sind da. Sie werden nur ignoriert.

Technisches Know-how verschwindet – unwiederbringlich

Parallel zum Ausbau der erneuerbaren Energien verschwinden immer mehr konventionelle Kraftwerke vom Netz. Großkraftwerke liefern nicht nur Strom, sondern auch sogenannte Systemdienstleistungen: Momentanreserve zur Frequenzstabilisierung, Blindleistung zur Spannungsregelung – Fähigkeiten, die kein Windrad und kein Solarpanel ersetzen kann. Zwischen 2028 und 2030 sollen im Osten weitere 3000 Megawatt Braunkohleleistung abgeschaltet werden. Was dann an technischer Kompetenz verloren geht, lässt sich nicht einfach per Knopfdruck zurückholen.

Auch der Kraftwerksbetreiber Leag fordert deshalb eine ausgewogene Verteilung neuer Kapazitäten. Doch wer hört schon auf die Praktiker, wenn die ideologische Agenda der Energiewende alles andere überlagert?

Die Mär von der Batterie als Allheilmittel

Immer wieder wird in der politischen Debatte auf Batteriespeicher verwiesen, als könnten sie das Problem lösen. Die Netzbetreiber widersprechen vehement – und die Zahlen geben ihnen Recht. Allein 2024 zählte 50Hertz insgesamt 211 Zeiträume, in denen Wind- und Solarenergie weniger als 15 Prozent ihrer installierten Leistung erreichten. Jeder dieser Abschnitte dauerte länger als zehn Stunden. Batteriespeicher sind nach wenigen Stunden entladen. In solchen Dunkelflauten deckten Braun- und Steinkohlekraftwerke zeitweise mehr als die Hälfte des gesamten Stromverbrauchs.

Wer angesichts dieser Fakten weiterhin behauptet, Batterien könnten konventionelle Kraftwerke ersetzen, betreibt entweder Wunschdenken oder bewusste Täuschung. Beides ist in einer Frage der nationalen Versorgungssicherheit unverantwortlich.

Standortpolitik ohne Krisenstrategie – ein Spiel mit dem Feuer

Die Netzbetreiber fordern, mindestens ein Drittel der neuen Leistung im Norden zu errichten, damit der Wiederaufbau des Systems nach einem großflächigen Stromausfall gesichert bleibt. Doch die aktuelle Planung konzentriert sich ausschließlich auf die Entlastung des Netzes im Normalbetrieb. Eine klare Strategie für den Ernstfall? Existiert nicht.

Es ist ein Muster, das sich durch die gesamte deutsche Energiepolitik der letzten Jahre zieht: Man schafft Fakten, ohne die Konsequenzen zu Ende zu denken. Erst wurden die Kernkraftwerke abgeschaltet – gegen jede energiepolitische Vernunft. Dann wurde der Kohleausstieg beschleunigt, ohne dass ausreichend Ersatzkapazitäten bereitstanden. Und nun baut man zwar neue Gaskraftwerke, platziert sie aber möglicherweise genau dort, wo sie im Krisenfall nutzlos sind.

Die Schwachstelle liegt nicht im Ausbauvolumen. Sie liegt in der fehlenden räumlichen Planung. Deutschland schafft zusätzliche Kraftwerksleistung, doch ob das Netz nach einem großflächigen Stromausfall schnell wieder stabil angefahren werden kann, bleibt eine offene Frage. Für ein Land, das sich als führende Industrienation versteht, ist das nicht nur peinlich – es ist gefährlich. Und es zeigt einmal mehr, dass ideologiegetriebene Energiepolitik und nüchterne Ingenieurskunst selten zusammenpassen.

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